Sammelstelle in Hünsborn

"Land schafft Verbindung" hilft Hochwasser-Opfern

Vollkommen überwältigt waren die LSV-Bauern auf das Echo ihrer Sammelaktion in Hünsborn. Das Spendenvolumen hätte einen kompletten Sattelschlepper füllen können und wurde sofort nach Lohmar gebracht.

Vollkommen überwältigt waren die LSV-Bauern auf das Echo ihrer Sammelaktion in Hünsborn. Das Spendenvolumen hätte einen kompletten Sattelschlepper füllen können und wurde sofort nach Lohmar gebracht.

win Hünsborn/Drolshagen. Eigentlich hatten sich Landwirte aus ganz Deutschland mal im Netzwerk „Land schafft Verbindung“ (LSV) zusammengeschlossen, um gemeinsam zu protestieren: gegen immer mehr Bürokratie, gegen bauernfeindliche Politik, gegen sachkenntnisfreie Gesetze und Vorgaben. Doch am Wochenende wurde aus dem Protestnetzwerk ein Hilfsprojekt. Wie berichtet, hatten Landwirte aus den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten in der Eifel ihre Kolleginnen und Kollegen informiert und berichtet, welche Hilfsgüter akut benötigt würden. In Hünsborn hatten die LSV-Bauern eine Sammelstelle errichtet. Bernd Eichert aus Bebbingen, einer der Initiatoren, zeigt sich überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger. „Wir hätten einen kompletten Sattelzug füllen können“, so der Nebenerwerbs-Biobauer.

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Rund 400 Spender geben Sachen für Hochwasser-Opfer ab

Allerdings seien die Spenden aus logistischen Gründen auf Kleintransporter mit Anhängern verteilt und noch am späten Abend nach Lohmar gefahren worden, verstärkt durch einen ähnlichen Hilfs-Treck aus dem nördlichen Kreis Olpe. „Wir waren total perplex. Wir hatten mit vielleicht zwei oder drei Anhängerladungen gerechnet, aber nicht damit.“ Rund 400 Spender seien gekommen und hätten zum Teil eigens neu gekaufte Waren abgegeben, Bettwäsche etwa, Schlafsäcke oder auch Zahnbürsten: „Die waren an einigen Stellen in der Gemeinde Wenden ausverkauft.“ Bei den LSV-Freunden in Lohmar seien die Waren grob vorsortiert und dann weiterverteilt worden: koordinierte Hilfe, die auf kurzen Dienstwegen ankommt. Doch es geht weiter. „Wir sind jetzt dabei, zu koordinieren was an Futter fehlt“, so Eichert. Dabei kommt nun aber auch der politische Hintergrund von LSV wieder in Aktion. So regt der Verbund bei der Politik an, ausnahmsweise das „Greening“ genannte Bepflanzen mit stickstoffbindenden Pflanzen vor der Winterpause diesmal so auszulegen, dass die Pflanzen nicht auf dem Feld bleiben, sondern ausnahmsweise als zusätzliche Futterquelle genutzt werden darf.

Auch der Bundesverband deutscher Milchviehhalter macht mit

Auch ein weiterer Landwirteverbund war sofort mit dabei: Der Bundesverband deutscher Milchviehhalter. Vorstandsmitglied Michael Alterauge aus Drolshagen half aus seinem Urlaub heraus bei der Koordinierung, aus seinem Betrieb fuhren Mitarbeiter mit Pumpen und anderem Werkzeug ins Krisengebiet, um bei befreundeten Unternehmen zu helfen, und ein Aufruf des BDM knüpfte am Freitag Verbindungen zwischen Hilfe bietenden und Hilfe suchenden Landwirten. BDM-Mitglieder aus Euskirchen, dem Eifelkreis, der Vulkaneifel und dem Kreis Ahrweiler fungierten als Anlaufstellen, um zielgerichtet Hilfe dorthin zu lenken, wo sie benötigt wurde, und hier war das Echo so groß, dass schon am Samstag hieß: „Wir sind überwältigt von der Vielzahl der Hilfsangebote aus ganz Deutschland. Diese wurden und werden von den Ansprechpartnern, die wir gestern angegeben haben, koordiniert. Damit nun auch die Aufräumarbeiten vor Ort kontinuierlich fortgesetzt werden können und die Hilfsangebote differenziert ankommen können, aber auch mal durchgeschnauft werden kann, bitten wir euch darum, die Ansprechpartner nicht mehr zu kontaktieren.“ Stattdessen sollen weitere Hilfsangebote nun an die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aufgelisteten Stellen, das DRK in der Städteregion Aachen und die Kreisverwaltung Ahrweiler gegeben werden.

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Drolshagener Firma Sauerlandgruß-Reisen startet Hilfsaktion

Vollkommen überwältigend auch das Echo auf die gemeinsame Hilfsaktion der Drolshagener Firma Sauerlandgruß-Reisen mit ihrer Schwesterfirma Heuel Logistics aus Meinerzhagen. Am Standort von Sauerlandgruß im Industriegebiet Sengenau wurden am Freitagabend so viele Spenden angeliefert, dass die Annahme samstagmorgens gar nicht mehr geöffnet wurde. Was ein Lastzug werden sollte, wurden fünf. Die Spender sorgten auf den Zufahrtstraßen für lange Staus. „Niemals hätten wir mit so einer Masse an Gütern gerechnet. Wir freuen uns, mit Ihrer Hilfe einen kleinen Beitrag zum Wiederaufbau der Existenzen zu leisten“, dankt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite den zahlreichen Spenderinnen und Spendern. Heuel fuhr die gesammelten Güter zum Nürburgring, wo eine Abgabestelle hergerichtet worden war.

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