Neue "Warnstreikrakete" gezündet

Stahlwerker sind zum Arbeitskampf bereit

Die Stahlarbeiter in Finnentrop sind gut gelaunt, aber entschlossen. Sie stehen hinter den Forderungen der Gewerkschaft.

Die Stahlarbeiter in Finnentrop sind gut gelaunt, aber entschlossen. Sie stehen hinter den Forderungen der Gewerkschaft.

mku Finnentrop. Die Zeichen stehen auf Streit in der Stahlindustrie. Wenn bei der nächsten Verhandlungsrunde am Dienstag kein Durchbruch erzielt wird, wollen die  Vertreter der IG Metall die Urabstimmung beantragen. Das kündigt deren 1. Bevollmächtigter im Kreis Olpe, André Arenz, am Montagmorgen vor dem Eingang zu ThyssenKrupp in Finnentrop an.  "Wir wollen unseren Anteil an der Wirtschaftsleistung der Unternehmen haben", ruft er den rund 90 Kollegen zu, die dem Aufruf der Gewerkschaft zum Warnstreik gefolgt sind. 

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Heimische Metaller fordern mehr Geld

Immerhin habe sich der bisherige Einsatz bereits gelohnt. Die gleich zu Beginn der Tarifrunde von den Arbeitgebern gebotene Einmalzahlung von 2100 Euro für das laufende Jahr sei vom Tisch. Die Gewerkschafter wollen mehr, eine Erhöhung von 8,2 Prozent auf zwölf Monate, nicht nur eine einmalige Überweisung, die von Struktur und Volumen nicht genug sei. Darauf sei reagiert worden, betonen Arenz und der Betriebsratsvorsitzende Bernd Sasse. "Warum stehen wir trotzdem wieder hier?", fragt Arenz. Weil das konkrete Angebot dann schlicht eine Enttäuschung gewesen sei. 4,7 Prozent auf 21 Monate seien schlicht unakzeptabel und nicht annähernd geeignet, die stete Teuerung der Lebensmittel aufzufangen, der die Menschen derzeit ausgesetzt worden sei. 

Warnstreik vor der letzten Tarifrunde. Dann steht die Urabstimmung an.

Warnstreik vor der letzten Tarifrunde. Dann steht die Urabstimmung an.

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Beschäftigte trugen ihren Teil zum Erhalt der Betriebe bei

Die EZB gehe von einer Jahresinflation von mehr als sechs Prozent aus. Eine Acht vor dem Komma habe es seitens der IG Metall seit 2008 nicht mehr gegeben. Es sei aber unter den gegebenen Umständen mehr als berechtigt. Immerhin hätten die Unternehmen die durch den Krieg gestiegenen Kosten unübersehbar an ihre Kunden weiter gegeben. "Bis zu 45 Prozent" seien aufgeschlagen worden. Dagegen könne niemand behaupten, die Gewerkschaften würden diese Erhöhungen durch ihre Forderungen mitverursachen, habe es doch noch gar keinen Abschluss gegeben. 

Die Beschäftigten hätten ihren Teil zum Erhalt der Betriebe in den Corona-Zeiten getragen, die angemessene Verantwortung übernommen. Jetzt verdienten sie das Entgegenkommen der anderen Seite, betont André Arenz unter dem Beifall seiner Kollegen, die sich auf einen gut vierstündigen Ausstand eingestellt haben. Alle müssen sich in eine Liste eintragen, es gibt Getränke und Burger. Daniel Gardenier aus Essen unterhält mit Klassikern des Rock. Er gehört zu den regelmäßigen Begleitern von Gewerkschaftsveranstaltungen, "weiß, was wir erwarten, und was er gar nicht kann hier", grinst ein Ordner. "Habt ihr genug Wut mitgebracht", will der Sänger von den Streikenden wissen. 

Erst eintragen, dann streiken. Alles läuft locker und zugleich geregelt ab.

Erst eintragen, dann streiken. Alles läuft locker und zugleich geregelt ab.

Sie sind bereit, sich zu holen, "was uns zusteht", stimmen alle der Forderung von André Arenz zu. Die Gewerkschaft wolle den Streit nicht, aber sie sei kampfbereit. Streit heiße Streik. Und die Kassen, das ist in diesen Tagen schon öfter betont worden, "sind gut gefüllt". Die nächste Streikrakete warte nur auf die Zündung.

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