Heimatverein Salchendorf reagiert auf Pandemie

Gemeinschaftsgefühl bleibt auf der Strecke

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Kornernte aus vergangenen Tagen werden nicht im Haus Henrichs ausgestellt, sondern erstmals digital präsentiert.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Kornernte aus vergangenen Tagen werden nicht im Haus Henrichs ausgestellt, sondern erstmals digital präsentiert.

tile Neunkirchen-Salchendorf. Es sind buchstäblich Momentaufnahmen aus einer anderen Zeit. Die lebendigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen versetzen den Betrachter in jene Tage zurück, in denen Landwirtschaft tatsächlich noch Hand- und Körperarbeit war. In der atmosphärischen Umgebung von Haus Henrichs würden die Bilder sicher noch besser zur Geltung kommen. Corona lässt es aber nicht zu, dass die jüngste Ausstellung des Heimatvereins Salchendorf wie in den Jahren zuvor als Präsenz-Angebot stattfinden kann. „Landwirtschaft – Das Leben im Freien Grund“ ist die erste digitale Fotoausstellung des Vereins.

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12:26 Minuten dauert der Film, der auf der Homepage der Heimatfreunde oder auf Youtube abgerufen werden kann. Nach etwa einem Monat wurde der Film 311 Mal angesehen. Die Reichweite ist somit größer als die zurückliegenden Präsentationen. „Bei der Ausstellung ,Pfanneberger Einigkeit’ kamen etwa 50 Gäste zur Eröffnung, danach wurde es immer weniger“, sagt Vorsitzender Michael Ebener. Vor allem greifen nun auch „Uswärtige“ auf die lokale Dokumentation zurück, die die sechsköpfige Archivgruppe erarbeitete. 2019 gab es einen Wechsel, die ehemaligen Hüter der über 30 000 Bilder fassenden Fotosammlung um Jürgen Uhr übertrug die Verantwortung in jüngere Hände.

Das Beste aus Pandemie-Situation machen

Aufgrund der Pandemie ist der Heimatverein Salchendorf, so wie viele andere Vereine auch, gezwungen, das Beste aus der Situation zu machen. Einige Aktivitäten lassen sich in die „digitale Welt“ verlagern. Etwa die Dorfrundgänge „Früher“ und „In den 2000ern“ oder die virtuelle Tour durch das Besucherbergwerk Wodanstolln. Vorstandssitzungen und Arbeitsgruppen-Treffen finden mittlerweile fast selbstständig online statt. Zwischen den beiden Lockdowns gab es gemeinsame Arbeitseinsätze, etwa am Ehrenmal.

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Und natürlich bedeutet der Wegfall von Veranstaltungen wie dem monatlichen Kaffeeklatsch und Co. ein dickes Loch in der Vereinskasse. Die Fixkosten für die drei Immobilien – Haus Henrichs, Wodanstolln und Schmiede – werden gerade so durch die Jahresbeiträge der rund 300 Mitglieder gedeckt. Darüber hinaus sind keine großen Sprünge möglich. Die Kosten der Fassadensanierung des ortsbildprägenden Heimathauses von ca. 37 000 Euro können zum Glück vor allem über Spenden realisiert werden, die in den vergangenen Jahren dafür gesammelt wurden.

Noch keine staatlichen Hilfen beantragt

Staatliche Hilfen hat der Verein noch nicht beantragen müssen. „Es heißt immer, den Vereinen wird unkompliziert geholfen, aber das Antragsverfahren läuft dann online ab. Wir sind ein vergleichsweise junger Vorstand und hätten kein Problem damit, aber für viele Vereine ist das eine hohe Hürde“, so Michael Ebener.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Kornernte aus vergangenen Tagen werden nicht im Haus Henrichs ausgestellt, sondern erstmals digital präsentiert.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Kornernte aus vergangenen Tagen werden nicht im Haus Henrichs ausgestellt, sondern erstmals digital präsentiert.

Aktuell wird eher geplant. Für den Wodanstolln wurden Träger bestellt, um den hinteren Stollenbereich abzustützen. Darüber hinaus denkt das Bergmann-Team über eine 24-Stunden-Challenge unter Tage nach, die online live verfolgt und begleitet werden könnte. Erste Überlegungen für eine neue, umfangreiche Ausstellung zum Thema Industrieregion südliches Siegerland werden angestellt. Außerdem steht dieses Jahr noch die Fassadensanierung von Haus Henrichs an.

Bindung an Verein verlieren

Dennoch bleibt ein wesentlicher Teil der Vereinsarbeit auf der Strecke: das Gemeinschaftsgefühl und die integrative Arbeit für Zugezogene. „In den vergangenen zwei Jahren hatten wir 40 neue Mitglieder“, sagt Vorsitzender Michael Ebener. „Der Heimatverein bietet eine Plattform, sich im Dorf zu integrieren. Er schafft einen Benefit, von dem alle etwas haben.“ Über Projekte versuche man, zur aktiven Mitarbeit zu motivieren – während der Pandemie kaum möglich. Im Gegenteil besteht vielmehr die Gefahr, dass Mitglieder die Bindung an den Verein verlieren. Bergknappen und Harmonikagruppe liegen quasi auf Eis.

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