Koblenzer Straße Siegen

Politik streitet um die Sicherheit für Radfahrer

Der Abschnitt der Koblenzer Straße zwischen Kochs Ecke und Obergraben gehört zu den am stärksten befahrenen Straßen in der Siegener Innenstadt. Die Neuaufteilung der Fahrspuren sorgt in der Politik noch für Diskussionen.

Der Abschnitt der Koblenzer Straße zwischen Kochs Ecke und Obergraben gehört zu den am stärksten befahrenen Straßen in der Siegener Innenstadt. Die Neuaufteilung der Fahrspuren sorgt in der Politik noch für Diskussionen.

js Siegen. Ein beachtlicher Teil des Durchgangsverkehrs mag inzwischen an ihr vorbeigeleitet werden – die Koblenzer Straße gehört aber nach wie vor zu den am stärksten pulsierenden Adern in der Siegener Innenstadt. Zwischen Kochs Ecke und dem Obergraben sieht sie noch etwas alt aus – die Aufteilung der Verkehrsfläche in zukunftsweisende Spuren beschäftigt die Siegener Politik schon seit einigen Jahren. Jetzt ist Land in Sicht. Der Bauausschuss soll am 10. März die Umgestaltung auf den Weg bringen. Ganz ohne Widerworte dürfte das nicht vonstatten gehen. Im Verkehrsausschuss ließ sich für den vorliegenden Umgestaltungsentwurf am Dienstagabend keine überragende Mehrheit gewinnen. Insbesondere aus den Fraktionen von Grünen und Volt wurden Bedenken laut gehen den nunmehr geplanten Spurwechsel.

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Radfahrstreifen auf der Koblenzer Straße in Siegen soll durchgezogen werden

Den hatte die Verwaltung ausgearbeitet, nachdem auf den bereits vor drei Jahren gefassten Beschluss des Bauausschusses noch Bedenken und Hinweise geäußert worden waren. Problematisch war in der 2018er-Version die Führung des Radwegs in nördliche Fahrtrichtung vor der Einmündung Obergraben. Geplant war zunächst, den Radfahrstreifen ab Oranienstraße in einen Radschutzstreifen übergehen zu lassen. Diese unterscheiden sich in ihrer Deutlichkeit: Fahrstreifen sind exklusiver und mit durchgezogener Linie abgetrennt, Schutzstreifen sind weniger hart abgegrenzt und gehören zur Fahrbahn. Um die Sicherheit der Radfahrer an der Kreuzung Obergraben zu erhöhen, plant die Verwaltung nun, den Radfahrstreifen – also den „echten“ – bis zur Ampel durchzuziehen. Die Radfahrer sollen demnächst aus der Pole-Position starten dürfen und erhalten eine eigene Grünphase – sie sollen freie Fahrt haben, ob geradeaus oder aber als Rechts- bzw. Linksabbieger.

Radweg zwischen Bus- und Autofahrspur - das birgt Gefahren

Die Sache hat einen Haken, und an genau dem blieben die Kritiker im Ausschuss hängen. Der durchgehende Radweg bekommt zwar mit 1,85 Meter eine komfortable Breite, er soll aber zwischen Bus- und Autofahrspur verlaufen. An Gefahrenstellen, beispielsweise an der Einmündung Oranienstraße oder an der stark genutzten Bushaltestelle, soll er signalrot markiert werden. Grüne und Volt sehen diese Spurführung als zu gefährlich an, schlugen eine kombinierte Spur für Busse und Radler bzw. die Verlegung des Radwegs an den Rand des Bürgersteigs an. Martin Heilmann (Grüne) sah die Radler von morgen eher in einer „Schlucht“ zwischen Bus und 7,5-Tonner als in Sicherheit. Auch Manfred Rohde vom ADFC hob den mahnenden Zeigefinger. „Die Radfahrer fühlen sich eingequetscht.“ Aus seiner Sicht sei eine kombinierte „Umweltspur“ für Busse, Räder und Taxis die sicherste Lösung. Benjamin Hinkel, zuständiger Planer bei der Stadtverwaltung, erinnerte an den bestehenden Beschluss zur grundsätzlichen Spuraufteilung. An den habe er sich gehalten. Der kombinierte Streifen mit dem ÖPNV sei auch nicht das, was die Richtlinien forderten. Demnach habe, wenn wie hier genug Platz vorhanden sei, ein getrennter Radweg ganz klar Priorität vor alternativen Mischformen. Auch in die entgegengesetzte Fahrtrichtung wurde optimiert. An Kochs Ecke konkurrieren die Radler demnächst nicht wie zunächst geplant mit zwei Autofahrspuren, sondern mit nur einer. Daran hatte niemand etwas auszusetzen.

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