Nachruf

Spitzenkoch und gastronomisches Aushängeschild: Hilchenbach trauert um Erich W. Steuber

Hilchenbach. Er war das Aushängeschild der Südwestfälischen Gastronomie. Am 24. November verstarb der einstige Spitzenkoch Erich W. Steuber nach längerer Krankheit im Alter von 77 Jahren. Steuber gehörte ab den 80er-Jahren zu den kreativsten deutschen Männern am Herd und holte internationale Kollegen und Kolleginnen in seinen „Siebelnhof“ im Hilchenbacher Stadtteil Vormwald. Seine kulinarischen Events der Spitzenklasse lockten Gäste aus München und Hamburg ins beschauliche Siegerland.

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„Circus Cullinaria“ im Oktober 1986

Unerreicht blieb sein „Circus Cullinaria“ im Oktober 1986. Die internationalen Drei-Sterne-Köche aus Europa waren angereist und lockten 450 Gäste aus der Bundesrepublik zur Siegerlandhalle - in ein extra aufgebautes Zirkuszelt. Alfred Biolek und Catarina Valente moderierten die Nacht der Nächte. Der Gastrojournalist Heidersdorf erinnert sich: „Solch eine Zusammenkunft von Spitzenköchen wie der kürzlich verstorbene Heinz Winkler, die Gebrüder Haeberlin aus dem Elsass, Anton Mosimann aus London oder auch Gualtiero Marchesi aus Mailand hat es danach nie mehr gegeben. Steuber hat mit diesem Event Gastronomiegeschichte geschrieben.“

Viele Verantwortliche erkannten damals den PR-Coup, der Siegen für einen Tag als Zentrum der Spitzengastronomie in die internationalen Medien transferierte.

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Ein Koch für alle Fälle

Zu dieser Zeit hatte auch die Politik in Düsseldorf die Genialität Erich Steubers erkannt. Ob etwa Michail Sergejewitsch Gorbatschow gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau auf dem Rhein herumschipperte oder die verschiedensten Landesminister auf internationalen Messen mit Steuber am Herd agierten und die Kochlöffel schwangen - Steuber war der Koch für alle Fälle. Seine Kreativität blieb unerreicht.

Zuletzt stand Steuber nicht mehr im gastronomischen Lichte. Der Siebelnhof musste Konkurs anmelden. Steuber verschwand von der schillernden Szene der Schönen und der Reichen, für die er mit großer Leidenschaft Jahrzehnte den Kochlöffel geschwungen hatte. Mit seinem Tod verliert die Region einen einst herausragenden Macher.

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