Bis auf Weiteres

Die Telefonzelle: Ein Nachruf

Jetzt heißt es Abschied nehmen von den Telefonzellen, die unseren Redakteur durch seine Jugend und sein junges Erwachsenenleben begleitet haben.

Jetzt heißt es Abschied nehmen von den Telefonzellen, die unseren Redakteur durch seine Jugend und sein junges Erwachsenenleben begleitet haben.

Siegen. Schlange stehen, das kennen die Deutschen nur vom Büfett – und von der Telefonzelle. Doch vor der Telefonzelle anstehen, das kennen nur noch die Älteren. Mich hat es durch meine ganze Jugend und mein frühes Erwachsensein begleitet.

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Der Klassiker: Auf dem Rückweg von der Jugendfreizeit wurde der Rasthof Wetterau angefahren, mit dem Hinweis des Gruppenleiters, doch jetzt „eben mal“ zu Hause anzurufen, um mitzuteilen, dass man in rund 90 Minuten ankomme. Im Vorfeld der Freizeit wurden schon Telefonketten verabredet, damit nicht jeder Teilnehmer anrufen musste. Doch immer wenn ich zur Gruppe gehörte, die dort anhielt, gab es auch noch eine zweite Gruppe, die bereits die drei oder vier Telefonzellen blockierte.

Später beim Bund das gleiche Spiel: drei Telefonzellen – und davor gut 30 Soldaten, die geduldig darauf warteten, an die Reihe zu kommen. Damals kostete die Einheit 30 Pfennig, doch damit kam man bei einem Gespräch von der Küste ins Siegerland nicht weit. Da wanderte so mancher Heiermann in den Apparat.

Manche dieser Münzen fielen gleich durch. Vor dem erneuten Einwerfen wurde die Münze dann kräftig am Metall des Fernsprechers gerieben. Wer ist denn wohl zuerst auf die Idee gekommen? Und warum haben wir das alle nachgemacht?

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Später gab es dann noch eine Zeit, da ließen sich die öffentlichen Telefone nur mit Telefonkarten bedienen – und diese Karten wurden auch gleich zur Sammelware. Lange hat‘s nicht gedauert, dann konnte man auch wieder Münzen einwerfen. Irgendwann verschwanden auch die Telefonbücher aus den Zellen, die mit den Jahren immer zugiger wurden, da Türen und Seitenwände ebenfalls nicht mehr existierten.

Die letzte Telefonzelle, die noch genutzt wurde und an die ich mich erinnere, stand neben dem Jugendwaldheim auf dem Giller. Da viele der jungen Lehrgangsteilnehmer kein Mobiltelefon hatten, gab es dort auch immer mal wieder kurze Schlangen. Diese Zelle muss übrigens nicht abgebaut werden, wenn nun die letzten ihrer Art verschwinden, sie ist jemandem zum Opfer gefallen, der einen illegalen Böller hineingeworfen hat.

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