Bombardierung der Stadt Olpe vor 76 Jahren

Der Tod aus der Luft

Vor 76 Jahren am 28. März fielen über 300 5-Zentner-Bomben auf Olpe nieder und brachten Tod, Leid und Zerstörung. Alljährlich erinnert der Bürgermeister mit einem Kranz am Ehrenmal an den schwärzesten Tag der Stadtgeschichte.

Vor 76 Jahren am 28. März fielen über 300 5-Zentner-Bomben auf Olpe nieder und brachten Tod, Leid und Zerstörung. Alljährlich erinnert der Bürgermeister mit einem Kranz am Ehrenmal an den schwärzesten Tag der Stadtgeschichte.

win Olpe. 13 Minuten lang läuten alljährlich am 28. März in Olpe die Glocken aller Kirchen. Die Küsterinnen und Küster schalten die Läutwerke um 10.54 Uhr ein, und um 11.07 Uhr schlagen die Klöppel zum letzten Mal an. Es sind die 13 Minuten, die diesen Tag im Jahr 1945 zum schwärzesten Tag in der Geschichte der Kreisstadt gemacht haben. Es ist der Tag, an dem der Krieg in seiner vollen Ausbreitung, Vernichtungskraft und todbringenden Wirkung nach Olpe kam.

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Warnung kam in Olpe nicht an

Durch eine Reihung unglücklicher Umstände wurde der damals erfolgte Luftangriff der britischen Zweiten Taktischen Luftflotte der Königlichen Luftwaffe zu einer Katastrophe. Denn nach einem Voralarm, der die Olperinnen und Olper in die Luftschutzstollen und Schutzkeller getrieben hatte, war per Sirene Vorentwarnung gegeben worden – an einem lauen Mittwoch stellten sich die Menschen vor den Geschäften an, um Ostereinkäufe zu erledigen. Die Signalleitungen nach Siegen waren zerstört, sodass die Meldung über einen unmittelbar bevorstehenden schweren Luftangriff nicht in der Warnleitstelle ankam. Als ein Polizist die Motorgeräusche der Mitchell-Bomber in der Luft hörte und Alarm auslösen ließ, war es für viele zu spät: Keine halbe Minute später schlugen 309 Luftminen ein und zerstörten große Teile der Innenstadt. Eigentlich hatte das Ziel „Verschiebebahnhof Olpe“ geheißen, aber die Wolkendecke ließ derart genaues Zielen gar nicht zu.

Über 200 Menschen gestorben

Über 200 Menschen starben – rund 150 sofort, zerrissen von Bombensplittern, umherfliegenden Trümmern, zerschnitten vom Glas geborstener Schaufenster oder erschlagen vom Druck der Detonationen. Andere erlagen in den Tagen und Wochen danach in den Krankenhäusern, Spitälern und Notkrankenhäusern der Umgebung ihren schweren Verletzungen.

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Gedenkfeier im kleinen Kreis

Bauhof-Mitarbeiter schafften am Sonntag einen Kranz zum Ehrenmal, und Bürgermeister Peter Weber sowie seine Stellvertreter, Markus Bröcher (CDU) und Klaus Peter Langner (SPD), verharrten in einer Schweigeminute am eindrucksvollen Ehrenmal, das der renommierte Künstler Prof. Ewald Mataré im Auftrag der Olper Bürgerschaft in den 1950er-Jahren schuf. Weber bedauerte, dass es zum zweiten Mal in Folge, der Corona-Krise geschuldet, keine größere Gedenkfeier geben könne, wie sie bereits im vorigen Jahr, anlässlich des 75. Jahrestags, geplant war. „Es ist dennoch richtig, zu erinnern.“ Verantwortlich für die Zerstörung der Stadt seien nicht die englischen Piloten oder die Bombenschützen gewesen, auch nicht die alliierten Streitkräfte an sich, sondern das „menschenverachtende Regime in Deutschland, das damals die Welt in Brand gesteckt hat“.

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