In der Luft und auf dem Boden: Vorboten deuten auf Frühling hin

Der Lenz kündigt sich an

Ende Februar freuen sich auch die Frösche in der Region über das Ende des Winters.

Ende Februar freuen sich auch die Frösche in der Region über das Ende des Winters.

pm Siegen. Der Frühling naht. Nach der extremen Kälte der vergangenen Wochen sind die Temperaturen merklich gestiegen – und die ersten Boten kündigen den Lenz an. Ausdauernd singende Vögel, Kröten am Boden und die Blüten von Schneeglöckchen deuten auf die zweite Jahreszeit hin. Ungewöhnlich große Kranich-Schwärme sind in den vergangenen Tagen laut kreischend über Südwestfalen hinweg Richtung Norden gezogen. „Zuerst kommen die sogenannten Teilzieher, die sich in Südeuropa aufgehalten haben. Weißstorch und Kuckuck beispielsweise, die bis nach Afrika gezogen sind, brauchen noch etwas, bis sie zurückkehren“, erklärt Michael Düben vom Naturschutzbund Nabu Siegen-Wittgenstein. Der heftige Wintereinbruch hatte den Kranich-Flug vorübergehend unterbrochen. Mit dem milderen Wetter setzten Zehntausende Vögel ihren Flug fort. Der Wettlauf um eine frühe Ankunft am Ziel hat mit der Suche nach einem guten Brutplatz zu tun: Wer zuerst ankommt, hat die größte Auswahl.

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Wintereinbruch machte Vögeln zu schaffen

Nicht nur die Zugvögel wurden indes vom Wintereinbruch mit Eis, Schnee und Dauerfrost beeinträchtigt. Schleiereulen hatten Probleme, Mäuse zu finden, die ihre Hauptnahrung sind. Der hübsche Eisvogel konnte in den zugefrorenen Gewässern keine Fische jagen. „Dadurch kam es dazu, dass einige Tiere verhungert sind. Wenn es viele Verluste gibt, ist der Eisvogel aber in der Lage, das durch eine hohe Reproduktionszahl relativ schnell wieder auszugleichen“, so Michael Düben.

Krokusse und Schneeglöckchen

Am Boden zeigen indes Krokusse und Schneeglöckchen schon ihre Spitzen. „Sie werden bald rauskommen, teilweise sieht man schon die Blütenanlage“, berichtet der ehemalige Naturschutzreferent im Nabu Siegen-Wittgenstein. Diese ersten Farbtupfer werden bald von Wildbienen und Hummeln angesteuert. „Bei tieferen Temperaturen fliegen zuerst die Hummelköniginnen. Sie suchen Mauselöcher oder Ähnliches, um einen Hummelstaat zu bilden“, erklärt Düben.

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Ein großes Thema werden auch schon bald die alljährlichen Krötenwanderungen. „Ende Februar sind die Grasfrösche die ersten“, so Michael Düben über die bei uns am stärksten verbreitete Art. Die kleinen Amphibien benötigen einige Tage mit Temperaturen konstant über dem Nullpunkt und frostfreie Nächte, da sonst ihr Laich gefährdet ist. „Bestenfalls sind Temperaturen von acht, neun Grad. Außerdem muss es feucht sein, dann ziehen sie los und suchen Laichgewässer auf, um sich zu paaren“, erklärt Düben.

Seltene Geburtshelferkröte in Siegen

Im Altkreis Wittgenstein wird sogar die Kreisstraße bei Harfeld vom Nabu nach Bedarf gesperrt, wenn sich aufgrund der Wetterlage vermehrte Krötenwanderungen abzeichnen. Und noch eine Besonderheit hat „SiWi“ zu bieten. Während einige Arten wie die Kreuzkröte oder die Knoblauchkröte in der Region nicht mehr anzutreffen sind, kommt im Siegener Stadtgebiet die seltene Geburtshelferkröte vor. „Ihre Sicherheit ist nochmal wichtiger“, stellt Michael Düben klar. Besonders in Industriegebieten sei deshalb viel für ihren Schutz unternommen worden.

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