Kritik von Landeselternschaft Grundschulen

"Kinder müssen Schule unmittelbar erleben"

Für Grundschüler seien die persönliche Ansprache und das Erleben in der Schulgemeinschaft wichtig, sagt die Landeselternschaft Grundschulen.

Für Grundschüler seien die persönliche Ansprache und das Erleben in der Schulgemeinschaft wichtig, sagt die Landeselternschaft Grundschulen.

sz Siegen/Düsseldorf. Mit heftiger Kritik reagiert die Landeselternschaft Grundschulen auf die neuerlichen Lockdown-Entscheidungen. Die Kapazitäten vieler Grundschulkinder und Eltern seien nach einer langen Phase des „unhaltbaren Zustandes“ erschöpft bzw. aufgebraucht, heißt es in der Mitteilung der Organisation.

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Teilhabe an Bildung ermöglichen

Die Entscheidung, den Präsenzunterricht an den Grundschulen auszusetzen und die Grundschulkinder allesamt in den Distanzunterricht zu schicken, könne man aufgrund der verschärften Pandemie-Lage vielleicht nachvollziehen, dennoch stelle sie die Eltern vor enorme Herausforderungen und verunsichere viele Kinder und Eltern. „Es ist dringend geboten, allen Schülerinnen und Schülern wieder Teilhabe an Bildung zu ermöglichen sowie die Chance, wieder miteinander in Kontakt zu kommen.“ Die Folgen der Grundschul-Schließungen im Frühjahr seien deutlich sichtbar: „Lange mussten Kinder auf den so wichtigen Kontakt verzichten, gerieten Familien durch die Doppelbelastung von Arbeit und gleichzeitiger Betreuung der Kinder in eine Notlage. Viel zu viele Kinder wurden über das Lernen auf Distanz nicht erreicht oder waren damit überfordert.“ Vor dieser Tatsache stünden Eltern und Kinder nun erneut und noch immer sei kein moderates, für alle Beteiligten akzeptables Konzept erarbeitet worden. Die Ankündigung des Kinderkrankengeldes für zehn zusätzliche Tage begrüßt die Landeselternschaft. Leider sei die praktische Umsetzung noch nicht gesetzlich geregelt, was die zügige Umsetzung für Eltern und Arbeitgeber erschwere.

Kinder müssen Schule erleben

Bei allen Vorzügen der Bildungsvermittlung auf Distanz benötigten Grundschulkinder die persönliche Ansprache und das unmittelbare Erleben in der Schulgemeinschaft für eine weitere positive Entwicklung. Unabhängig davon, dass eine dauerhafte Betreuung durch die Eltern gewährleistet werden müsse, sei ein selbstständiges Arbeiten mit den – wenn überhaupt vorhandenen – digitalen Mitteln gerade für Kinder im Grundschulalter nur beschränkt möglich. Wenn ein Teil der Kinder Bildung gar nicht erhalte und viele spürbar wenig, so habe das Auswirkungen auf ihre Lebens- und Entwicklungschancen. „Damit tragen gerade die kleinsten Bedürftigen auf ihrem Rücken eine viel zu große Last.“ Auch wenn prinzipiell eine sichere Form des Präsenzunterrichts für Grundschulkinder unverzichtbar sei, müsse es für Kinder mit Vorerkrankungen und Kinder, deren nächste Angehörige Vorerkrankungen haben, die Möglichkeit des kompletten Unterrichts auf Distanz geben.

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