Drolshagener Heimatverein pflanzt Obstbäume

Neue Heimat für Dumicker „Schafsnase“

Mitglieder des Arbeitskreises „Natur- und Landschaftsschutz“ des Heimatvereins für das Drolshagener Land haben seit 2020 insgesamt 30 neue Bäume alter Obstsorten am „Steinklapper“ gepflanzt.

Mitglieder des Arbeitskreises „Natur- und Landschaftsschutz“ des Heimatvereins für das Drolshagener Land haben seit 2020 insgesamt 30 neue Bäume alter Obstsorten am „Steinklapper“ gepflanzt.

sz Drolshagen. Der Heimatverein für das Drolshagener Land setzt seine Bemühungen um den Naturschutz fort. So trafen sich jetzt im Herbst Mitglieder des Arbeitskreises „Natur- und Landschaftsschutz“ um den Vorsitzenden Leo Trumm, um 20 neue Bäume alter Obstsorten im Bereich der Streuobstwiese „Steinklapper“ in Bleche, Simonspike zu pflanzen. Dort waren bereits seit 1989 Anpflanzungen vorgenommen worden, wovon zwölf noch existieren. Im vergangenen Jahr wurden zehn neue Obstbäume gepflanzt und nun die restlichen 20.

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Regionale und gesunde Obstsorten erhalten

Dank der ehrenamtlichen Unterstützung von Baggerführer Tim Matejka aus Thieringhausen ging die Aktion zügig. Die Bezirksregierung unterstützt die Aktion finanziell. „Unser Ziel ist es“, erklärte Leo Trumm, „regionale und gesunde Obstsorten zu erhalten, also jene Sorten, die nachgewiesen haben, dass sie mit dem regionalen Klima zurechtkommen und ohne den Einsatz von Bioziden überlebensfähig sind“. „Und langfristig“, ergänzte ein Mitglied des Arbeitskreises, „soll zudem dem unkontrollierten Konsum von Obst aus dem Supermarkt, das zum Teil mehr als 12.000 Flugkilometer zurückgelegt hat und einem Pestizideinsatz ausgeliefert gewesen ist, eine Alternative gegenübergestellt werden“. Vorausgegangen waren ein Seminar und Workshops zum Thema „Veredlung von Obstbäumen“. Mehr als 30 Bäume wurden mit Erfolg veredelt, sowohl für den privaten Besitz als auch für die Streuobstwiese.

"Schafsnase" und  "Jakob Lebel"

Zu den Apfelsorten, die nun gepflanzt wurden, gehören „Schafsnase“ aus Dumicke, „Ontario“ aus Schürholz, „Jakob Lebel“ aus Iseringhausen und „Zabergäu-Renette“ aus Albaum. Bei den Birnen wurden die seit über 300 Jahren bekannte Sorte „Gute Graue“ vom Reichshof-Hardt gepflanzt und ein Wildling, der zukünftig als Genbank genutzt werden kann. Zum Sortiment der Kirschen gehört die „Hedelfinger Riesenkirsche“ vom Reichshof-Komp. Unter den im vergangenen Jahr gepflanzten Sorten sind etliche Raritäten, die aus heimischen Obstgärten stammen, wie der seltene „Himbeerapfel“ von der um 1930 angelegten Obstwiese von Anneliese und Heinz Lütticke aus Bühren oder eine gelbe Pflaume, deren Sortenname noch herausgefunden werden muss. Dank der persönlichen Verbindungen Leo Trumms konnten auch die selten gewordene „Aprikosenpflaume“ aus der sich mittlerweile in Auflösung befindlichen Sammlung von Arnold Cremer aus Hürtgenwald-Vossensack, eine Birnenquitte aus dem Bestand der Pallottiner in Limburg oder die seit über 300 Jahren bekannte Birnensorte „Gute Graue“ aus Reichshof, die seit dem 18. Jahrhundert bevorzugt zum Dörren verwendet wird, gesichert werden. Aus dem Bestand von Leo Trumm stammen auch eine „Hedelfinger“ Kirsche und ein „Roter Boskop“, dessen Mutterbaum im Garten des Iseringhauser Paul-Josef Willmes steht. Auch die von 1978 stammende Neuzüchtung „Santana“, die besonders von Allergikern geschätzt wird, wächst nun auf dem Boden des Heimatvereins Drolshagen.

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Heimatverein baut Zukunft auf Geschichte auf

Mit der Pflanzung alter und selten gewordener Obstsorten zu deren Sicherung verwirklicht der Heimatverein auch seine Devise, Zukunft auf der Geschichte aufzubauen. Für den Arbeitskreis von Leo Trumm stehen weitere Aufgaben des Heimatvereins im nächsten Frühjahr an, wie die Pflege des Drolshagener Labyrinths, Renaturierungen von Feuchtbiotopen und die Erhaltung einer wertvollen landschaftshistorischen Wacholderheide bei Germinghausen.

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