Zenith zahlt 600 Euro für Jerusalema-Video

Firma einigt sich vorab mit Warner Music

Die Zenith Maschinenfabrik GmbH einigte sich mit dem Warner Music Konzern und zahlte 600 Euro für ihr Jerusalema-Video.

Die Zenith Maschinenfabrik GmbH einigte sich mit dem Warner Music Konzern und zahlte 600 Euro für ihr Jerusalema-Video.

sp Zeppenfeld. Weltweit war und ist die Jerusalema-Dance-Challenge ein Gesprächsthema, eine Menge Leute machen beim gemeinsamen Tanzen zu dem rhythmischen Lied mit. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen – Feuerwehren, Polizisten und Krankenhäuser – haben sich an der Challenge beteiligt. Bis Warner Music einschritt und nachträglich Lizenzgebühren für das Lied einforderte. Eine Aktion, die ein Zeichen für Zusammenhalt in der Corona-Pandemie setzen sollte, hatte plötzlich ein teures Nachspiel.

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Drei Wochen geübt, getanzt und geschnitten

Die Mitarbeiter der Zenith Maschinenfabrik GmbH aus Zeppenfeld hatten ihren Videodreh gerade abgeschlossen. Drei Wochen benötigten sie zum Üben, Tanzen und Schneiden. Betriebsratsvorsitzender Michael Nitsch freute sich darüber, dass viele mitgemacht haben: „Das war querbeet aus jedem Bereich, vom jungen Schlosser Anfang 20 bis zum Servicemitarbeiter kurz vor dem Ruhestand.“ Es sei ein Projekt gewesen, das in dieser merkwürdigen Zeit einfach Spaß gemacht und Gemeinschaft vermittelt habe. Auch die Geschäftsführung ist begeistert: „Das ist eine schöne Sache. Ich finde das klasse, das fördert den Zusammenhalt. Gerade in diesen Krisenzeiten braucht man Aufheiterung“, sagt Geschäftsführer Heiko Boes.

Das Video war gerade fertig, da erreichte das Unternehmen die Nachricht von den Lizenzgebühren, die andere zu zahlen hatten. „Für mich war das erst mal wie eine große Mauer“, erzählt Sabrina Freytag, die Mitarbeiterin im Unternehmen hatte die Idee eingebracht. Sollte die ganze Arbeit umsonst gewesen sein? „Ich hatte ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass wir das überhaupt veröffentlichen können“, sagt Freytag.

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Schwierige Kontaktaufnahme

Für sie schien es anfangs unmöglich, mit Warner Music Kontakt aufzunehmen, um am Ende das Video samt Musik veröffentlichen zu können. Gemeinsam mit anderen Beteiligten schrieb sie den Konzern mehrfach an. Es sei schon schwierig gewesen, überhaupt eine Kontaktperson zu bekommen, so Freytag. Als das endlich erfolgreich war, schickte das Unternehmen ein Schreiben mit etwa zehn Fragen, die Freytag bzw. die Zenith Maschinenfabrik GmbH beantworten sollte. Sie habe gar nicht gewusst, was sie habe schreiben sollen, sagt die Projektinitiatorin. Es sei alles viel zu fachspezifisch gewesen. So wurden Fragen nach der Linzendauer gestellt, nach der Verbreitung und ob das Video für Marketing-Zwecke genutzt werde. Freytag schickte kurzerhand das Video mit einem Text über die Intention an Warner Music. Der Konzern half und füllte die Fragen für sie aus. Drei Wochen dauerte das Prozedere. 600 Euro zahlt das Unternehmen jetzt für eine dreimonatige Lizenz. Und danach? Das weiß Freytag nicht genau, wahrscheinlich muss das Video (youtu.be/hkEKiCJ8wSI) dann aus dem Netz genommen werden. Aber sie freut sich, dass es überhaupt gezeigt werden kann: „Ich war positiv überrascht. Ich finde es schön, auch für die Kollegen, die mitgemacht haben.“

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