Kriminelle Anrufe in der Dauerschleife

„Wilson“-Gang kennt fiese Tricks

nja/sz Siegen/Bad Berleburg. Die Anrufe der meist unter dem Namen „Wilson“ in Aktion tretenden Kriminellen, die sich meist auf Englisch oder in radebrechendem Deutsch als Microsoft-Vertreter ausgeben und so versuchen, mit kriminellem Potenzial „Zugang“ zu Computerdaten zu erlangen, reißen nicht ab – und beschäftigen die Betroffenen. Am Freitag z. B. berichtete die Polizei von mehreren Anrufen im Wittgensteiner Raum. Doch auch das nördliche Siegerland steht nach wie vor auf der Anrufliste.

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Angeblicher Virus auf dem PC

Zur Erinnerung: Die angeblichen Microsoft-Mitarbeiter gaukeln ihren Opfern u. a. vor, dass ihr Computer von einem Virus befallen ist und fordern dazu auf, verschiedene Einstellungen und Installationen am Computer vorzunehmen. So wird den Tätern der Fernzugriff auf den Rechner ermöglicht und sie können ihn ohne Zugriffsmöglichkeit des Opfers bedienen. Anschließend werden die Betroffenen aufgefordert, Bankdaten und TAN-Nummern für die dann kostenpflichtige Hilfe einzugeben. So können dann Überweisungen getätigt werden.

Immer andere Telefonnummer

Dass Mitleidende, die die Lunte zum Glück früh genug gerochen haben, jüngst der SZ davon berichteten, der Einsatz von Trillerpfeifen sei von Erfolg gekrönt und sorge dafür, dass die ständigen Anrufe der Wilsons oder wie auch immer sie sich nennen, damit aufhören, überraschte nun einen Gosenbacher Leser, denn: Auch er erhalte häufig solche Anrufe – allerdings immer von unterschiedlichen Telefonnummern. Rund 25 davon habe er mittlerweile auch notiert. Rufe er zurück, komme keine Verbindung zustande. Ob denn die Polizei nicht anhand dieser Nummern fahnden könne, fragte er die SZ-Redaktion, die das Anliegen an die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein weiterleitete.

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Nachverfolgung ist schwierig

„Die Telefonnummern werden von den Betrügern oftmals ,gespoofed’. Das heißt, dass durch technische Manipulation jede mögliche Nummer angezeigt werden kann“, so die ernüchternde Antwort der Behörde. „Wir haben diesen Fall auch bei den ,falschen Polizeibeamten’. Dort ist es bereits vorgekommen, dass die 110 oder eine Rufnummer der heimischen Banken angezeigt wurde. Dadurch ist eine Nachverfolgung seitens der Polizei extrem schwierig.“ Weiß die Polizei von Fällen, in denen die Betrugsmasche von Erfolg gekrönt war? „Es hat in unserem Kreis bereits Fälle gegeben, bei denen Betrüger vorgegaukelt haben, dass der PC z. B. durch einen Trojaner gefährdet ist. Im Laufe dieser Anrufe wurden dann sensible Daten ermittelt, die zu einem Schaden führten“, so die Ermittlungsbehörde. Dabei habe es sich jedoch um Einzelfälle gehandelt.

Niemals Auskünfte erteilen

Die Polizei bittet nochmals, niemals Bankdaten, TAN-Nummern oder Auskünfte zu Vermögensverhältnissen weiterzugeben. Wer verdächtige Anrufe erhält, sollte sofort auflegen und die 110 anrufen. „Sollten Sie den Anrufern bereits Fernzugriff ermöglicht haben, trennen sie ihre Internetverbindung und lassen ihren Computer fachkundig auf mögliche Schadsoftware überprüfen. Nehmen sie in keinem Fall Zahlungen vor!“

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