160 Bürger informieren sich aus erster Hand

Uni Siegen in die Stadt: Sorgen am Häutebachweg

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Kammern: Eine ungewöhnliche Allianz macht sich für mehr Uni in der City Siegen stark.

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Kammern: Eine ungewöhnliche Allianz macht sich für mehr Uni in der City Siegen stark.

js Siegen. Die Universität kommt in die Stadt – und deren Bürger möchten auf dem Weg dorthin mitgenommen werden. Gut 160 von ihnen nahmen am Donnerstagabend das Angebot wahr, sich aus erster Hand den Masterplan zum Großprojekt „Siegen. Wissen verbindet“ erklären zu lassen; Pandemie-bedingt haben sich Uni und Stadt für eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Digitalformat als Zoom-Webinar entschieden. Es war der Auftakt zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Planungsrechtsverfahren, die nun bis zum 9. Juli läuft.

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Uni Siegen will klimaneutrale Gebäude bauen

In drei Fachvorträgen gingen die Planungsexperten ins Detail, skizzierten den urbanen, dichter bebauten Campus Nord und sein luftigeres Pendant im Süden, erläuterten Verkehrskonzept und Freiraumgestaltung mit Grünflächen und Gewässeröffnung an der Weiß. Die Uni Siegen setze darauf, klimaneutrale Gebäude zu bauen, sagte Kanzler Ulf Richter. Das werde in den Ausschreibungen als hartes Vergabekriterium festgelegt. Besonders wichtig war es den Referenten, auf den öffentlichen Nutzen der Campuspläne zu verweisen. Die Verzahnung von Uni und Stadt soll das Zentrum beleben, neue Wegbeziehungen und Verknüpfungen schaffen – nicht nur für die Uni-Gemeinde.

Uni Siegen kommt in die Stadt: Sorgen am Häutebachweg

Nicht alle frohlocken über die Pläne. Von Sorgen der Nachbarn des künftigen Campus-Süd berichtete etwa Wolfgang Dellinger aus dem Häutebachweg. Er appellierte an die Stadtverwaltung, die betroffenen Anwohner unbedingt einzubinden, das Gespräch zu suchen. Die Aussichten der Neubauten am Weiß-Ufer seien aus seiner Sicht durchaus bedenklich. „Da entstehen Klötze, die bis zu 17,80 Meter hoch werden.“ Das sei viel Beton auf wenig Raum. „Wir haben ein offenes Ohr“, versprach Stadtbaurat Henrik Schumann. Am Ende werde es aber darum gehen, viele Interessen abzuwägen. „Ich kann nicht versprechen, dass am Ende alle zufrieden sein werden.“ Der jetzige Planungsstand sei aber auch ein anderer als der vor einem Jahr – die Gebäude seien weniger voluminös. „Für eine innerstädtische Lage ist das aber eine normale Dichte“, sagte er mit Blick auf die aktuellen Pläne.

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Wolfgang Dellinger nahm auch Anstoß an einem von Architekt Henner Winkelmüller angedeuteten „zweiten Schritt“. Darin war eine später mögliche Zusatzplanung für den Häutebachweg zu sehen, in der die Gebäude an der Nordseite der Straße durch Neubauten ersetzt werden könnten. „Das“, beruhigte Schumann, „ist kein Muss“. Vielmehr seien dies Gedankenspiele, die aber niemals gegen den Willen der Eigentümer umgesetzt würden. „Ich verspreche Ihnen, dass Ihr Wohnumfeld am Ende deutlich attraktiver sein wird als heute“, erklärte der Stadtbaurat.

24 Wohneinheiten müssen für die Uni Siegen weichen

Dass auch bestehende Wohnungen und Gewerbebetriebe weichen müssten, sei richtig, sagte Schumann auf eine entsprechende Frage. Das sei aber mit 24 Wohneinheiten eine vergleichsweise geringe Anzahl. Die Umsetzung der Pläne, so ergänzte Kanzler Ulf Richter, lasse noch Zeit für Betroffene, sich darauf einzustellen. „Wir sprechen individuell mit jedem Nutzer und suchen nach Lösungen.“

Und so geht es nun weiter: Um Planungsrecht zu schaffen, muss die Stadt zwei Bebauungspläne aufstellen. Ab Samstag, 12. Juni, werden dazu Informationen im Internet unter www.siegen-wissen-verbindet.de und auch analog ausgestellt – nach Terminvereinbarung im Rathaus Geisweid, zudem leicht zugänglich am Karstadt-Gebäude des Campus Unteres Schloss und am Herrengarten. Henrik Schumann: „Wir machen weiter, stehen zu unserem Wort, ein transparentes Verfahren durchführen zu wollen.“ Dazu seien auch weitere Quartiergänge geplant.

„Wir möchten das Projekt gemeinsam mit Ihnen gestalten“, warb auch Ulf Richter für Beteiligung. Es solle nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden, sondern idealerweise gemeinsam mit ihnen. Anregungen seien willkommen, würden mit einfließen. „Dabei muss man aber auch akzeptieren, dass neue Wege zu gehen bedeutet, nicht alles Alte erhalten zu können.“ Siegen könne jedenfalls stolz darauf sein, was hier passiere.

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