Keine Versammlungen politischer Parteien

Ehrenmal im Weierhohl Olpe wird "öffentliche Einrichtung"

Alljährlich am Volkstrauertag findet eine Feierstunde statt, bei der der jeweilige Bürgermeister – hier ein Archivbild aus 2013 mit dem damaligen Verwaltungschef Horst Müller (Bildmitte) und dem Vorsitzenden des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge, Klaus Klapheck (vorn) – einen Kranz am Ehrenmal niederlegt. Fahnenabordnungen vieler Vereine und eine Wache der Feuerwehr bilden den würdigen Rahmen.

Alljährlich am Volkstrauertag findet eine Feierstunde statt, bei der der jeweilige Bürgermeister – hier ein Archivbild aus 2013 mit dem damaligen Verwaltungschef Horst Müller (Bildmitte) und dem Vorsitzenden des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge, Klaus Klapheck (vorn) – einen Kranz am Ehrenmal niederlegt. Fahnenabordnungen vieler Vereine und eine Wache der Feuerwehr bilden den würdigen Rahmen.

win Olpe. Es war ein echtes Bürgerprojekt: 1963 wurde im Olper Weierhohl das Ehrenmal eingeweiht, das der große Düsseldorfer Künstler Prof. Ewald Mataré entworfen hat. Es war kein Projekt der Kommunalpolitik, sondern eines Komitees, in dem praktisch alle gesellschaftlichen Gruppen der Kreisstadt vertreten waren. Bewusst wurde es nicht als Mahnmal für die Gefallenen, ergo: im Krieg durch Kampfhandlungen gestorbene Soldaten, sondern für alle Opfer von Krieg und Gewalt geplant. Und seitdem ist das eindrucksvolle Kunstwerk alljährlich am Volkstrauertag Schauplatz der Gedenkfeier von Stadt und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Auch legt der jeweilige Bürgermeister seit der Eröffnung der Anlage alljährlich am Jahrestag der Bombardierung hier einen Kranz nieder. Und auch die Schützen nutzen das Ehrenmal, um im Beisein des Bürgermeisters ihrer Verstorbenen zu gedenken.

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"Krieg und Terror" sorgte für rege Diskussionen in Olpe

Doch wurde 1963 etwas vergessen. Denn dieser vielen Olpern und Ölpern so wichtige Ort wurde nie verwaltungstechnisch eingeordnet. Zu viel wurde offenbar seinerzeit über den Spruch diskutiert, der am Ehrenmal stehen sollte: Dem Künstler schwebte vor, „Krieg und Terror“ solle in dem Spruch Erwähnung finden, aber, wie Andrea Arens im Jahrbuch des Heimatvereins Olpe schrieb, fand das Wort „Terror“ keine Zustimmung bei den Auftraggebern. „Man dreht sich und windet sich, wie man sie abfasst“, schrieb Ewald Mataré damals in sein Tagebuch. Am Ende fand man einen Kompromiss, und bis heute steht am Ehrenmal: „Gefallen – erniedrigt – gehetzt: Wachet für Freiheit und Recht“. Ehrenmal im 

Ehrenmal im Weierhohl Olpe blieb öffentlicher Verkehrsraum

Indes blieb die Anlage rein juristisch nichts als öffentlicher Verkehrsraum. Nun soll nachgeholt werden, was eigentlich schon 1963 nötig gewesen wäre. Am 10. Februar werden die Stadtverordneten darüber abstimmen, ob sie, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, das Ehrenmal zu einer „öffentlichen Einrichtung“ machen. Diese soll dem Zweck gewidmet werden, dass sie „den Einwohnerinnen und Einwohnern in der Kreisstadt Olpe als Gedenkort an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Widmungszweck)“ dient. „Die öffentliche Einrichtung dient bereits seit Jahrzehnten den Einwohnerinnen und Einwohnern in der Kreisstadt Olpe als Gedenkort an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“, so die Verwaltung weiter. „Die Würde des Ortes im Zentrum des Bombenangriffs vom 28. 3. 1945 mit dem Verlust von zahlreichen Menschenleben erfordert eine entsprechende Reglementierung. Um den bedeutenden Gedenkort aus politischen Auseinandersetzungen jeglicher Art herauszuhalten, soll darüber hinaus bestimmt werden, dass Versammlungen politischer Parteien oder politischer Gruppierungen an dem Ort unzulässig sind. Die Unzulässigkeit schließt Kranzniederlegungen oder vergleichbare Handlungen mit aus.“

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