Kreishaushalt Siegen-Wittgenstein

Defizit von 7,5 Millionen Euro

Familienfreundlich will der Kreis Siegen-Wittgenstein sein, und das lässt er sich etwas kosten: 78,6 Millionen Euro im Jahr. 6741 Kinder besuchen Kitas oder Tagesmütter. Ab 1. August 2021 werden es noch 113 Kinder mehr sein, vor allem unter Dreijährige.

Familienfreundlich will der Kreis Siegen-Wittgenstein sein, und das lässt er sich etwas kosten: 78,6 Millionen Euro im Jahr. 6741 Kinder besuchen Kitas oder Tagesmütter. Ab 1. August 2021 werden es noch 113 Kinder mehr sein, vor allem unter Dreijährige.

ihm Siegen/Bad Berleburg. Wer Zahlen mag, wird den interaktiven Haushaltsplan des Kreises Siegen-Wittgenstein lieben. Zum ersten Mal können Bürger, Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und alle anderen Menschen im Haushaltsplan graben wie in einem Datensteinbruch. Nicht mehr in Hunderten von PDF-Seiten blättern, sondern Hin- und Herspringen zwischen Teilergebnisplänen, Tortendiagrammen und Zeitachsen. Den neuen Blick auf den Haushalt 2021 gibt es unter siegen-wittgenstein.de – leider etwas versteckt unter dem Menüpunkt „Themen und Projekte“.

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Kreis Siegen-Wittgenstein plant mit Defizit von 7,5 Millionen Euro

Was plant Kämmerer Thomas Damm für das Jahr 2021? Mehr Ausgaben, mehr Einnahmen und am Ende ein Defizit von 7,5 Millionen Euro. Dabei hat der Kreis auf den größten Teil der Ausgaben keinen Einfluss – es handelt sich um gesetzlich vorgeschriebene Posten. Hier stehen den Millionenausgaben meist hohe Einnahmen gegenüber, zum Beispiel im Sozialbereich. Der Kreishaushalt ist ein Umlagehaushalt. Das heißt, er finanziert sich durch Umlagen zum Beispiel der Städte und Gemeinden und durch Zuwendungen anderer Stellen. Eigene Steuereinnahmen hat der Kreis nicht. Das ist einerseits eine Crux für Thomas Damm, denn der Spielraum zur Erhöhung der Einnahmen ist begrenzt. Andererseits kann der Kämmerer darauf bauen, dass die Ausgaben am Ende von den Städten und Gemeinden bzw. vom Land gedeckt werden.

Kreisumlage soll bei 36,3 Prozent bleiben

Kreisumlage: Sie soll 2021 bei 36,3 Prozent bleiben – wie berichtet, zum großen Missfallen der Städte und Gemeinden. Wegen der höheren Umlagegrundlagen werden nämlich trotzdem 2,5 Millionen Euro mehr in die Kreiskasse gespült. Bürgermeister, die mit der Überweisung auch nur einen Tag in Verzug geraten, müssen sich auf saftige Strafzinsen einstellen: 6 Prozent weist die Haushaltssatzung aus. Investitionen: Für die Investitionen sollen 20 Millionen Euro Kredite aufgenommen werden. Die beiden größten Posten in der Liste sind die neuen Rettungswachen in Bad Berleburg, Deuz, Wahlbach, Allenbach, Wilnsdorf und Bad Laasphe (7,4 Millionen Euro) und die Erdaushubdeponie Fludersbach (10 Millionen Euro). Gebühren: 37,3 Millionen Euro nimmt der Kreis an Gebühren für diverse Leistungen ein, zum Beispiel im Rettungsdienst, bei der Fleischbeschau und bei der Abfallentsorgung. Die Gebühren sollen 2021 nicht angehoben werden. Jugendamtsumlage: Sie soll von 23,2 auf 24,16 Prozent steigen, das würde 3,6 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bringen. Die Umlage müssen die Städte und Gemeinden zahlen – außer der Stadt Siegen, denn sie hat ein eigenes Jugendamt. Begründet wird der Mehrbedarf des Jugendamts vor allem durch erhöhte Zuschüsse bei der Kinderbetreuung.

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73 Millionen Euro Personalkosten im Kreishaus

Kinder- und Jugendhilfe: Mit Ausgaben von 129 Millionen Euro ist dies der größte Einzelhaushalt. Allein für Kitas und Tageseltern sind 36 Millionen Euro an Zuschussbedarf kalkuliert bei Gesamtkosten von 78,6 Millionen. Die Kosten sind gegenüber 2020 um 6 Millionen gestiegen (plus 8,2 Prozent). Die Elternbeiträge decken nur 2 Millionen Euro ab und sind gegenüber 2020 um 23 Prozent gesunken. Stellenzuwachs: Der Stellenplan weist 13 zusätzliche Stellen aus und kommt ohne Jobcenter auf 779,5 Planstellen. Sechs zusätzliche Leitstellendisponenten, eine Amtsleiterstelle für Immissionsschutz und Kreislaufwirtschaft, ein Beauftragter für Digitalisierung und eine weitere Stelle für Waffenrecht in der Polizeiverwaltung sind u. a. geplant. Personalkosten: 73 Millionen Euro kostet die Kreishaus-Mannschaft in diesem Jahr, das ist eine Steigerung um 6,1 Prozent. Rechnet man die Erstattungen ab, sogar um 7 Prozent. ÖPNV: Neben der Weitergabe von Landesmitteln an die Verkehrsbetriebe (4,2 Millionen) plant der Kreis weitere Stützungszahlungen für den Busverkehr in Höhe von 5 Millionen Euro – auch wegen des Erlös-Einbruchs durch die Corona-Krise. Flughafen und Philharmonie: Der Siegerlandflughafen bekommt erneut 500 000 Euro, der Zuschuss an die Philharmonie liegt inzwischen bei 880.000 Euro.

Haushaltsdaten im Überblick

Erträge: 468,5 Millionen Euro Aufwendungen: 476 Millionen Euro Fehlbetrag: 7,5 Millionen Euro Kreisumlage: 36,3 Prozent (wie 2020) Jugendamtsumlage: 24,16 Prozent (2020: 23,2 Prozent) Personalkosten: 73 Millionen Euro (plus 6,1 Prozent) Stellenzahl: 780 (plus 13) Kinderbetreuung: 78,6 Mill. Euro (plus 8,3 Prozent) Sozialleistungen: 118 Mill. Euro.

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