Analyse der AOK

Diese Beschäftigten erkranken am häufigsten an Covid-19

Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung haben in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz häufig gefehlt.

Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung haben in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz häufig gefehlt.

goeb Dortmund/Siegen. Beschäftigte in Erziehungs- und Gesundheitsberufen waren in Westfalen-Lippe von März bis Dezember 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das ergab eine aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten – also der „gelben Scheine“ – der Mitglieder der AOK Nordwest. Am häufigsten haben in diesem Zeitraum medizinische Fachangestellte und Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie in der Altenpflege im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt.

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Fast 20.000 Krankschreibungen wegen einer Corona-Infektion

„Die Ergebnisse bestätigen erneut unsere bisherigen Analysen. Danach waren Beschäftigte aus Berufen mit vielen Kontakten zu anderen Menschen im bisherigen Verlauf der Pandemie stärker von Covid-19 betroffen als andere Berufsgruppen“, sagt Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Insgesamt erhielten von den bei der Krankenkasse versicherten Erwerbstätigen in Westfalen-Lippe von März bis Dezember 2020 genau 19.466 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 1833 Erkrankten je 100 000 oder 1,83 Prozent der bei der AOK versicherten Erwerbstätigen. Häufig betroffen waren nach Darstellung der Kasse medizinische Fachangestellte (3,7 Prozent arbeitsunfähig), gefolgt von Berufen in der Kindererziehung und -betreuung (3,65), der Altenpflege (3,24) und die zahnmedizinischen Fachangestellten (3,19). Ungefährdet waren u. a. Angehörige der Hochschullehre.

Corona-Pandemie führt zu Schwankungen im Krankheitsstand

Die Covid-19-Pandemie hat die bisherige AU-Statistik des Jahres 2020 auch in unserer Region stark beeinflusst und zu teilweise erheblichen Schwankungen geführt. Im Kreis Olpe gab es zunächst zu Beginn der Pandemie im März einen deutlichen Anstieg des Krankenstandes auf 8,8 Prozent im Vergleich zu Februar mit 7 Prozent, berichtet Pressesprecher Jörg Jockisch auf SZ-Nachfrage. Im Kreis Siegen-Wittgenstein waren es im März 8,6 Prozent zu Februar mit 7,3 Prozent. Im Kreis Olpe zeigte sich von Mai (4,8 Prozent) bis August (5,1 Prozent) sowie in Siegen-Wittgenstein von Mai (5,0 Prozent) bis August (5,4 Prozent) insgesamt ein deutlicher Rückgang, der jedoch in Olpe ab September (5,8 Prozent) in die zweite Welle überging und im November erneut einen hohen Wert von 6,2 Prozent erreichte.

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Kreis Olpe im unteren Drittel

Im Kreis Siegen-Wittgenstein stieg der Wert ab September (6,1 Prozent) langsam an und erreichte im November mit 6,3 Prozent den höchsten Wert innerhalb der zweiten Jahreshälfte. Regionale Unterschiede im Covid-19-Infektionsgeschehen spiegeln sich auch bei den AU-Quoten wider. Die höchste AU-Quote lag in der Stadt Dortmund mit 2,5 Prozent. Der Kreis Olpe liegt mit 1,89 Prozent im unteren Drittel, der Kreis Siegen-Wittgenstein mit 1,58 Prozent sogar noch darunter. „Schlusslicht“ ist Herne mit 1,02 Prozent im westfälisch-lippischen Vergleich. Dass ein Rückgang bei den psychischen Erkrankungen zu verzeichnen war, berichtete die SZ bereits. Allerdings: Aus Angst vor Ansteckung verzichteten wohl viele auf den Arztbesuch. Und wenn, dann dauerten die Krankschreibungen länger als früher.

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