Gewinn für Handel und Gastronomie

Umzug der Uni in die Stadt verteidigt

Nach der Kritik am Umzug der Uni in die Stadt haben sich Vertreter von Handel und Gastronomie positiv zu dem Projekt geäußert.

Nach der Kritik am Umzug der Uni in die Stadt haben sich Vertreter von Handel und Gastronomie positiv zu dem Projekt geäußert.

sz/ch Siegen/Weidenau. „Vom Grundsatz her kann man überhaupt nichts dagegen haben, dass zwei weitere Fakultäten der Universität in die Siegener Innenstadt ziehen.“ Daran lässt Michael Schreiber keinen Zweifel. Der geschäftsführende Gesellschafter des gleichnamigen Schuhhauses bezieht sich mit seinen Worten auf einige Kommentare in den sozialen Netzwerken und Leserbriefen, die sich in der jüngeren Vergangenheit kritisch mit dem Projekt „Uni in die Stadt“ auseinandersetzten. „Der gesamte Handel und auch die Gastronomie leiden derzeit Corona-bedingt unter enormen Frequenzrückgängen“, zeigt er auf.

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„Hier sollten alle froh sein, dass wir bereits jetzt durch die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät auf dem Campus ,Unteres Schloss’ knapp 5000 zusätzliche Menschen – nicht nur Studenten – in der Innenstadt haben, auch wenn sie in der Regel als nicht sonderlich zahlungskräftig gelten: Sie werden nach Corona dazu beitragen, Handel und Gastronomie wieder zu beleben.“

Kreative Geschäftsmodelle

„Das Angebot im Einzelhandel verjüngt sich“, freut sich Thomas Weissner, geschäftsführender Gesellschafter der Leder Jaeger GmbH. „Durch Studenten und Absolventen ergeben sich auch neue, kreative Geschäftsmodelle im Handel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor, die sich durchaus auch in der Innenstadt ansiedeln können.“

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„Vorher war diese Klientel doch fast nur auf dem Haardter Berg“, erinnert Wolfgang Keller, Chef des Autohauses Keller und zugleich Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK Siegen. „Nach Vorlesungsschluss oder Feierabend stiegen sie in ihre Autos, die Busse oder die Bahn und waren verschwunden“, spielt er auf die hohe Pendlerquote der Uni an. „Jetzt sind Universitätsangehörige in der Innenstadt bzw. kommen noch hierher. Und sie konsumieren hier.“ Das werde sich durch den Zuzug weiterer Fakultäten im Quartier Friedrichstraße bzw. Löhrtor noch verstärken. „Man spricht von mindestens 13 000 Menschen. Das sorgt für eine lebendige Innenstadt, von der alle profitieren.“

"Riesenchance erfolgreich umsetzen"

Dass die Vielzahl der Hochschulangehörigen die Innenstadt auch irgendwie erreichen muss, sei klar. „Das Thema Verkehrsentwicklung haben wir seit Jahren auf der Agenda“, ordnet Thiemo Brinkmann von der Immobilien- und Standortgemeinschaft Oberstadt ein. Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Gesamtkonzept sei jetzt ganz wichtig. Das könne man aber nicht aus dem Hut zaubern. Er ist sich sicher: „Die Stadt wird schon bald ein ausgereiftes Konzept vorstellen, das auch das Thema Parkraum beinhaltet, um diese Riesenchance ‚Uni in die Stadt‘ erfolgreich umsetzen zu können.“

„Wir alle wollen doch am liebsten mit unseren Autos bis zur Ladenkasse fahren“, so Michael Schreiber. „Klar, Individualverkehr und Parken gehören zum urbanen Stadtleben eines Oberzentrums dazu.“ In größeren Universitätsstädten mit einem eng getakteten ÖPNV sei vielen das Thema Auto überhaupt nicht mehr wichtig, betont hingegen Thomas Weissner: „Da müssen wir auch hinkommen.“

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