Corona-Schallmauer durchbrochen (2. Update)

Inzidenzwert von über 100 bleibt vorerst folgenlos

Die Corona-Ampel steht auf Rot: Im Kreis Siegen-Wittgenstein hat die Inzidenz die 100er-Marke überschritten.

Die Corona-Ampel steht auf Rot: Im Kreis Siegen-Wittgenstein hat die Inzidenz die 100er-Marke überschritten.

rege/sp Siegen/Bad Berleburg. Diese „Explosion“ kommt etwas überraschend: Der Inzidenzwert für den Kreis Siegen-Wittgenstein ist von 89,5 auf 103,27 in die Höhe geschossen, nachdem dem Kreisgesundheitsamt am Donnerstag 92 neue Corona-Fälle bekannt geworden sind. Die 100er-Schallmauer durchbrochen, Alarmstufe „Rot“ damit für das SiWi-Land, das auf der Deutschlandkarte des Robert-Koch-Instituts nun dunkelrot eingefärbt ist.

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Was das für Folgen hat? Erst einmal keine, denn die Auswirkungen auf die Öffnungsschritte orientieren sich an der Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Nordrhein-Westfalen, und die ist mit 69,9 noch weit von der 100er-Grenze entfernt. Erst wenn dieser Grenzwert landesweit geknackt wird, zieht das Land die „Notbremse“ und es geht wieder zurück in den härteren Lockdown. Dann treten erneut die Regeln, die vor dem 7. März gegolten haben, in Kraft.

Keine lokalen Corona-Maßnahmen in Siegen-Wittgenstein

Auch von lokalen Maßnahmen sieht die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein erst einmal ab. Das hat vor allem einen Grund. In der Corona-Schutzverordnung wird vorgegeben, dass der Wert über 100 „nachhaltig und signifikant“ sein muss. „Das sind unbestimmte Rechtsbegriffe, die Handlungsspielraum geben“, sagt Kreis-Pressesprecher Torsten Manges. Aber erfüllt seien diese Bedingungen definitiv nicht nach einem Tag und wenigen Punkten über 100. „Wir beobachten das logischerweise weiter.“ Sollte die Zahl weiter steigen oder stagnieren, wird sich der Kreis mit dem Land NRW in Verbindung setzen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. „Dann sind alle Maßnahmen denkbar, die in der Corona-Schutzverordnung stehen“, so Manges. Es müsse abgewogen werden, was Sinn mache, und es komme darauf an, ob es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen handele oder die Infektionen auf einzelne Ereignisse zurückzuführen seien.

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Mehrere Fälle im St.-Marien-Krankenhaus Siegen

Mit Letzterem erklärt sich der Kreis den starken Anstieg innerhalb eines Tages. Mehrere Fälle im St.-Marien-Krankenhaus in Siegen sowie in zwei Unternehmen seien bekannt. Die Gründe des Inzidenzwertes sind also mitentscheidend für die Maßnahmen, die getroffen werden. Ein diffuses Infektionsgeschehen gibt es zum Beispiel im benachbarten Kreis Altenkirchen.

Aus diesem Grund hat der AK-Kreis in Absprache mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung unter anderem den Präsenzunterricht in den Schulen gestoppt und eine Ausgangssperre für die Zeit von 21 bis 5 Uhr verhängt hat.

Keine Verschärfungs-Maßnahmen in Siegen-Wittgenstein

Welche Auswirkungen der „Grenzübertritt“ in den dreistelligen Bereich hat, darüber herrschte am Donnerstag aber erst einmal groß Verwirrung. Findet weiterhin Schulunterricht statt? Müssen Frisöre und Einzelhändler wieder schließen? Droht dem Museum für Gegenwartskunst am Tag der Wiedereröffnung gleich die nächste Zwangspause? Müssen Fußballvereine das Jugendtraining wieder einstellen? All diese Fragen können mit einem Nein beantwortet werden, solange der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen unter 100 bleibt und solange der Kreis Siegen-Wittgenstein keine individuellen Verschärfungs-Maßnahmen beschließt. Je schneller die Corona-Ampel für Siegen-Wittgenstein wieder von „Rot“ auf „Gelb“ umschaltet, desto unwahrscheinlicher wird das Szenario einer „Notbremse“.

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