Wald soll plastikfrei werden

Neuer Schutz für junge Pflanzen

Der neuentwickelte Jungpflanzenschutz kommt ganz ohne Kunststoff aus.

Der neuentwickelte Jungpflanzenschutz kommt ganz ohne Kunststoff aus.

sz Hachenburg/Altenkirchen. Die Zukunft des Waldes soll plastikfrei sein. Dazu sucht Marco Reetz, Fachlehrer des forstlichen Bildungszentrums am Forstamt Hachenburg, seit Langem neue Wege, wie junge Waldbäume vor dem Verbiss des sogenannten Schalenwildes (z. B. Rehe, Hirsche) geschützt werden können. Nun sind drei innovative Varianten holzbasierten Einzelschutzes in Hachenburg im Test und könnten bisherige Materialien zukünftig ersetzen.

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Schutzhüllen meist aus Kunststoff

Bisher werden neu gepflanzte Waldbäume zum Schutz vor dem Knospenverbiss des Schalenwildes (hier Reh- und Rotwild) mit verschiedensten Materialien geschützt. Die sogenannten Schutzhüllen bestehen zumeist aus Kunststoffmaterial, das nach der Schutzdauer von vier bis sechs Jahren abgebaut werden muss. Einzelschutzhüllen sollten jedoch im besten Fall aus Holz bestehen und im Wald verrotten, um dem Nährstoffkreislauf wieder zur Verfügung zu stehen. Monika Runkel, die Leiterin des Forstamtes Hachenburg, dem das forstliche Bildungszentrum angeschlossen ist, freut sich über das erfolgreiche Engagement des Fachlehrers Marco Reetz, der mit viel Eigeninitiative dieses wichtige Anliegen jahrelang im Blick behielt. Derzeit, so geht aus einer Zuschrift hervor, sind zwei Varianten verschiedener kreativer Firmen im Test.

Neue Wuchshilfe "Waldwunder"

Seit rund zwei Jahren schütze die Wuchshilfe „Waldwunder“ bereits erfolgreich verschiedene Baumarten im Forstamt Hachenburg. Gemeinsam mit der Herstellerin sei das Produkt kontinuierlich weiterentwickelt worden und werde heute sogar immer häufiger in ganz Deutschland als nachhaltige Wuchshilfe verwendet. Ganz neu hingegen ist die Furnierhülle der Firma Eschlbeck-Engineering. „Wenn diese Hülle die guten Anfangserfolge über die Testdauer von rund vier bis fünf Jahren beibehält, steht der Forstwirtschaft bald ein hochinnovatives Produkt zur Verfügung“, freut sich Marco Reetz. Das sehr leichte Produkt ist ausschließlich aus Holz, Baumwolle und lebensmittelechtem Leim gefertigt und muss daher, anders als die Kunststofprodukte, nicht entsorgt werden, heißt es weiter.

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Beobachtungen auf Testflächen 

Das Forstamt hat dazu Testflächen (Demonstrationsflächen) angelegt und wird in den kommenden Jahren beobachten, wie sich die Varianten im Vergleich zu bisherigen Verfahren eignen. Neben Materialtests werden auch Arbeitsverfahren verglichen und betriebswirtschaftliche Vergleichskalkulationen vorgenommen. Sind die Erkenntnisse fundiert, wird das Thema zukünftig in der Bildungsarbeit des forstlichen Bildungszentrums behandelt. Adressaten sind dann Forstleute, Auszubildende, Forstunternehmer und Waldbesitzer des Landes Rheinland-Pfalz und des Saarlandes.

Kahlflächen wiederbewalden

Das Forstamt Hachenburg werde darüber hinaus größere Versuchsflächen anlegen, um hier Erfahrung zu sammeln. „Denn wir brauchen eine Alternative zu den bisherigen Schutzverfahren“, sagt Monika Runkel. „Als Folge des klimabedingten Fichtensterbens ist alleine im Forstbezirk Hachenburg mit 3500 Hektar (5000 Fußballfelder) Kahlflächen zu rechnen, die wir in den folgenden fünf bis zehn Jahren wiederbewalden müssen. Selbst wenn wir nur 20 Prozent der früher üblichen Pflanzenmenge pflanzen, bedeutet das 3,5 Millionen Pflanzen im Forstbezirk Hachenburg.“

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