Branchen atmen auf

Lockerung des Lockdowns

Buchhändler Jörn Heller: „Es war definitiv an der Zeit, dass wir wieder öffnen dürfen, denn es wurde jetzt lange auf Umsätze verzichtet.“

Buchhändler Jörn Heller: „Es war definitiv an der Zeit, dass wir wieder öffnen dürfen, denn es wurde jetzt lange auf Umsätze verzichtet.“

ch/pm Siegen. Aufatmen. Etwa bei den Buchhändlern. Nach langen Monaten des „Fensterverkaufs“ dürfen sie am Montag mit angemessenem Hygienekonzept wieder ihre Pforten öffnen. „Man freut sich natürlich drauf“, sagt Jörn Heller, Leiter der Alpha Buchhandlung am Kölner Tor in Siegen. „Es war definitiv an der Zeit, dass wir wieder öffnen dürfen, denn es wurde jetzt lange auf Umsätze verzichtet.“

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Heller geht es dabei gar nicht so sehr um sein eigenes Geschäft, denn das „Rausreichen“ sei vom Kunden gut angenommen worden. „Es ist für uns noch recht glimpflich abgegangen, gerade Dezember und Januar waren überraschend gut“, erklärt er.

Bier kann wieder fließen Die Zapfhähne können bald wieder aufgedreht werden: Erik Herrmann, Geschäftsführer des Restaurants „Gartenhaus“ in Weidenau, ist positiv überrascht, diesen Monat wieder Speisen und Drinks servieren zu dürfen, wenn die Inzidenz unter 100 bleibt. „Ich habe nicht damit gerechnet, vor Ostern aufmachen können. Es ist schön, dass es am 22. März im Außenbereich losgehen kann, wenn das Wetter und die Zahlen mitspielen.“ Im Biergarten darf das Pils wieder fließen, in den Kneipen noch nicht. „Für Gastronomen, die keinen großen Außenbereich haben, sieht es immer noch düster aus. In dieser Hinsicht ist die Branche wieder etwas zu kurz gekommen“, hätte Herrmann sich auch eine Perspektive für die Innengastronomie erhofft.

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"Auf alles vorbereitet" Emsig geht es im Apollo-Theater in Siegen zur Sache. Technischer Leiter Robert Schäfer samt Crew arbeiten am Bühnenbild für die Uraufführung eines neuen Stücks von Intendant Magnus Reitschuster, die für den 9. April geplant ist, die Proben laufen. Zur Berliner Beschlusslage meint der Intendant: „Wir sind für auf alles vorbereitet.“ 80 bis 100 Zuschauer könne man einlassen, er hoffe auf den „best case“: Wenn das Theater „loslegen“ könne, dann gleich mit einem neuen Stück.

Der Sport erwacht Es lebe der Sport! Ottmar Haardt war in Berlin einer der Ersten, die von der frohen Kunde erfuhren. „Ich finde es gut, dass der Sport wieder zum Leben erwacht. Die Kinder und Jugendlichen brauchen Bewegung und die Gemeinschaft in den Vereinen. Man merkt, dass die Leute nach Sport lechzen“, hofft der Vorsitzende des Kreissportbundes Siegen-Wittgenstein, dass die Zahlen in den nächsten Wochen einen Re-Start zulassen. Dennoch sei das für ihn nur der erste Schritt. „Sobald es die Lage zulässt, sind weitere Lockerungen absolut notwendig“, appelliert Haardt an die Vereine, mit der neu gewonnenen „Freiheit“ verantwortungsvoll umzugehen.

Fluch und Segen Bei Mode Schulze im Sieg Carré verräumt Alena Krause schon fleißig die neue (Frühjahrs-)Ware – in der Hoffnung, dass ab Montag endlich wieder ein paar Teile geshoppt werden können – wenn auch nur mit Termin. Geschäftsführer Uwe Kraatz zeigt sich derweil aber noch eher verhaltener. „Wir müssen jetzt erstmal die Landesverordnung abwarten”, sagt er. “Ich blicke da ehrlich gesagt mittlerweile selbst nicht mehr durch.” Die Angst, etwas falsch zu machen, sei sehr groß – genauso wie der (technische) Aufwand bei einer Öffnung für einzelne Kunden. Der Unternehmer hat den Eindruck: „Man geht einen Öffnungsschritt, der nicht zu erfüllen ist. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und das ist von der Politik genau so gewollt.“

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Kraatz vermutet, dass kaum eines der „großen“ Bekleidungsgeschäfte direkt am Montag mit dem Terminshopping starten wird. Für ihn persönlich sei vor allem entscheidend, wie viele Kunden er letztendlich in den Laden lassen darf und ob sich Kosten und Erträge dann rechnen. „Das wird ein riesen Flickenteppich, den die Politik da verursacht. Und wir zahlen die Zeche.” – Carmen Kikillus von Fashion Now in Freudenberg hingegen freut sich über die neuen Lockerungen. Dabei gehe es nicht nur um das Einkaufen an sich, sondern auch darum, sich mit den (Stamm-)Kunden zu unterhalten. „Das ganze Drumherum gehört ja auch dazu”, findet die Inhaberin. In kleinen Geschäften wie ihrem sei das Terminshopping von der Organisation und vom Handling sehr einfach, sagt sie. „Wir haben ohnehin keinen Durchlauf von 15 Kunden auf einmal.”

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