Im griechischen Flüchtlingslager

Junge Frau aus Struthütten leistet Hilfe in Moria

Amira Ehrhard engagiert sich ehrenamtlich in einem Flüchlingscamp auf Lesbos. Die Zustände vor Ort sind katastrophal – tagsüber wie in der Nacht.

Amira Ehrhard engagiert sich ehrenamtlich in einem Flüchlingscamp auf Lesbos. Die Zustände vor Ort sind katastrophal – tagsüber wie in der Nacht.

sz Lesbos/Struthütten. Provisorisch errichtete Zelte, heruntergekommene Hütten, selbsterbaute Baracken, überall Müll. Humanitäre Zustände wie sie für uns kaum vorstellbar sind. Trostlosigkeit und Verwahrlosung so weit das Auge reicht. Die Suche nach einem sicheren Hafen und besseren Lebensumständen führt viele Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien oder Marokko an genau diesen Ort: das Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

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Als Freiwillige im Flüchtlingscamp

Die dramatische Situation erlebt Amira Ehrhardt aus Struthütten jeden Tag aufs Neue am eigenen Leib. Seit dem 1. März arbeitet sie als Freiwillige in dem Camp, das ursprünglich für 3000 Menschen vorgesehen war. Bei einem kurzen Aufenthalt im Siegerland schildert Amira ihre Erlebnisse. „Im August waren es aber rund 13 000 Geflüchtete“, erzählt sie. „Würde sich das Coronavirus im Camp Moria ausbreiten, wäre das eine Katastrophe. Der Abstand von 1,5 Metern wäre hier unmöglich einzuhalten“, sagt Amira. Masken seien in Moria eine Knappheit, die hygienischen Zustände katastrophal – inzwischen hat es auf der Insel den ersten Corona-Fall gegeben.

Flüchtlingshilfe vom Siegerland aus

Angesichts dieser Lage auf der Insel haben es sich unter anderem der Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfe und die ev.-ref. Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf zur Aufgabe gemacht, den Geflüchteten auf Lesbos auch von hier aus zu helfen. Gemeinsam nähen sie Schutzmasken und schicken diese zu den Bedürftigen nach Griechenland. „Wir müssen verstärkt unserer Verantwortung und die Rechte als Bürger wahrnehmen, in dem wir durch Petitionen unsere Forderung deutlich machen, das Flüchtlingslager Moria aufzulösen“, erzählt eine Teilnehmerin der Aktion. Auch Amira hilft. Sie versucht vor Ort, den Menschen die Angst vor einer Infektion und einer ungewissen Zukunft etwas zu nehmen. „Unsere Aufgabe ist, Liebe zu geben. Ein Lächeln, ein offenes Ohr und den Menschen Würde geben, das geht überall und im Siegerland“, da ist sich Amira Ehrhardt sicher. Sie ist bereits in das Camp auf Lesbos zurückgekehrt.

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