Friedrich-Ebert-Straße in Siegen besonders betroffen

"Stinkkäfer"-Alarm

In der Friedrich-Ebert-Straße in Siegen herrscht zurzeit "Wanzen-Alarm".

In der Friedrich-Ebert-Straße in Siegen herrscht zurzeit "Wanzen-Alarm".

kalle Siegen. Die Wanze ist nicht gerade mit Schönheit ausgestattet. Eher eklig sind die Tiere, ockerfarben mit vielen schwarzen Punkten und einem lang gestreckten, rechteckigen Kopf. Umgangssprachlich werden die Wanzen übrigens auch „Stinkkäfer“ genannt. Und das nicht von ungefähr. Die Wanzen reagieren bei Gefahr mit einer Absonderung aus ihren Stinkdrüsen. Das riecht penetrant. Die Insekten sind offensichtlich aktuell auf der Suche nach einem warmen Winterquartier. Und das in großer Zahl. Die bis zu 1,5 Zentimeter großen Tiere fallen in Schwärmen ein, und sie haben es auch auf die Wohnung von Gerhard Geisler an der Friedrich-Ebert-Straße abgesehen. Entweder morgens gegen 11 Uhr oder Nachmittags um 16 Uhr ist Reisezeit für den Stinkkäfer. Dann docken sie an Fenster und Türen an und suchen eine Öffnung, um sich in der Eigentumswohnung des Besitzers nieder zu lassen.

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Nur die Fliegenklatsche hilft

Der Balkon wird in diesen Tagen kaum genutzt. „Die Tiere klatschen mit hohem Tempo an die Wände und Scheiben, da macht es keinen Spaß an der frischen Luft zu sitzen“, sagt Geisler und macht schnell wieder die Türe zu. Er hat bereits die ganze Palette der Hausmittel eingesetzt, doch geholfen hat nichts – bis auf den rabiaten Einsatz der Fliegenklatsche. Mittlerweile sucht Gerhard Geisler ständig die gesamte Wohnung und den Balkon ab. Und es gibt keinen Tag, an dem er nicht fündig wird. Überall tauchen die Wanzen auf. Gekippte Fenster einer Wohnung werden von den Wanzen gerne angenommen. Die Gartenwanzen (Rhaphigaster nebulosa) sitzen an sonnigen Hauswänden und fliegen als ungebetene Gäste in viele Wohnungen. „Die Wanzen sind harmlos und haben nichts mit der marmorierten Baumwanze aus Asien zu tun, die besonders Obstbauern das Leben schwer macht“, beruhigt Dr. Martin Wiedemann, stellv. Leiter des Umweltamtes der Stadt Siegen. Immerhin rund 50 Wanzenarten findet man bei uns in der Region. Wer die Plagegeister erst gar nicht in der Wohnung haben will, lässt am besten am Abend bei geöffnetem Fenster das Licht aus. Denn: Wie alle Insekten suchen die Stinker die Helligkeit.

Wenige natürliche Feinde

Wanzen haben nur wenige natürliche Feinde. Die Samuraiwespe, eine kleine Schlupfwespe aus Asien, die wie die marmorierte Baumwanze vermutlich ebenfalls eingeschleppt worden ist, macht Jagd auf die Wanzen. Doch woher soll man Samuraiwespen bekommen? Die Garten- bzw. Baumwanze ernährt sich von Pflanzensaft und saugt an Früchten und Blättern, ja sogar an anderen Insekten. Sie verursachen nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW keinen Schaden und sind nicht als Material- oder Vorratsschädlinge bekannt. Auch Dr. Martin Wiedemann gibt Entwarnung: „Verschwindet die Sonne, sind auch die Wanzen schnell weg.“

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