Neues Bauland am Hofgarten

Auch langjährigen Anwohnern drohen KAG-Beiträge

In Grissenbach soll neues Bauland entstehen. Auch Anwohner, die bereits seit Jahren am Hofgarten leben, müssen dann für den Ausbau der Straße KAG-Beiträge zahlen.

In Grissenbach soll neues Bauland entstehen. Auch Anwohner, die bereits seit Jahren am Hofgarten leben, müssen dann für den Ausbau der Straße KAG-Beiträge zahlen.

ihm Grissenbach. Die Dynamik, die sich rund um vier Grissenbacher Bauvorhaben entwickelt hat, überraschte selbst altgediente Stadtverordnete in Netphen. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde jüngst darüber gerätselt, warum denn am Hofgarten alles so schnell gehe mit dem Bauen, während man anderswo jahrelang warten müsse, bis die Bagger kommen können. Wie die SZ berichtete, gehen Anwohner und Naturschutzbund (Nabu) auf die Barrikaden, weil der Straßenausbau des Hofgarten insgesamt fünf Ahornbäume das Leben kosten soll. Allerdings spielen nicht nur die Interessen der Bäume und womöglich auch noch die eines Schmetterlings, nämlich des Ameisenbläulings, eine Rolle.

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KAG-Beiträge werden fällig

Vielmehr geht es auch um Geld. Denn ein 90 Meter langes Teilstück der Straße soll wegen des plötzlichen Interesses am Bauen – vier Häuser sollen 2022 errichtet werden – endgültig hergestellt werden. Und das bedeutet: Beiträge nach Kommunal-Abgaben-Gesetz (KAG) werden für die neuen und die bereits dort wohnenden Anlieger fällig. Man rechnet mit 40 Euro pro Quadratmeter. Die Kosten für Straßenbau, Kanal- und Wasserleitungen liegen insgesamt bei 385.000 Euro. Während die Bauwilligen die Beiträge wohl einkalkulieren – andernfalls müssten sie über individuelle Erschließungssicherungsverträge ohnehin zahlen –, sind bereits ansässige Hausbesitzer alles andere als erbaut, dass die Straße nun hergestellt werden soll.

Fünf Bäume müssen weichen

Tiefbau-Fachbereichsleiter Rainer Schild brachte es im Stadtentwicklungsausschuss auf den Punkt: „Uns ist schon bewusst, dass keiner gern zahlt von denen, die jetzt dort wohnen.“ Dennoch fiel die Empfehlung im Ausschuss eindeutig aus: 13 Ja- und drei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung für den Ausbau nach KAG. Das letzte Wort hat am Donnerstag der Rat. Selbst die Grünen waren einverstanden mit dem Straßenausbau – auch auf Kosten der fünf Bäume. Sie seien, so prophezeite Silvia Glomski, für Photovoltaikanlagen auf den Dächern nicht gerade förderlich. Der Ausgleich für die Baumfällung aber solle in Netphen stattfinden, forderte sie. Die Idee, Ersatzbäume auf einem Grundstück in Wipperfürth zu pflanzen, gefiel dem Ausschuss nicht.

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Wiesenknopf und Ameisenbläuling

Womöglich ist der Große Wiesenknopf, den Nabu-Vorsitzende Prof. Dr. Klaudia Witte auf den baureifen Wiesen entdeckte, die größere Hürde für die kleine Siedlung. Das Monitoring für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der vermutlich dort lebe, könne ja erst kommendes Jahr stattfinden, sagte Glomski. Bis dahin dürfe eben nicht gebaut werden. Die Antwort auf die Frage, warum das alles „im Schweinsgalopp durchgepeitscht“ werde, blieb die Stadtverwaltung übrigens nicht schuldig: Es seien nun einmal Baugrundstücke, die am Hofgarten liegen. Zwar gebe es keinen Bebauungsplan, aber die Grundstücke lägen im Innenbereich, und deshalb hätten die Besitzer Anspruch auf eine Baugenehmigung. Die langen Verfahren gebe es, wenn Flächen erst per Bebauungsplan umgewidmet werden müssten.

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