Neue Projekte trotz Corona in Planung

Kein Stillstand im Technikmuseum Freudenberg

Hans-Jürgen Klappert (l.) und Alexander Fischbach sind zuversichtlich, schon bald wieder Besucher im Technikmuseum empfangen zu dürfen.

Hans-Jürgen Klappert (l.) und Alexander Fischbach sind zuversichtlich, schon bald wieder Besucher im Technikmuseum empfangen zu dürfen.

kay Freudenberg. Normalerweise sind Jubiläen etwas Schönes, ein Anlass zum Feiern. Nicht so für das Technikmuseum Freudenberg. Denn seit ziemlich genau einem Jahr sind die Pforten des über die Grenzen der Region bekannten Museums geschlossen. Die Corona-Pandemie hat auch hier voll zugeschlagen. Zwei Wochen bevor eine Schließung behördlich angeordnet wurde, entschloss sich der Vorstand des Museums, kein Risiko einzugehen und ging diesen bitteren und aus heutiger Sicht besonnenen Weg. Ausgerechnet in einer Zeit, in der eine sehr erfolgreiche Sonderausstellung mit dem Thema „Filmautos“ präsentiert wurde und sich Menschenmassen dicht gedrängt durch die Räumlichkeiten des Museums schoben – eine wichtige Einnahmequelle für den Trägerverein ging verloren. Dass das Museum über ein Jahr geschlossen bleiben sollte, ahnte damals noch niemand.

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Corona macht auch dem Technikmuseum Freudenberg zu schaffen

„Wie bei zahlreichen anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schließungen und Lockdown-Maßnahmen auch beim Trägerverein des Technikmuseums deutliche Spuren hinterlassen. Das Museum finanziert sich nahezu ausschließlich aus den Einnahmen durch Eintrittsgelder und durch die Bewirtung im Museumscafé oder bei Veranstaltungen wie Schmiedefesten oder Oldtimertreffen“, erklärte Alexander Fischbach, der Pressesprecher des Museums. Allein mit den Beiträgen der rund 200 Vereinsmitglieder und der Unterstützung durch einige Sponsoren könne man langfristig nicht bestehen – zumindest nicht, wenn die Qualität dauerhaft hoch bleiben solle, fügte Fischbach hinzu. „Eine kontinuierliche Bezuschussung der öffentlichen Hand von Stadt und Kreis gibt es nicht. Dass das Museum auch heute, ein Jahr nach der Schließung, wirtschaftlich noch bestehen kann, liegt vor allem an den mühsam über Jahre aufgebauten Rücklagen in Höhe von 70.000 Euro und unserem guten Haushalten in den vergangenen Jahre,“ erläuterte Hans-Jürgen Klappert, Vorstandsmitglied des Trägervereins, im SZ-Gespräch. Diese mühevoll angesammelten Rücklagen, die ursprünglich für Instandhaltungsmaßnahmen und Investitionen in die Zukunft eingeplant waren, seien nun aber nahezu aufgebraucht.

Technikmuseum Freudenberg auf mögliche Öffnung vorbereitet

Auch wenn in Sachen Besucher totaler Stillstand herrscht, so wollen und müssen die Aktiven des Technikmuseums Freudenberg schnellstmöglich einen Neustart wagen. Hierzu werden derzeit alle Register gezogen, um die erforderlichen Hygienemaßnahmen umzusetzen. Alexander Fischbach ist optimistisch, dass es in absehbarer Zeit wieder losgehen kann: „Wir sind vorbereitet. Sobald es behördlich erlaubt ist, werden wir die Türen für unsere Besucher wieder öffnen“. Das vergangene, von der Pandemie geprägte Jahr war für die Aktiven des Museums kein Anlass, in Schockstarre zu verfallen – ganz im Gegenteil. Die Zeit wurde genutzt, um Neuerungen umzusetzen oder zukünftige Projekte anzustoßen. Dazu gehört eine Jahrzehnte alte, handgefertigte Modellbaukirmes, die in unzähligen Arbeitsstunden wieder instand gesetzt wurde und auf die Besucher wartet. Sämtliche Ausstellungsbereiche werden derzeit neu geordnet.

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Neue Ausstellung in Planung

Ein echtes Plus sind ab der Museumssaison 2021 die neuen digitalen Touchscreen-basierten Infopunkte. Hier können sich die Besucher noch besser und vor allem eigenständig zu den Ausstellungsbereichen und über das Museum informieren. Darüber hinaus befindet sich eine neue Dauerausstellung, die sich aus mehreren Blickwinkeln mit der hiesigen Technikgeschichte auseinandersetzen soll, in der konkreten Planung. Hier spielen die Historie der Stahlhämmer und die Leim-, Leder- und Filzindustrie die tragenden Rollen. Die geschätzten Kosten hierfür belaufen sich auf rund 360.000 Euro. Eine 90-prozentige Förderung im Rahmen des Landesprogramms „Heimatzeugnis“ kann die Realisierung möglich machen. Gespräche mit dem Regierungspräsidenten seien diesbezüglich positiv verlaufen und gäben Anlass zur Hoffnung, erklärte Hans-Jürgen Klappert.

Infos auf dem Youtube-Kanal

Der Blick der Museumsverantwortlichen ist also nach vorne gerichtet – man zeigt sich hoffnungsvoll. Interessierte können sich vorab, so lange die Pforten noch geschlossen sind, über den neuen Youtube-Kanal des Technikmuseums Einblicke in die Vielfalt des Hauses verschaffen.

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