Bundesweite Aktion „Wir machen AUF_merksam“

Einzelhandel fordert Entschädigung

Catharina Lauer (r.) und Margit Müller öffneten die Tür zur Fashion Corner in Kaan-Marienborn nur symbolisch.

Catharina Lauer (r.) und Margit Müller öffneten die Tür zur Fashion Corner in Kaan-Marienborn nur symbolisch.

tile Kaan-Marienborn. Montag hätte der Einzelhandel eigentlich seine Pforten wieder öffnen sollen – jedenfalls nach dem Zeitplan, den die Regierung zunächst zum Start des harten Lockdowns im Dezember veröffentlicht hatte. Inzwischen wurde dieser verschärft und bis 31. Januar verlängert. Viele Händler sehen sich besonders hart bestraft. Daher haben sich bundesweit Tausende der startenden Plakat- und PR-Aktion „Wir machen AUF_merksam“ angeschlossen – nicht zu verwechseln mit dem Lockdown-Boykott „Wir machen auf“, der für Furore und Ärger sorgt). „Wir distanzieren uns von Corona-Leugnern und Schwurblern!“, betont Catharina Lauer, Inhaberin der Fashion Corner in Kaan-Marienborn, die das schwarz-gelbe Plakat aufgehängt hat und ein Foto davon in den sozialen Netzen verbreiten will. Heißt: Die Läden bleiben geschlossen!

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Dennoch soll auf die prekäre Lage des Einzelhandels hingewiesen werden. Die Hauptkritik: Die Überbrückungshilfe III, die Zuschüsse für die Fixkosten vorsieht, reiche nicht aus. „Der viel größere Verlust ist der Warenbestand, der Tag für Tag ein größeres Loch in unsere Reserven reißt“, schreiben die Initiatoren Uwe Bernecker, Geschäftsführer des Modelabels Funky Staff (Frankfurt), und Günter Nowodworski, Inhaber der Agentur Now Communication (Aichach), auf der Aktions-Seite www.freundschaftsdienst.eu. Sie fordern eine „angemessene Entschädigung“. Sonst drohe das Aus von Betrieben.

Kein Verständnis für Ungerechtigkeit

Die Modebranche handle auch mit „verderblicher Ware“, sagt Catharina Lauer. Fashion-Taxi, Click & Collect und Online-Shop, Maßnahmen, die sie ergriffen habe, hülfen nur geringfügig gegen die Verluste. In 14 Tagen treffe bereits die Frühjahrsware ein – „dann kann man die Herbst- und Wintermode nur noch verramschen“. Im Grunde müsse sie abgeschrieben werden. Für den Lockdown habe sie Verständnis, aber nicht für die Ungerechtigkeit, wer öffnen darf und wer nicht. Auch die finanzielle Unterstützung sei ungerecht verteilt, wenn die Gastronomie 75 Prozent der Umsatzeinbußen erstattet bekommt, der Einzelhandel aber nur Mittel für die Fixkosten erhalte.

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Sie selbst habe Glück und halte noch einige Zeit durch, müsse aber ihr Privatvermögen in das Geschäft stecken. Aber Catharina Lauer denkt auch an ihre Mitarbeiterinnen. Drei Minijobber beschäftigt sie, beispielsweise eine dreifache Mutter, deren Mann in Kurzarbeit ist. „Da fehlen die 450 Euro im Monat sehr.“ Ebenso Margit Müller, die ihre Schwimmschule schon Anfang November schließen musste. „Im Frühjahr waren es bereits 100 Schließungstage.“ Der Ausfall des Minijob-Einkommens als Modeberaterin in der Fashion Corner schmerzt umso mehr.

Catharina Lauer hofft, dass „Wir machen AUF_merksam“ vor allem in der Presse und den sozialen Netzwerken eine breite Öffentlichkeit und die Forderungen des Einzelhändlers nach einem baldigen Lockdown-Ende und „adäquater Entschädigung“ Gehör in der Politik finden.

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