„Konfetti“ in Olpe

Unterstützung für Familien in schwierigen Zeiten

Mütter, die ein Kind mit Behinderung zur Welt bringen, oder Alleinerziehende mit Unterstützungsbedarf - im Kinder- und Familienbüro "Konfetti" finden alle ein offenes Ohr.

Mütter, die ein Kind mit Behinderung zur Welt bringen, oder Alleinerziehende mit Unterstützungsbedarf - im Kinder- und Familienbüro "Konfetti" finden alle ein offenes Ohr.

yve Olpe. Kinder strahlen auf Fotoleinwänden um die Wette, bunte Wimpelketten baumeln unter der Decke, beschrieben mit Mut machenden Worten. Eine kunterbunte Decke liegt auf dem Tisch, in einer Ecke stehen bequeme Sitzmöbel. Es ist einladend im Kinderbüro „Konfetti“ in Olpe. Wer hier herkommt, soll sich willkommen fühlen, sofort aufgenommen. Hier haben Sozialarbeiterin Heike Hesse sowie Erzieherin und Kinderschutzfachkraft Stephanie Krämer ihr zweites Zuhause. Sie arbeiten ganz nah am Menschen und schließen eine Lücke im Spektrum der Unterstützungsangebote. Sie begleiten Eltern, die ein Kind mit Behinderung erwarten oder haben und die bei unklaren ärztlichen Diagnosen nicht wissen, was auf sie zukommen könnte. Die Frauen helfen auch Angehörigen, die ihre Familie nicht alleine durch eine schwierigen Zeit gehen lassen möchten, und alleinerziehenden Müttern und Vätern. Heike Hesse und Stephanie Krämer zeigen ferner (werdenden) Eltern mit Behinderungen oder ohne gesicherte Lebensumstände Wege für die Zukunft auf. „Schritt für Schritt, wir gehen mit!“, versprechen die „Konfetti“-Mitarbeiterinnen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Selbstbestimmtes Leben im Vordergrund

„Das Kinderbüro ist unser jüngstes Kind.“ Damit meint Susanne Schötz das Lebenshilfe-Center in Olpe. Sie leitet die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle, in der unterschiedliche ambulante Angebote für Menschen mit Behinderung und ihre Familien offeriert werden. Im Vordergrund steht das selbstbestimmte Leben und die uneingeschränkte Teilhabe an einer Gesellschaft, die in der Vielfalt ihren Reichtum sieht.

Keine Konkurrenz zur Hebamme

„Wir verstehen unsere Arbeit als ergänzendes Angebot“, so Stephanie Krämer. „Keinesfalls sehen wir uns als Konkurrenz zu anderen Beteiligten wie zum Beispiel zur Hebamme. Vielmehr möchten wir Bindeglied sein.“ Susanne Schötz weiß: „Unsere Klientel fällt häufig durchs Raster.“ Das seien nicht nur Paare, die ein Kind mit Down-Syndrom erwarten oder haben. Manchmal bereitete schon die Grenze zur Lernbehinderung Alltagsprobleme. Andere Beeinträchtigungen könnten vor oder unmittelbar nach der Geburt noch gar nicht diagnostiziert werden – ob frühkindlicher Autismus, ADHS oder FAS, das Fetale Alkoholsyndrom. „Es gibt viele Unterstützungangebote“, so Heike Hesse. Viele seien überfordert, die richtigen Ansprechpartner zu finden. „Wir leiten durch diesen Dschungel.“ Susanne Schötz ergänzt: „Wir arbeiten systemisch.“ Der Mensch lebe in Systemen und interagiere in diesen. „Für jedes möchten wir eigene Lösungen finden.“ Diese Form von Beratung rege deshalb Entwicklungsprozesse an, in denen die Ratsuchenden ihre Ressourcen aktivieren und möglichst eigenverantwortlich zu Lösungen gelangen könnten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein buntes Leben

„Auch individuelle Hilfe ist wichtig“, untermauert Heike Hesse. „Was braucht jetzt gerade diese Mutter, dieser Vater oder diese Familie?“ Die Geburt eines Kindes stelle immer eine Ausnahmesituation dar, aber insbesondere dann, wenn etwas nicht normal laufe. Wenn plötzlich alles anders sei. Heike Hesse und Stephanie Krämer kennen die Verunsicherung von Eltern. Oft sei da ein Tunnelblick, erzählt die Sozialarbeiterin. „Den möchten wir weiten.“ Entscheidung für oder gegen eine Geburt werden im Kinderbüro nicht abgenommen, vielmehr wird aufgezeigt, wie bunt und vielfältig das Leben mit einem behinderten Kind sein kann – trotzt aller Hürden und Herausforderungen, die gemeistert werden müssen.

Anonyme Beratung

„Wir sind für die Menschen da, wir unterstützen sie“, so Heike Hesse, die mit ihrer Kollegin auf Wunsch auch im häuslichen Umfeld der Klienten nach Lösungsstrategien sucht. Und niemand brauche einen Besuch bei „Konfetti“ zu scheuen. „Hier ist alles vollkommen unkompliziert“, versichert Susanne Schötz. „Anonym, diskret und niederschwellig.“ Das Kinderbüro über dem Lebenshilfe-Center in Olpe im Haus Franziskanerstraße 10 ist Anlaufstelle für Hilfesuchende schwerpunktmäßig aus dem Kreis Olpe. „Wir bedienen aber auch die angrenzenden Kreise“, so Susanne Schötz. Heike Hesse ist unter Tel. 01 77/2 16 86 97 und Stephanie Krämer unter Tel. 01 51/18 03 47 29 zu erreichen, E-Mail: kinderbuero.konfetti@lebenshilfe-nrw.de.

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken