Verschollen geglaubter Pflaumenbaum im Garten?

Dem „Hünsborner Kornprümchen“ auf der Spur

Der Baum von SZ-Leser Helmut Eicher: Ob es sich um ein „Hünsborner Kornprümchen“ handelt, lässt sich erst nach der Fruchtreife klären.

Der Baum von SZ-Leser Helmut Eicher: Ob es sich um ein „Hünsborner Kornprümchen“ handelt, lässt sich erst nach der Fruchtreife klären.

win Hünsborn/Lüdenscheid. Obwohl ein genaues Ergebnis erst im Sommer folgen kann, darf der Aufruf des Naturschutzzentrums des Märkischen Kreises auf der Suche nach dem verschollenen „Hünsborner Kornprümchen“ schon jetzt als Erfolg gelten. Wie Volker Knipp vom Lüdenscheider Naturschutzzentrum der SZ berichtete, habe er bereits vier vielversprechende Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern aus Schönau, Ottfingen und Hünsborn erhalten, die nachweislich Ableger des „Hünsborner Kornprümchens“, eines als verschollen geglaubten ortstypischen Pflaumenbaums, in ihrem Garten hätten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Fällung nach Suchmeldung ausgesetzt

So berichtet SZ-Leser Helmut Eicher aus Ottfingen: „Auf unserem weitläufigen Grundstück befindet sich vielleicht noch die von Ihnen gesuchte, alte und spätreifende Pflaumensorte. Von unseren Eltern wurden diese kleinwüchsigen Früchte wegen ihrer starken Färbung ins Blau-Rote ,Blutpflaumen’ genannt. Sie werden tatsächlich erst spät reif, sind mäßig süß und lassen nicht leicht vom Stein. Unser Baum ist ein ,Wildgewächs’, das sich an unserer Kompostieranlage ,selbst’ gepflanzt hat – in ihm lebt ein alter Pflaumenbaum weiter, der vor Jahrzehnten unserer Hauserweiterung weichen musste. Da er einen vor Jahren gepflanzten Apfelbaum zunehmend beschattet, sollte er teilweise gefällt werden.“ Aufgrund der Suchmeldung will er nun das Fällen aussetzen, auch wenn ein Rückschnitt zwecks Auslichtung dringend notwendig sei.

Bestimmung anhand der Fruchtsteine

Knipp: „Einer der Anrufer teilte mir auch mit, dass er noch eingekochte Früchte der Sorte mitsamt Fruchtsteinen in seinem Keller hat.“ Er werde in den nächsten Wochen versuchen, bei dreien der „Sortenmelder“ unter dem Baum liegende Fruchtsteine der Pflaume zur Bestimmung einzusammeln. „Die Kirsch- und Pflaumenexpertin Frau Dr. Annette Braun-Lüllemann kann mir anhand der Fruchtsteine sagen, ob es sich bei dem ,Hünsborner Kornprümchen’ um eine ihr bekannte Pflaumensorte handelt, die möglicherweise in der Umgebung von Wenden unter einem lokalen Namen weiter kultiviert wurde“ oder es tatsächlich eine rein lokale Sorte ist.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Verwechslung leicht möglich

Die Anrufer und Mail-Schreiber, welche anhand der Beschreibung im Sortenaufruf nur vermuten, dass sie das „Hünsborner Kornprümchen“ im Garten haben, werde er erst bei Reife der Früchte aufsuchen, da die so genannte Kirschpflaume oder Myrobalane ebenfalls kleine, runde und nicht steinlösende rot-blaue Früchte entwickeln könne und hier leicht eine Verwechslung möglich sei. Knipp erklärte, er sei mit dem Rücklauf sehr zufrieden „und bin mir sicher, dass das Rätsel um das ,Hünsborner Kornprümchen’ im Laufe des Jahres gelüftet wird, vorausgesetzt, es gibt in 2021 keinen Ernteausfall durch einen Kälteeinbruch während der Obstblüte“.

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken