Hinschauen und schützen

Kirche nach Missbrauchsskandal aktiv

Die kath. Kirche hat einen dornigen Weg vor sich. So sind z. B. nun alle hauptberuflich eingesetzten Personen verpflichtet, im Abstand von fünf Jahren ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen.

Die kath. Kirche hat einen dornigen Weg vor sich. So sind z. B. nun alle hauptberuflich eingesetzten Personen verpflichtet, im Abstand von fünf Jahren ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen.

sz Siegen. Der sexuelle Missbrauchsskandal belastet die katholische Kirche und hat ihrem Ansehen sehr geschadet. Viele fragen sich, wie das nur möglich war. Und: Viele fragen sich, wie man künftig Schlimmes verhindern könne. Das Pfarrheim St. Peter und Paul in Siegen bot da den richtigen Rahmen für eine Präventionsschulung zum Thema „sexualisierte Gewalt“ im Dekanat Siegen.

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Daran nahmen alle Seelsorger und Mitarbeiter aus Einrichtungen des Dekanats teil. Geleitet wurde die Veranstaltung von Hiltrud Steinhofer-Haurand und Stefan Beckmann aus dem Referententeam des Erzbistums Paderborn. Der Arbeitstitel der Veranstaltung: „Augen auf! Hinschauen und schützen“. Nach den erschütternden Übergriffen, die es in der katholischen Kirche gegeben hat, wurde die von der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitete „Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen“ aufgegriffen.

Das in einem PDF zusammengefasste Dokument der Bischofskonferenz geht alle an. Im Erzbistum Paderborn durchlaufen alle Hauptamtlichen eine Intensivschulung, die nach spätestens fünf Jahren „aufgefrischt“ und vertieft werden soll. Hauptziel dieser Schulungen ist es, eine verstärkte Achtsamkeit zu entwickeln und allen Formen sexualisierter Gewalt entgegenzutreten.

Die Teilnehmer arbeiteten an konkreten Fallbeispielen oder persönlich erlebten Situationen und versuchten herauszufinden: „Was ist überhaupt sexualisierte Gewalt?“ „Was sind die Strategien von Tätern?“ und „Welche Gefährdungsmomente gibt es in der katholischen Kirche, in den Gemeinden und Gruppen und wie kann eine verstärkte institutionelle Prävention aussehen?“ Wichtig: Vor allem geht es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen und weiterer schutzbedürftiger Personen, mit denen die Seelsorger in Kontakt kommen.

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Die Pastoralverbünde im Dekanat Siegen erarbeiten oder haben bereits ein umfassendes „institutionelles Schutzkonzept“ verabschiedet. Hier geht es besonders darum verbindliche Standards für die kirchliche Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen festzulegen. Der Erzbischof in Paderborn hat die kirchlichen Rechtsträger aufgefordert, ein solches Schutzkonzept zu erstellen, das dazu beiträgt, sensibel und achtsam zu werden und ein Höchstmaß an Schutz vor sexualisierter Gewalt in Kirchengemeinden zu gewährleisten.

Aber auch darüber hinaus werden folgende Maßnahmen ergriffen: So sind alle hauptberuflich eingesetzten Personen verpflichtet, im Abstand von fünf Jahren ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Darüber hinaus werden alle Haupt- und Ehrenamtlichen aufgefordert, eine Selbstverpflichtungserklärung abzugeben, mit der sie versichern, dass keine Straftat gegen sexuelle Selbstbestimmung vorliegt.

Auch wird die Anerkennung des Verhaltenskodex bestätigt. Der Verhaltenskodex ist eine Vereinbarung zu Verhaltensregeln für den Umgang mit Schutzbefohlenen. Er bietet eine Orientierung für ein adäquates Verhalten im Hinblick auf gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln. Für die Ehrenamtlichen werden in regelmäßigen Abständen Schulungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt angeboten.

Der Präventionsbeauftragte des Erzbistums Paderborn Karl-Heinz Stahl betonte, dass es in den vergangenen Jahren über 35 000 Menschen im Erzbistum geschult worden seien. Dies sei aber keineswegs ein Grund in den Bemühungen nachzulassen, da das Thema auf Dauer von gesellschaftlicher und damit auch kircheninterner Relevanz bleiben werde.

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