Ob Windräder oder Gewerbegebiete

Naturschützer kritisieren Regionalplan

Wolfgang Stock vom BUND Altenkirchen und Jennifer Wachsmuth vom Verein Augen auf Freudenberg-Büschergrund plädieren für eine Aufwertung des Siedlungsraums und gegen neue Gewerbegebiete wie das geplante am Ischeroth.

Wolfgang Stock vom BUND Altenkirchen und Jennifer Wachsmuth vom Verein Augen auf Freudenberg-Büschergrund plädieren für eine Aufwertung des Siedlungsraums und gegen neue Gewerbegebiete wie das geplante am Ischeroth.

sz/nja Freudenberg/Kreuztal. Angesichts der verschneiten Landschaft der vergangenen Tage muss man schon den Kalender im Blick behalten, um nicht aus den Augen zu verlieren: Bis Juli ist es gar nicht mehr so lange. Bis zum 30. Juni nämlich ist (nur noch) Zeit, offiziell Bedenken gegen den Entwurf des Regionalplans für den Regierungsbezirk Arnsberg zu äußern (die SZ berichtete). Nach der Osterpause dürften die zigtausend Seiten landauf, landab in den politischen Gremien in den Fokus rücken. Ob Windräder, Gewerbegebiete oder Siedlungsbereiche – es verbirgt sich viel Streitpotenzial in dem Papier. Darauf machen derweil auch Umweltverbände und Vereine aufmerksam – und rufen die Bürger dazu auf, sich im Verfahren zu Wort zu melden.

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Die Naturschutzinitiative (NI) z. B. blickt besorgt nach Kreuztal. Das „geplante Zupflastern“ des symbolträchtigen Kindelsbergs mit bis zu 250 m hohen Windrädern könne „offenbar nur noch durch eine auf die Politiker Eindruck machende Vielzahl von Einwendungen der betroffenen Einwohner verhindert werden“. Dass auf rund 30 ha Fläche laut Entwurf drei bis fünf solcher Windkraftanlagen errichtet und betrieben werden könnten, sei nur ein Beispiel dafür, „wie die Arnsberger Regionalplanung ohne jede Rücksicht auf den Natur- und Artenschutz sowie die mit den Bürgern vor Ort diskutierten kommunalen Planungen“ vorgehe.

Durch neue Industriegebiete nicht automatisch neue Jobs

Jenseits der Kreuztaler Stadtgrenze formiert sich derweil Widerstand gegen neue Industrie- und Gewerbegebiete generell – und ganz konkret gegen ein solches auf dem Ischeroth – Stichwort „Wilhelmshöhe-Nord“. Der Verein „Augen auf“ Freudenberg-Büschergrund wird dabei vom Bund für Umwelt und Naturschutz der Kreise Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen unterstützt. Ja, Kommunen seien auf Gewerbesteuereinnahmen angewiesen, räumt das Trio in einer Mitteilung ein: „Aber nicht um jeden Preis. Wir sehen unsere Befürchtung bestätigt, dass der Flächenfraß, d. h. eine immer gravierendere Inanspruchnahme intakter und schützenswerter Natur, ungehindert weiter geht.“

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Es fehlten „Augenmaß, Sachverstand und Verantwortung“. Häufig werde der Eindruck erweckt, „als würden neue Gewerbeflächen automatisch auch entsprechend viele Arbeitsplätze und Gewerbesteuern bedeuten. Hier wären konkrete Nachweise zu fordern und offenzulegen“, so Jennifer Wachsmuth, Vorsitzende von „Augen auf“. Kritisiert werden „gravierende Eingriffe in die Biodiversität, Schäden durch Emissionen, der unwiederbringliche Verlust von lebenswichtiger Natur und damit ein Verlust von Lebensqualität bis in die nächsten Generationen hinein“. Flächensparen müsse für Kommunen vielmehr das übergeordnete Ziel sein – „und die Sicherung und Aufwertung des Siedlungsbestands Vorrang vor der weiteren Ausdehnung des Siedlungsraums haben“.

"Ja zu Mensch und Natur – Nein zu Gewerbegebieten"

Wolle man in der interkommunalen Konkurrenz um Einwohner und Jobs mithalten, müsse für eine hohe Gestaltungsqualität von Wohn-, Misch- und Gewerbegebieten gesorgt werden. Vorgeschlagen wird, zentrumsnah „komfortablen, ökologischen und seniorengerechten Wohnraum zu schaffen“. Viele Ältere könnten dann im Gegenzug zu groß gewordene Häuser „im Grünen“ für junge Familien freigeben. Ihr plakatives „Ja zu Mensch und Natur – Nein zu neuen Gewerbegebieten“ stützen BUND und Verein auch auf das Grundgesetz, Artikel 20 a. Darin geht es um die Verantwortung des Staates für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen auch künftiger Generationen und der Tiere.

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