BIS AUF WEITERES

Mit fremder Zunge

SZ-Redakteur Jörg Winkel.

SZ-Redakteur Jörg Winkel.

Ähnlich wie die Kraniche, kehren derzeit auch viele Eisdielenbetreiber aus ihrem Winterquartier zurück. Und damit beginnt für einen guten Freund eine harte Zeit. Denn er ist Halb-Italiener, der außer der deutschen Muttersprache auch die seines Vaterlandes – es ist das „Land, wo die Zitronen blüh’n“ – leidlich beherrscht und der auch noch gern Eis isst – was für ihn allerdings mit fast körperlichen Qualen verbunden ist. Denn in der Warteschlange nicht nur seiner „Stamm-Eisdiele“ in Attendorn hört er es bei fast jeder zweiten Bestellung: „Bitte eine Kugel Schtratziatella.“ So wird das mit Schokostückchen durchsetzte Speiseeis in Deutschland fast immer ausgesprochen und ist damit eine unheilige Allianz mit den Auto- bzw. Karosserieherstellern Dschia und Lambordschini eingegangen.

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Raphael indes fragt sich, wieso niemand „Spadschetti“ oder „Pizza Fundschi“ bestellt und sich hier auch in der deutschen Aussprache durchgesetzt hat, dass im Italienischen das „h“ hinter einem „g“ besagt, dass das „g“ hier als solches ausgesprochen wird. Ganzjährig Ohrenschmerzen bereiten ihm Gnotschi, Tschianti und Latte matschiato. Unerreicht allerdings das, was ein früherer Kollege mal im Urlaub erleben durfte: den Landsmann in weißen Socken, der in Italien „due Expressos, por favor“ bestellte … Porca miseria.

j.winkel@siegener-zeitung.de

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