Unglinghausen feiert 675-jähriges Bestehen

"Onkelküser" ins Festwochenende gestartet

Die Stimmung im Festzelt war am Freitagabend sichtlich gut.

Die Stimmung im Festzelt war am Freitagabend sichtlich gut.

sos Unglinghausen. Trotz seiner 675 Jahre alten Geschichte gehöre Unglinghausen noch lange nicht zum alten Eisen, findet Ortsbürgermeisterin Elke Bruch. Etliche Vereine engagierten sich tagtäglich dafür, das Dorf lebenswert zu gestalten; „sie sind eine feste Bank im Dorf, vor allem bei der Umsetzung solcher Feste“. Am Freitag begann die dreitägige Jubiläumsfeier des fünftgrößten Netphener Ortsteils mit einem Dorfgemeinschaftsabend im Festzelt neben dem Bürgerhaus.

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"Unser Dorf ist für uns ganz groß"

Schon der Beginn zeigte deutlich, dass die Unglinghausener sich in ihrem Dorf wohlfühlen und stolz darauf sind, nämlich als die eigens gegründete Jubiläumsband das „Onkelküser Lied“ anstimmte: „Unser Dorf, das hat Zukunft … unser Dorf ist für uns ganz groß“ – und die Zuhörer klatschten kräftig mit.

Verbindung zu Unglinghausen?

Auf dem roten Sofa nahmen anschließend Landrat Andreas Müller, Heimatgebietsleiter Dieter Tröps sowie Bürgermeister Paul Wagener Platz und stellten sich den Fragen von Moderator Felix Dornhöfer – „geboren und aufgewachsen in Unglinghausen“. Heraus kam: Obwohl keiner der drei Gäste aus dem Dorf stammt, konnte jeder Erlebnisse zum Besten geben, die er direkt mit Unglinghausen verbindet. Zugegeben: mal mehr und mal weniger einschneidend. „Ich hatte mal einen Pulli in Unglinghausen“, erinnerte sich Andreas Müller. Als er vor etlichen Jahren ein Konzert im Bürgerhaus gegeben habe, habe er diesen liegenlassen und schmerzlich vermisst. Doch die Geschichte nahm ein gutes Ende: „Jahre später habe ich ihn gewaschen und gebügelt zurückbekommen“, sagte er lachend. Dieter Tröps habe als Zwölfjähriger ein Gedicht über die Eisenbahn im Siegerland auswendig lernen müssen, und zwar von Jakob Heinrich Schmick, der mit seinen „Riimcher“ über die Grenzen Unglinghausens hinaus bekannt wurde. Paul Wagener berichtete, er habe als Jugendlicher „seine Fühler ausgestreckt“ und sei in diesem Zuge weite Wege mit dem Fahrrad gefahren – auch nach Unglinghausen.

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Sketch und Gesang

Nach der Talkrunde gab Andreas Müller gemeinsam mit der Jubiläumsband den Klassiker „Country Roads“ zum Besten, bevor Margot und Werner Roth in einem Sketch zeigten, wie das Eheleben im Seniorenalter aussehen kann. Auch der Gesangverein Unglinghausen, der sich inzwischen aufgelöst hat, trat auf, gemeinsam mit dem Gesangverein Feuersbach.

Dorfkinder unter sich

Dorfkinder, wie es sie früher gab und heute gibt, plauderten anschließend aus dem Nähkästchen: Damals habe es doch keine Disco gegeben, blickte eine Unglinghausenerin zurück, dafür habe jeden Sonntag die Kapelle gespielt. „Einen Swimmingpool kannten wir nicht, wir sind im Feuerlöschteich mit den Nattern geschwommen“, erinnerte sich ein Mann aus dem Ort. „Wir Dorfkinder können den Trecker schon vor der Einschulung fahren“, sagte ein junger Bursche stolz; das sei äußerst praktisch für die Führerscheinprüfung. Und ein Mädchen erzählte: „Wir rennen gerne über die Wiese, um diese kleinen Pilze zu zertreten, die rauchen. Das ist Glück.“ So sind es wohl vor allem die kleinen Freuden, die das Leben in Unglinghausen so lebenswert machen und die niemand missen möchte: Hier wohnen Menschen, die zusammenhalten und das Leben als Nachbarn genießen.

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