"Schließung war nach jetzigem Stand ein Fehler"

Bernd Eichert, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Wenden, bittet für die Schließung der Grundschule in Ottfingen um Entschuldigung.

Bernd Eichert, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Wenden, bittet für die Schließung der Grundschule in Ottfingen um Entschuldigung.

hobö Bebbingen/Ottfingen/Wenden. In eher unerwartet klarer Form bezieht Bernd Eichert Stellung. Der in Bebbingen lebende Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Wenden stellt am Mittwoch im Gespräch mit der SZ unumwunden klar: „Die Schließung der Grundschule in Ottfingen war nach jetzigem Stand ein Fehler – und ich möchte mich namens der CDU in der Gemeinde Wenden dafür entschuldigen.“

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Damit reagiert Eichert im Grunde auf den offenen Brief der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO), der in der vergangenen Woche an den Bürgermeister der Gemeinde, Bernd Clemens, gerichtet wurde (die SZ berichtete). Hierin fordert die Nachfolgeorganisation der „Dorf-Initiative Grundschule Ottfingen“ (DIGO) das Eingeständnis, dass die Schließung der Grundschule in Ottfingen ein Fehler gewesen sei. Erst mit einer solchen Reaktion sei eine Befriedung zu erreichen, so ZWO. Bekanntlich wurde der Teilstandort Ottfingen des Grundschulverbunds Wendener Land im Jahr 2016 geschlossen, nachdem Bürgermeister Bernd Clemens dies beantragt und der Gemeinderat nach hitzigen, langwierigen Diskussionen mit 24:8-Stimmen beschlossen hatte.

An Schulen besteht Raumnot

Inzwischen ist klar geworden, dass an den Grundschulen Gerlingen und Hünsborn sowie am Grundschulverbund „Wendener Land“ mit Stammschule in Wenden und Teilstandort in Rothemühle Raumnot besteht. Mit insgesamt rund 10 Millionen Euro an Investitionen möchte die Gemeinde nun zusätzlichen Raum an diesen Standorten schaffen. Dies riss selbstredend die „alten Wunden“ in Ottfingen auf. Und nach Ansicht des Vorsitzenden der CDU im Wendener Land, Bernd Eichert, „wird es höchste Zeit, dass wir als CDU Farbe bekennen. Ich mache das als CDU-Chef und will Verantwortung übernehmen.“

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Niederlage der Kommunalwahl analysiert

Bereits im Juni habe sich der Vorstand des CDU-Gemeindeverbands sowie der CDU-Fraktion im Wendener Gemeinderat getroffen, um die Niederlage bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst zu analysieren. Dabei hat die CDU bekanntlich derartige Verluste hinnehmen müssen, dass die drei einstigen Oppositionsparteien im Wendener Rat zum ersten Mal in der Geschichte zusammen mehr Stimmen haben als die Christdemokraten. „Für uns ist rausgekommen, dass die Schulschließung in Ottfingen hauptverantwortlich für die Wahlniederlage ist“, so Eichert. Seinerzeit sei die Diskussion über die Zukunft der Grundschule in Ottfingen so emotional ausgeufert, dass eine zielführende Debatte oft nicht mehr möglich gewesen sei. Da fehlte gegenseitiges Vertrauen. Man hätte aber unter anderem die Zahlen in dem Schulentwicklungsplan „gegenchecken müssen“. Dies sei nach heutigem Erkenntnisstand nicht erfolgt.

Handreichung für Ottfinger Bürger

Die Entschuldigung sieht Bernd Eichert als Handreichung an die Ottfinger Bürger. Die ZWO hat in dem offenen Brief ebenfalls davon gesprochen, die Hand zu reichen, sollte ein Fehlereingeständnis seitens der verantwortlichen Personen erfolgen.

"Für uns ist rausgekommen, dass die Schulschließung in Ottfingen hauptverantwortlich für die Wahlniederlage ist." Bernd Eichert CDU-Vorsitzender
Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands betont im Gespräch mit der SZ, dass „die Gemeindeverwaltung mehr denn je verpflichtet ist, den Entscheidungsträgern die richtigen Zahlen an die Hand zu geben.“ Denn es stünden sehr wichtige, weitreichende und folgenschwere Entscheidungen ins Haus. Da müssten sich die Politiker auf die Zahlen aus dem Rathaus verlassen können.

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