Eishalle in Netphen

Negatives Ergebnis ist sicher

Das Membrandach über der Eisfläche muss dringend ausgetauscht werden. Die Stadt ist auf der Suche nach einer Förderung, um die Eishalle überhaupt erhalten zu können.

Das Membrandach über der Eisfläche muss dringend ausgetauscht werden. Die Stadt ist auf der Suche nach einer Förderung, um die Eishalle überhaupt erhalten zu können.

sos Netphen. So froh er über den Förderantrag auch sei: „Wir sind nicht überzeugt, dass wir die Halle über Jahre halten können“, eröffnete Christdemokrat Wolfgang Decker die Diskussion um die Eishalle am Freizeitpark in Netphen. Bevor die CDU eine Entscheidung treffen könne, solle die Verwaltung zunächst eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorlegen.

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Offene oder geschlossene Halle

In der Vorlage zur jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses hatte die Verwaltung zwei Hallenversionen skizziert: die geschlossene „Multifunktionale Freizeit- und Erlebnishalle“ und die offene Variante „Beach and Ice 57“ (die SZ berichtete). Sie schlug vor, für beide Hallen einen Antrag auf 90-prozentige Förderung im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“ zu stellen.

Negatives Ergebnis

„Das Ergebnis ist gering negativ“, sagte Stadtplaner Bernd Wiezorek, in Zahlen ausgedrückt seien das etwa 15 000 bis 20 000 Euro im Jahr. „Es darf aber auch nicht positiv sein, sonst bekommen wir keine Förderung.“ Ein Wirtschaftsplan für die geschlossene Halle liege vor, so Wiezorek. Bei der offenen Halle ändere sich grundsätzlich nicht viel, er reiche die Rechnung aber nach.

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"Ganz enge Geschichte"

Ob die Stadt Netphen überhaupt weitere Verluste im Haushalt vertrage, fragte Decker in Richtung des Kämmerers weiter nach. Für die große Lösung müsse die Stadt einen Eigenanteil von 720 000 Euro erbringen, rechnete Hans-Georg Rosemann vor. „Die Halle würde auf rund 40 Jahre abgeschrieben, das sind 18 000 Euro jährlich plus Zinsaufwand von vielleicht 1 Prozent.“ Hinzu kämen die Betriebskosten. „Das gibt eine ganz enge Geschichte“, so Rosemann. Und Wolfgang Decker hakte nach: „Das heißt, wir können uns keine Verluste aus der Halle erlauben, oder?“ Es werde definitiv ein Minus erwirtschaftet, erklärte der Kämmerer erneut. Aber das sei ja auch notwendig für die Förderung.

Schuldenstand darlegen

„Wer die Eishalle nicht will, weil es einen Zuschussbedarf gibt, der muss es jetzt sagen“, fand Manfred Heinz (SPD). Genauso klar müsse die andere Seite Stellung beziehen. Seine Fraktion werde der Antragstellung zustimmen, um mehr gehe es derzeit ja noch nicht. In einer vorherigen Pressemitteilung hatten die Sozialdemokraten bereits mitgeteilt, dass es wichtig sei, „dass die Stadt Ziele und Planungen vorhalte, um zum richtigen Zeitpunkt Zuschüsse beantragen zu können“. Heinz forderte den Kämmerer auf, den Schuldenstand und die jeweilige Fälligkeit der Darlehen aufzuzeigen. „Nur so können wir feststellen, ob wir uns eine Neuverschuldung leisten können.“

Investitionen im Freizeitbad bedenken

Auch beim Freizeitbad nebenan bestehe aufgrund der rund 40 Jahre alten Technik in der nächsten Zeit doch Investitionsbedarf, stellte Alexandra Wunderlich (CDU) in den Raum. „Da bräuchten wir eine Mitteilung drüber.“ Rosemann bestätigte ihre Vermutung: Der Geschäftsführer der FON habe bereits mitgeteilt, dass 2020 größere Investitionen anstünden. Unter anderem müsse die „Uraltpumpanlage“ für geschätzt 160 000 Euro erneuert werden.

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Abwärme sinnvoll nutzen

Im Sinne der Nachhaltigkeit fragte Ekkard Büdenbender (Linke) nach, ob die Abwärme, die während des Betriebs der Eishalle entsteht, nicht zur Erwärmung des Freizeitbades genutzt werden könne. In der Tat habe es solche Gedanken gegeben, erläuterte Wiezorek. Doch die Wege seien dafür zu lang. Es sei aber sicher möglich, die Abwärme der Heizungsanlage der Trampolinhalle zuzuführen. Einstimmig empfahl der Stadtentwicklungsausschuss dem Rat, die Zuschussanträge zu stellen und die Finanzierung des Eigenanteils sicherzustellen.

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