Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser

Hof in Bühl beeindruckt

Im Hähnchenstall des Biohofs Ohrndorf machte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser auch Bekanntschaft mit ein paar Ziegen: Diese zuverlässigen Wächter sorgen dafür, dass sich keine Habichte am Geflügel vergreifen.

Im Hähnchenstall des Biohofs Ohrndorf machte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser auch Bekanntschaft mit ein paar Ziegen: Diese zuverlässigen Wächter sorgen dafür, dass sich keine Habichte am Geflügel vergreifen.

js Bühl. „Das ist der Weg der Zukunft für die Landwirtschaft.“ Ursula Heinen-Esser (CDU) zeigte sich am Donnerstagabend beeindruckt von der letzten Station ihrer langen Dienstreise quer durchs Land. Die NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz war nach Bühl gekommen, wo sie im Endspurt des Kommunalwahlkampfs mit Parteifreunden hinter die Kulissen des Biohofs Ohrndorf blickte. „Wir müssen stärker in die regionale Vermarktung gehen.“ Das sei auch ein wichtiges Thema bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes. Es mache wenig Sinn, die Lebensmittel durch die Hälfte der Republik zu transportieren.Neben der Digitalisierung sei die Regionalisierung daher das zweite „Riesen-Standbein“ für die Landwirtschaft von morgen. „Es wird nicht leichter, die politischen Rahmensetzung zu gestalten.“

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Familie Ohrndorf gestaltete den Hof nach und nach um

Das Konzept, mit der Familie Ohrndorf den Hof umgestaltet hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten, kam an bei der Ministerin. Frank und Elke Ohrndorf haben einen lange Zeit konventionellen Milchviehbetrieb in einen Vorzeige-Biohof verwandelt. Die Zeiten, in denen der Landwirt den Betrieb im Nebenerwerb stemmen konnte, sind längst passé. Mit jeder Erweiterung, zumeist in Eigenleistung vollbracht, blieb Frank Ohrndorf weniger Zeit für den eigentlichen Hauptjob. Fast drei Jahrzehnte lang hatte er beim landwirtschaftlichen Betriebsdienst gearbeitet, lernte auf diese Weise Land, Leute und vor allem Bauernhöfe kennen. All das ließ sich eines Tages nicht mehr unter einen Hut bringen. Die Ohrndorfs setzten ab 2016 wieder auf den Vollerwerbsbetrieb an der Bühler Straße, der seit 2007 auf „Bio“ umschaltete.

Biohof setzt auf Direktvermarktung

Zum Milchviehbestand kamen Hühner und Hähnchen dazu. Die Stallungen wuchsen mit und die Landwirte an den Herausforderungen. Inzwischen verfügt der Hof über 74 Hektar Land, 30 Mutterkühe mit Nachzucht (insgesamt 56 Rinder), 2000 Hühner und 750 Masthähnchen pro Jahr. Schon lange setzen die Ohrndorfs auf Direktvermarktung, sie beliefern eine Handvoll Supermärkte und verkauften ihre Bio-Ware bis vor einem Jahr auch an der Haustür. Im September 2019 eröffneten sie ihren Hofladen, der in zwei Jahren emsiger Eigenleistung in zwei ehemaligen Futtersilos geschaffen wurde und der an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung steht – da kein Verkaufspersonal benötigt wird. „Die Leute nehmen es an“, berichtete Elke Ohrndorf. „Wir können keine großen Sprünge machen, aber wir leben von unserem Hof“, freute sich Frank Ohrndorf im Gespräch mit der Ministerin. In den vergangenen Jahren sei Futterzukauf nötig geworden, Probleme bereiteten Wildschweine und die Trockenheit. Stolz ist der Landwirt darauf, dass der Hof ein echter Familienbetrieb mit Zukunftsaussichten ist. Denn mit Manuel und Anna packen längst auch schon die beiden erwachsenen Kinder mit an. Sie und ein paar Freunde gehören zum Team, Angestellte hat der Biohof nicht.

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