Initiative möchte Heimatverein „DaHeim“ gründen

Dahlbrucher schreiben Volksschule noch nicht ab

„DaHeim“ steht für Dahlbrucher Heimatverein: Dass es ihn noch nicht gibt, liegt einzig und allein an Corona.

„DaHeim“ steht für Dahlbrucher Heimatverein: Dass es ihn noch nicht gibt, liegt einzig und allein an Corona.

js Dahlbruch. Dieses Gebäude könnte so manche Geschichte erzählen – wenn man es denn ließe. Die alte Volksschule in Dahlbruch gehört zu den ausrangierten Immobilien der Stadt Hilchenbach. Dass sie nicht dem Abrissbagger zum Opfer fällt, ist erklärtes Ziel einer Initiative, die längst den weißen Fleck auf der Karte der Heimatvereine gefüllt hätte – wenn dann nicht der allseits bekannte Spielverderber Corona dazwischen gefunkt hätte.

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Ein kleiner Rückblick: Als Nachfolgegebäude des einklassigen Schulhauses von 1784 wurde die Schule 1873 zunächst mit zwei Klassenräumen errichtet, in den Jahren 1906/07 aufgestockt und mit einem Glockenturm versehen. Fortan wurden hier vier Klassen unterrichtet. Von 1965 bis 1970 firmierte sie unter dem Namen „Pestalozzi-Schule“ des Amtes Keppel und der Stadt Hilchenbach. Später wurde sie zum Teil der benachbarten Adolf-Reichwein-Hauptschule, bis diese 2013 die Pforten schloss. In der Flüchtlingskrise, als das Hauptschul-Areal zur Notunterkunft umgewandelt wurde, war sie für gut drei Jahre die von Ehrenamtlern betriebene Kleiderstube „Haus ErnA“ (benannt nach ihrer Lage am Ernst-August-Platz). Auch diese Phase ist seit mehr als einem Jahr vorüber, inzwischen ist die Volksschule vor allem Teil des Gebäudekomplexes, das die Stadt seit Jahren vermarkten möchte. Die Kita „Kuckucksnest“ hatte kurzfristig Interesse, sprang aber wieder ab. Laut Ratsbeschluss soll hier Platz für Wohnraum geschaffen werden.

Corona macht Strich durch Vereinsgründung

Dass auch die Volksschule dafür weichen muss, möchte eine Reihe von Dahlbruchern jetzt verhindern. Ihnen ist daran gelegen, das Gebäude, das im großflächig industriell überbauten Stadtteil noch Identität stiftet, zu retten. Tim Bastian Rücker, der inoffizielle Haus-Archivar des örtlichen Löschzugs, hat wie so manch anderer Dahlbrucher noch einige alte „Schätzchen“ auf Lager, die in einem Heimatmuseum bestens aufgehoben wären. In seinem Vater Thomas, Ortsheimatpfleger Michael Thon, Dieter Hoffmann, Friedrich Wilhelm Kunze, stellv. Bürgermeister Olaf Kemper und anderen fand er interessierte Mitstreiter. Seit September 2019 feilen sie an dem Gedanken, die Geschichte des Ortes zu präsentieren – etwa mit einem Reckhammer-Modell aus dem Lernwerk der „Siemag.“

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Identitätsstiftende Gebäude sind in Dahlbruch eine Seltenheit: Die alte Volksschule (hier ein Bild von 1931) gehört dazu.

Identitätsstiftende Gebäude sind in Dahlbruch eine Seltenheit: Die alte Volksschule (hier ein Bild von 1931) gehört dazu.

Für März 2020 stand die Vereinsgründung an, das Personal war bereit, Logo und Name „DaHeim“ (kurz für Dahlbrucher Heimatverein) waren fertig. Dann kam Corona und drückte auf den Pausenknopf. Sobald die Pandemie es aber zulässt, wird der Verein gegründet. Die Initiative hofft, dass sich ein Investor findet, der das Haus rettet. „Und wenn wir da noch einen oder zwei Räume abbekommen könnten, wäre es ideal“, sagt Thomas Rücker.

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