Der Hausarzt und WhatsApp: Möglichkeiten der Medizin-Technologie

Reise durch den Körper bei der Kinderuni

Der Neurochirurg mit seiner Spezialbrille, die ihn eine digital geschaffene Welt im Körper sehen lässt, als ob er sich eine Landschaft anschaut: Prof. Dr. Veit Braun lädt die Kinderuni-Studierenden ein auf eine Reise durch den menschlichen Körper.

Der Neurochirurg mit seiner Spezialbrille, die ihn eine digital geschaffene Welt im Körper sehen lässt, als ob er sich eine Landschaft anschaut: Prof. Dr. Veit Braun lädt die Kinderuni-Studierenden ein auf eine Reise durch den menschlichen Körper.

jca Siegen. Medizin 4.0, 3-D-OPs und Medikamentenlieferungen per Drohne. Mit einer Spezialbrille durch ein Labyrinth aus Blutbahnen und Gefäßen menschlicher Gehirne wandern oder mit einer coolen Smartwatch am Arm nicht nur die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler und Mitschülerinnen erregen, sondern Lehrer seiner eigenen Gesundheit werden – das alles klingt nach Science-Fiction? Ist es ganz und gar nicht, wie das Team der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen um Prof. Dr. Veit Braun (Chefarzt der Neurochirurgie des Jung-Stilling-Krankenhauses), Dr. Olaf Gaus (Digitalmanager der Fakultät) und Dr. Rainer Brück (Professor für Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf) in der nächsten (wieder virtuellen) Runde der Kinderuni Siegen am Dienstag, 9. März, 17 Uhr, zeigen.

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Prof. Dr. Braun freut sich schon auf Dienstag

Künstliche Intelligenz, eine OP-Planung in einer virtuellen 3-D-Welt und Drohnen, die Medikamente frei Haus liefern, sind Zukunftsperspektiven in der Behandlung von Krankheiten, die dank technologischen Fortschritts zum Teil bereits möglich sind, wie Prof. Dr. Braun im Gespräch mit der Siegener Zeitung erklärt. „Ich freue mich riesig auf die Vorlesung mit den Kindern!“, erzählt Braun voller Begeisterung. „Beim letzten Mal, als ich an der Kinderuni eine Vorlesung gehalten habe, ging es eigentlich um die Funktion von Nerven: Über Fliegenpilze und Schlangengifte sind wir dann aber bei einem Gespräch über Giftschlangen gelandet“, erinnert sich Braun schmunzelnd.

„Der Hausarzt und WhatsApp – Haben die was gemeinsam?“: Das ist am Dienstag das Thema bei der Kinderuni. Prof. Dr. Veit Braun ist einer der Dozenten.

„Der Hausarzt und WhatsApp – Haben die was gemeinsam?“: Das ist am Dienstag das Thema bei der Kinderuni. Prof. Dr. Veit Braun ist einer der Dozenten.

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Uni, Wissenschaft und Forschung machen Spaß

Bei der Kinderuni bestimmen die Kinder selbst, wo die Reise der Veranstaltung hinführt. Ziel sei es vor allem, Kindern zwischen acht und zwölf Jahren zu zeigen, dass Universität, Wissenschaft und Forschung Spaß machen, so der Chefarzt der Neurochirurgie. Den ein oder anderen für ein „Wenn ich groß bin, will ich Forscher oder Arzt werden“ zu begeistern, ist das eine Ziel der Veranstaltung.

Kinder lernen, ihren Körper zu verstehen

Daneben sollen Kinder lernen, sich und ihren Körper zu verstehen und zu erkennen, wann es ihnen gut geht und wann nicht. Es gehe darum, bereits Kinder zu „Gesundheitsexperten“ auszubilden: Sie können lernen, sich zu beobachten und festzustellen, wann sie sich so verhalten, dass es ihnen nicht gut geht. Und sich beim nächsten Mal dann möglichst nicht mehr so verhalten!

Bits und Bytes statt "Karius" und "Baktus"

Viel Bewegung und gesundes Essen seien wichtig, rät der Arzt, um Krankheiten bereits bei den Jüngsten vorzubeugen. Früher waren es noch Sprechpuppen oder Comicfiguren wie zum Beispiel „Karius“ und „Baktus“ (erkennt ihr „Karies“ und „Bakterien“?), die über Gesundheit aufklärten, heute übernehmen dies Bits und Bytes als „Spiegel der eigenen Gesundheit“, erläutert Gaus weiter. Wer bereits eine Smartwatch besitzt, weiß, dass diese den Träger des Smartphones nicht nur mit einem kleinen digitalen Feuerwerk von der Gesundheitsapp belohnt, sind einmal die 10 000 Schritte für den Tag erreicht. Heute ist es auch so, dass Zahlen und Werte das Gefühl für das eigene Befinden dokumentieren und trainieren. Gewicht, Bewegung, Herzfrequenz, …: Alle das kann digital und teils automatisch erfasst werden.

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Was künstliche Intelligenz alles kann

„Früher lag ein tausendseitiger Ordner mit der Krankengeschichte eines Patienten vor mir – heute kann künstliche Intelligenz Zusammenhänge von Krankheiten in Minutenschnelle ermitteln“, erzählt Braun. Wie schön wäre es doch, wenn man als Schüler in zwei Minuten ein ganzes Schulbuch auswendig lernen könnte – künstliche Intelligenz kann das. Sie ist sogar in der Lage, das Ergebnis eines Fußballspiels allein über das Fanverhalten zu ermitteln, erläutert Braun die Tragweite künstlicher Intelligenz an einem Beispiel.

Von Siegen aus jemanden woanders operieren

In Zukunft sei es technisch sogar möglich, aus Siegen einen Patienten in einem fernen Land zu operieren. In vielen Fällen sei ein Arztbesuch dann sogar überflüssig, und anstelle eines schmerzhaften Pieksers in den Arm rücke ein intelligentes Pflaster, das Arzneimittel über die Haut verabreichen könne, erklärt Braun den Arztbesuch der Zukunft. Die digitale Technik hilft eben, Muster sehr schnell zu erkennen und daraus Schlüsse zu ziehen für die eigene Gesundheit („Heute sollte ich noch 3000 Schritte gehen“), aber auch für verschiedene Behandlungen.

Was Medizinforschung möglich macht

Wer sich mit Prof. Dr. Braun, Dr. Gaus und Prof. Dr. Brück auf eine Reise durch den menschlichen Körper und die Technologien zukünftiger Medizinforschung machen möchte, um dabei selbst zum Junior-Forscher zu werden, kann das am Dienstag in der Vorlesung „Der Hausarzt und WhatsApp – Haben die was gemeinsam?“ tun. Die Dozenten der Kinderuni und die Siegener Zeitung als Kooperationspartner laden dazu ein. Mehr dazu: hier.

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