Kinderpornografisches Material gefunden

Haftstrafe gefordert

Für das Herunterladen kinderpornografischer Inhalte aus dem Internet drohen dem Angeklagten viereinhalb Jahre Haft.

Für das Herunterladen kinderpornografischer Inhalte aus dem Internet drohen dem Angeklagten viereinhalb Jahre Haft.

mick Siegen/Kirchhundem. Am kommenden Montag wird die 1. Große Siegener Strafkammer über den Mann urteilen, der im Mai in Kirchhundem erwischt wurde, erneut kinderpornografisches Material aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Obwohl er wegen früherer Taten gar keine internetfähigen Geräte besitzen oder nutzen durfte. Dabei stellte sich zudem heraus, dass er in zwei Fällen 2017 und Anfang 2020 japanische Comic-Zeichnungen sexuellen Inhalts auf einer russischen Internetplattform geteilt hatte. Staatsanwalt Johannes Giesing will ihn dafür vier Jahre und sechs Monate in Haft schicken.

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"Ich muss damit leben“

Verteidiger Thomas Trapp hält ein Jahr weniger für ausreichend. Umfangreich hat sich der Beschuldigte zu seiner problematischen Sexualität eingelassen. „Ich habe diese pädophile Neigung, und sie geht auch nicht mehr weg. Ich muss damit leben“, sagt er und versichert, alles dafür zu tun, um nicht wieder straffällig zu werden. Von 2010 bis 2014 ist er bereits für sexuellen Missbrauch und den Besitz kinderpornographischer Schriften in Haft gewesen, später noch einmal 18 Monate wegen eines Rückfalles. Gutachter Dr. Brian Blackwell aus Hagen hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung attestiert, die den Angeklagten zusammen mit seiner pädophilen Neigung in einen suchtartigen Zustand versetze, der es ihm deutlich erschwere, Widerstand gegen den Druck zu leisten, kinderpornographische Bilder und Videos zu konsumieren. Er brauche in diesem Zustand dringend ein Gratifikationsgefühl. Folglich sei die Schuldfähigkeit deutlich eingeschränkt gewesen.

Keine Einweisung in Psychiatrie

Anklagevertreter Johannes Giesing schließt sich ausdrücklich der Beurteilung des Gutachters an und macht die Erkrankung auch an der ungewöhnlichen Sammelsucht des Mannes fest. Mit dem Mediziner sieht er keinen Anlass, den Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Grundsätzlich könne eine anhaltende Gefährlichkeit des Kirchhundemers, der seit Sommer in U-Haft sitzt, nicht ausgeschlossen werden. Praktisch habe es aber nur beim ersten Fall einen tatsächlichen Kontakt zu einem Kind gegeben. Auch Verteidiger Thomas Trapp lehnt eine Unterbringung als unverhältnismäßig ab. Sein Antrag fällt mit drei Jahren und sechs Monaten unter anderem deswegen geringer aus, weil er das Hochladen von wenigen Comics deutlich weniger strafwürdig sieht als Johannes Fehling. Es gebe genug Möglichkeiten, den Angeklagten ambulant in einen gewissen Rahmen zu bringen, unter anderem auch durch die Einnahme von Medikamenten.

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