Palme trägt prächtige Blüten

Ein Hauch von Capacabana in Netphen

Urlaubsgefühle bekommt man bei Ursula und Waldemar Schweikert in Netphen.

Urlaubsgefühle bekommt man bei Ursula und Waldemar Schweikert in Netphen.

goeb Netphen. Vor acht Jahren kaufte sich Waldemar Schweikert aus Netphen eine Palme und pflanzte sie in den Vorgarten seines Hauses an der Bergstraße. Palmen im Siegerland? Gedeihen die hier denn? Der Autor dieser Zeilen besuchte vor ungefähr 25 Jahren einen Freundeskreis, der sich „Palmenfreunde Siegen“ nannte. Der ehrgeizige Zusammenschluss von Pflanzen-Liebhabern hatte sich vorgenommen, exotische Gewächse, vor allem eben Palmen, draußen zu halten. Das ging ein paar Jahre gut, aber dann schlug der Frost zu, und aus war es mit der Herrlichkeit.

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Offenbar hat sich das Klima gedreht oder aber Waldemar Schweikert hat einen besonders grünen Daumen. Er und seine Frau Ursula blicken in diesem Frühjahr auf vier prachtvolle Blüten. „Wir freuen uns sehr darüber und werden schon darauf angesprochen“, erzählt der Netphener Rentner. „Die Leute bleiben stehen, bewundern unsere Palme.“ Mit ihr verbindet der Rentner eine besondere Erinnerung an den Sohn Torsten, der im Alter von nur 45 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung verstarb. Gekauft hatte der 79-Jährige sich den Baum vor acht Jahren, dem Todesjahr Torstens. Anfangs hauste er die Palme während der Wintermonate komplett ein. „Zuletzt war die Pflanze aber während des Winters draußen, nur eingepackt in schützendes Vlies“, ergänzt er. Gedankt hat sie es ihm mit gelben Blüten, die auf eine Chinesische Hanfpalme schließen lassen.

"Für uns ist sie die Torsten-Gedächtnispalme." Waldemar Schweikert Palmenbesitzer
„Für uns ist sie die Torsten-Gedächtnispalme“, sagt er lächelnd. „Unser Sohn liebte das Reisen, besonders das Reisen nach Südamerika und in die Karibik – Venezuela, Kuba, Costa Rica, da zog es ihn hin. Zuletzt hatte er den Plan, zu Hause im Garten ein paar Palmen zu pflanzen. Dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen.“ Die Hanfpalme gilt als robust, kommt sie doch auch im Himalaya-Gebiet vor, wo sie in Höhen von bis zu 2400 Metern wächst. In Europa ist sie auf dem Vormarsch, wild wächst sie schon in Italien als auch in den milden Küstenregionen Englands, Schottlands und Irlands.

Nicht nur Palmblätter lassen an den Süden denken, nun erfreut die Palme auch mit ihren prächtigen gelben Blüten.

Nicht nur Palmblätter lassen an den Süden denken, nun erfreut die Palme auch mit ihren prächtigen gelben Blüten.

Typisch für die Pflanze sind die Blütenrispen, teils über einen halben Meter lang, bestehend aus kleinen sternförmigen Einzelblüten. Sie sind strahlend gelb gefärbt und zeigen sich von Mai bis Juni. Waldemar Schweikert war als Bauleiter im Hoch- und Ingenieurbau tätig, sein Sohn Torsten war Polier. Beide haben sie auch privat so manches ehrgeizige Bauprojekt umgesetzt, beispielsweise die hübsche weiße Freisitz-Überdachung, vor der jetzt die Palme blüht. Ob Torsten sie wohl auch bewundern kann? Bestimmt. So prächtige Blüten leuchten weithin.

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