Impfzentrum: Größere Mengen des Serums von Biontech/Pfizer verfügbar

Ab März kommt der Impfstoff von Moderna

Im März erwartet die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein noch mehr Betrieb im Eiserfelder Impfzentrum als bislang (Symbolbild).

Im März erwartet die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein noch mehr Betrieb im Eiserfelder Impfzentrum als bislang (Symbolbild).

ihm Eiserfeld. Das Impfzentrum in Eiserfeld spult sein Programm inzwischen routiniert ab – sieben Tage die Woche werden hier Spritzen in Oberarme gesetzt. Sechs Impfstraßen laufen parallel. Im März erwartet die Kreisverwaltung noch mehr Betrieb, denn dann stehen dem Land zum einen größere Mengen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs zur Verfügung, von denen auch der Kreis Siegen-Wittgenstein seinen Teil abbekommt. Und der dritte zugelassene Impfstoff kann bestellt werden: Moderna. Bisher werden an sechs Tagen in der Woche (außer donnerstags) täglich im Schnitt 170 Impfdosen von Biontech/Pfizer in Eiserfeld angeliefert. Bestellt wird immer nach Bedarf. Ab März, so Kreispressesprecher Torsten Manges, kann der Kreis 420 Impfdosen pro Woche zusätzlich abrufen. „Damit können 70 Personen pro Tag mehr geimpft werden, also statt 170 dann 240 Menschen.“ Der Impfstoff ist für die Senioren über 80 gedacht.

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Dritter Impfstoff bisher im Kreis nicht verwendet

70 bis 80 Dosen des Impfstoffs AstraZeneca verimpfen die Ärzte in Eiserfeld an sechs Tagen die Woche – am Donnerstag sind es jeweils 360 Dosen, denn an diesem Tag gibt es keine Senioren-Termine. Zielgruppe des AstraZeneca-Impfstoffs sind Menschen unter 65 Jahren, die zur höchsten Prioritätsgruppe gehören (Personal in Intensivstationen, Notaufnahmen und im Rettungsdienst). Der dritte zugelassene Impfstoff stammt von der Firma Moderna und war bisher im Kreis Siegen-Wittgenstein noch nicht in Gebrauch. Das ändert sich ab 1. März. Dann nämlich, so Manges, stehe dem Kreis ein Kontingent von zunächst 230 Impfportionen zur Verfügung. „Das werden wir ausschließlich für Impfungen in teilstationären Einrichtungen verwenden.“ Dazu gehören zum Beispiel Tagespflegestationen für alte Menschen. Nachbestellt werden soll dann auch hier nach Bedarf und Verfügbarkeit.

Biontech/Pfizer-Serum muss aufbereitet werden

Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Beide werden hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit von der Ständigen Impfkommission (STIKO) als gleichwertig beurteilt. AstraZeneca liefert einen Vektorimpfstoff. Während die Seren von AstraZeneca und Moderna sozusagen gebrauchsfertig geliefert werden und nur auf Spritzen aufgezogen werden müssen, ist bei Biontech/Pfizer eine Aufbereitung erforderlich. Das Serum muss mit einer Kochsalzlösung verdünnt werden, dann erst kann es portioniert werden. Aus 0,55 Milliliter Wirkstoff und 1,8 Milliliter Kochsalzlösung werden 2,35 Milliliter Impfstoff. Zu Beginn durften nur fünf Impfdosen à 0,3 Milliliter aus einer Ampulle gewonnen werden. Rechnerisch blieben also 0,85 Milliliter übrig. Inzwischen hat das Land erlaubt, sechs oder auch sieben Impfdosen auf die Spritze zu ziehen. Kreisvertrauensapotheker Dr. Gero von Fircks: „Natürlich nur, wenn auch die letzte Dosis vollwertig ist. Es kann schon mal sein, dass man eben keine siebte Dosis gewinnen kann.“ Wenn an einem Tag dank ruhiger Apothekerhände die Ausbeute besonders groß war, bleibt womöglich Impfstoff übrig. Das ist kein Problem, denn er kann im Kühlschrank ohne Weiteres aufbewahrt werden.

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Erstimpfung in allen Altenheimen erfolgt

Wie ist die Situation in den Altenheimen? In allen Heimen sei die erste Impfung der Bewohner und des Personals erfolgt, berichtet Torsten Manges. „Bis Ende kommender Woche werden wir in allen Heimen auch die zweite Impfung verabreicht haben.“ Wenn hier Impfstoff übrigbleibt – auch das soll vorgekommen sein –, muss dieser ins Impfzentrum nach Eiserfeld gebracht werden. Manges: „Das ist ganz klar geregelt.“ SZ-Informationen, nach denen ein niedergelassener Arzt im Kreis die nicht verwendeten Dosen aus dem Altenheim mit in seine Praxis genommen hat, um dort andere Patienten zu impfen, sind bei der Kreisverwaltung nicht bekannt. Wann die niedergelassenen Ärzte nun endlich Impfstoff für ihre Praxen bekommen, lässt der Kreissprecher offen: „Wir wissen nichts!“

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