Impfen: Bankrott der Bürgernähe

Senioren-Union fordert einfache Terminvergabe

Der Kalender bleibt noch leer: Aktuelle Beispiele zeigten, dass die angeblich einfache Terminvereinbarung für die über 80- und 90-Jährigen, die nun geimpft werden können, praktisch unmöglich ist.

Der Kalender bleibt noch leer: Aktuelle Beispiele zeigten, dass die angeblich einfache Terminvereinbarung für die über 80- und 90-Jährigen, die nun geimpft werden können, praktisch unmöglich ist.

ch/sz Siegen/Bad Berleburg. Seit knapp einer Woche wird der kleine Pieks gegen das große Wüten des Corona-Virus verabreicht. Doch kein Tag vergeht seit dem Start der bundesweiten Impfkampagne, an dem es nicht Kriktik am Versorgungsengpaß mit dem Biontech-Impfstoff oder am Verfahren hagelt. Auch die Senioren-Union in Siegen-Wittgenstein redet Klartext: „Es ist ein Unding, dass die Älteren aus der höchsten Risikogruppe der Corona-Gefährdung darauf angewiesen werden, sich selbst um einen Impftermin zu kümmern“, bemängelt Helmut Peter, der Kreisvorsitzende der heimschen Senioren-Union der CDU.

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Hochbetagte nutzen keine App

Aktuelle Beispiele zeigten, dass die angeblich einfache Terminvereinbarung für die über 80- und 90-Jährigen, die nun geimpft werden können, praktisch unmöglich ist. Über die zentrale Hotline  "116-117" bleibe man in Warteschleifen hängen oder es werde auf online-Möglichkeiten im Internet oder mit einer App verwiesen. Dies scheitere nur zu oft, "weil die technischen Voraussetzungen bei den Hochbetagten nur ausnahmsweise oder gar nicht vorhanden sind", so Peter.

Bankrotterklärung moderner Bürgernähe

„Wir sind heute in den Verwaltungen in der Lage, auf Knopfdruck Gebührenbescheide oder Zählerablesungen zu versenden. Da muss es möglich sein, bestimmte Altersgruppen der Bevölkerung schriftlich, zielgerichtet und zeitnah mit Informationen zu Impfterminen zu versorgen“, fordert Helmut Peter „Alles andere kommt einer Bankrotterklärung moderner Bürgernähe und Datenverwaltung gleich“, lautet die Kritik aus dem Kreis der CDU-Senioren.

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Fehler im System

Ausreden, es gebe zu wenig Impfstoff, lässt Helmut Peter nicht gelten. „Wenn weder telefonisch noch online eine Terminvereinbarung klappt, dann liegt es nicht am fehlenden Impfstoff, dann liegt der Fehler im System“, sagt er.

Es gibt noch keine Impfungen

Das Kreishaus verweist hingegen darauf, dass noch keine Impfungen im Eiserfelder Corona-Impfzentrum stattfinden. Aktuell werden, wie die SZ berichtete, die älteren Mitbürger in Senioren- und Pflegeheimen geimpft. Das Statement der Siegen-Wittgensteiner Kreisverwaltung zur Terminvergabe, platziert auf der Homepage des Kreises: "Bitte verfolgen Sie die Berichterstattung in den Medien. Dort werden Sie erfahren, wann und wie sich weitere Bevölkerungsgruppen zur Impfung anmelden können."

Kein Versorgungsengpass

Die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe - für die Verteilung des Impfstoffs zuständig - verneint einen Versorgungsengpass. Weitere größere Lieferungen seien in diesen Tagen angekündigt. Die Mengen an Impfstoff sollten dann ausreichen, um den Betrieb der 53 nordrhein-westfälischen Impfzentren, von denen sich 26 in Nordrhein und 27 in Westfalen-Lippe befinden, ab der zweiten Januar sukzessive aufzunehmen. Und auch von der KVWL kommt der Hinweis: Die Terminvergabe für die Impfzentren, die unter besagter Hotline "11 6 11 7" erfolgen wird, ist noch nicht gestartet.

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