Auswirkungen auf Bau der Südumgehung?

"Ferndorf-Biber" unter Naturschutz

Im vergangenen Jahr tauchte er im Bereich der Ferndorf erstmals auf, nun hat der europäische Biber seine Visitenkarte in Form von DNA hinterlassen.

Im vergangenen Jahr tauchte er im Bereich der Ferndorf erstmals auf, nun hat der europäische Biber seine Visitenkarte in Form von DNA hinterlassen.

nja Ferndorf. Er hat sich zu erkennen gegeben: Bei dem Biber, dessen Spuren Hans-Dieter Krause im vergangenen Frühjahr am Ferndorfbach im Raum Ferndorf entdeckt hatte und der sodann einem Freund vor die laufende Filmkamera geschwommen war, handelt es sich um einen europäischen Biber, der unter Naturschutz steht. Das bestätigte der Kreis Siegen-Wittgenstein als Untere Naturschutzbehörde auf SZ-Anfrage.

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In einer Falle, so hatte die Redaktion zuvor erfahren, war DNA entdeckt worden. „Dabei handelt es sich um einen kurzen Stacheldraht, an dem Haare des sich nicht unbedingt rasch fortbewegenden Bibers haften geblieben waren“, heißt es aus dem Kreishaus. „Der kurze Draht wurde von einem Planungsbüro im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau angebracht, um DNA-Spuren zu bekommen. Mittlerweile wurde geklärt, dass es sich um ein Tier handelt, das der in Deutschland vorkommenden Population entspricht.“ Die Rede ist von einem „Elbebiber“. Daraus sei aber immer noch nicht abzuleiten, ob das Tier eventuell ausgesetzt worden sei. „Ein individueller Schutz für das Tier besteht nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz.“ Das heißt: Es darf u. a. nicht verletzt oder getötet werden.

Spannend sind Bibersichtungen in der Region generell – in einem Bereich nahe der geplanten Trasse der Kreuztaler Südumgehung aber umso mehr. Dies ist auch der Grund, warum der Landesbetrieb Straßenbau NRW auf Spurensuche ging – und der Kreis nun „in Sachen Biber in ständigem Kontakt“ mit ihm steht. Die Umweltbehörde geht davon aus, dass es sich um ein Einzeltier und nicht um eine Population handelt.

Kreis: Südumgehung wohl nicht tangiert

Was bedeutet die DNA-Analyse für den geplanten Bau der Südumgehung? Eine Antwort des Landesbetriebs gibt es erst in der kommenden Woche – Stichwort Urlaubszeit. Der Kreis wurde schon konkreter: „Eine Auswirkung auf die Planung besteht durch den Fund aus unserer Sicht aktuell nicht.“ Das Tier werde aber auf jeden Fall weiter beobachtet.

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Stacheldraht als DNA-Falle

Hans-Dieter Krause,Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Kreuztal, hört immer wieder von Bekannten, dass der Nager im Bereich des Ferndorfbachs gesichtet wurde, und auch Fraßspuren deuten auf sein agiles Leben hin. Wo genau das Tier sich aufhält, soll aus Gründen des Schutzes nicht preisgegeben werden. „Böse war ich, als ich den Stacheldraht entdeckt habe, den der Gutachter als DNA-Falle gespannt hatte: in 15 bis 17 Zentimetern Höhe vom Boden – in Augenhöhe des Bibers“, zeigt sich der Ferndorfer erzürnt: „Den habe ich vergangene Woche abgerissen. Er stellte eine Gefahr nicht nur für den Biber, sondern auch andere Tiere dort – Reh, Hase, Marder z. B. – dar.“

Krause:  "Bei Talbrücke wird es Probleme geben"

„Eines steht fest“, sagt Wolfgang Weber-Barteit vom heimischen Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der den Nager für eine ökologische Bereicherung hält, die in der Natur viel Positives bewirke: „Der europäische Biber ist streng geschützt. Der Landesbetrieb muss also bei der Planung der Südumgehung dafür sorgen, dass er da unbeschadet rauskommt.“ Hans-Dieter Krause hat dabei insbesondere die Pläne für das Brückenbauwerk der Südumgehung im Ferndorftal im Blick: „Dort wird es Probleme geben!“ Der Ferndorfer Biber sei übrigens die einzige Sichtung im Kreis Siegen-Wittgenstein. Bisher.

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