Diakonie äußert sich zu geplantem Eltern-Kind-Zentrum

Medizinische Versorgung wichtiger als wirtschaftliche Interessen

Aus dem Jung-Stilling Krankenhaus ist zu hören, dass man die medizinische Versorgung über wirtschaftliche Interessen stelle.

Aus dem Jung-Stilling Krankenhaus ist zu hören, dass man die medizinische Versorgung über wirtschaftliche Interessen stelle.

sz Siegen.  Nachdem die Marien-Gesellschaft gemeinsam mit der Kinderklinik Siegen angekündigt hat, ein Eltern-Kind-Zentrum am Siegener Wellersberg zu errichten, hat sich nun die Diakonie in Südwestfalen zu dem Vorhaben der beiden Kliniken geäußert und warnt vor den negativen Folgen für Mütter im Falle von Komplikationen.

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„Wir möchten schon im Sinne eines guten Miteinanders Pläne anderer Kliniken nicht öffentlich kommentieren, zumal sich am Sachverhalt nichts geändert hat. Wir wollen nur deutlich machen, von welcher Haltung und welchen Werten wir uns in dieser sensiblen Frage leiten lassen. Was vor vier Jahren galt, ist auch heute noch richtig: Werdende Mütter und Babies verdienen fernab von wirtschaftlichen Interessen eine bestmögliche medizinische Versorgung. Und diese ist im Diakonie Klinikum Jung-Stilling seit vielen Jahren garantiert", erklären Dr. Flutura Dede, Chefärztin Geburtshilfe und Pränatalmedizin, sowie Diakonie-Geschäftsführer Dr. Josef Rosenbauer, in einer Presseerklärung.

Dr. Josef Rosenbauer, Geschäftsführer Diakonie in Südwestfalen und Diakonie Klinikum, sieht den Plänen von Marien-Gesellschaft und der Kinderklinik gelassen entgegen.

Dr. Josef Rosenbauer, Geschäftsführer Diakonie in Südwestfalen und Diakonie Klinikum, sieht den Plänen von Marien-Gesellschaft und der Kinderklinik gelassen entgegen.

Eine schnelle Versorgung sei über Rufbereitschaften, Konsildienste oder durch im Notfall Zeit raubende Verlegungen von Müttern in andere Kliniken nicht möglich. Auch deshalb seien in Deutschland nahezu alle Geburtskliniken mit höheren Versorgungsstufen an größere Krankenhäuser angedockt. "Als einziges Krankenhaus im Drei-Länder-Eck Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz sind wir neben 'normalen' Geburten auch auf Hochrisiko-Schwangerschaften samt Früh- und Mehrlingsgeburten spezialisiert – von dieser Erfahrung mit Risiko- und Hochrisiko-Schwangerschaften profitieren Mütter und Kinder im 'Stilling' Tag für Tag", heißt es von Seiten der Diakonie. Siegen und die Region könnten froh sein, dass sie bereits über ein Mutter-Kind-Zentrum mit der bundesweit bestmöglichen Versorgungsstufe verfügten.

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Und weiter: "Aus unserer Sicht ist klar: Wir wollen nicht, dass sich die Versorgung von werdenden Müttern im Notfall verschlechtert. Das widerspricht unserer Überzeugung und unseren christlichen Werten. Das sahen damals auch unabhängige Expertengutachten so. Und um eine seltene, aber mögliche zeitweise Trennung von Neugeborenen und Müttern noch weiter zu minimieren, hatte die Bezirksregierung Arnsberg in ihrem Feststellungsbescheid im März 2018 bereits verfügt, dass die Kinderklinik die Zahl ihrer PNZ-Betten nicht auf dem Wellersberg, sondern im 'Stilling' von sechs auf zwölf erhöhen soll. Der Platz dafür stand und steht zur Verfügung.

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