Landesweiter Warntag

Bundesweiter Warntag 2022: In Siegen heulen die Sirenen

Eine Sirene auf dem Dach eines Hauses in der Siegener Oberstadt. Im Stadtgebiet gibt es derzeit 53 Sirenen.

Eine Sirene auf dem Dach eines Hauses in der Siegener Oberstadt. Im Stadtgebiet gibt es derzeit 53 Sirenen.

Siegen/Bad Berleburg. Eine entscheidende Rolle kommt im Katastrophenschutz den Sirenen zu. Denn anders als Warn-Apps auf Smartphones oder Radio- und TV-Geräten können sie nicht stumm gestellt oder ausgeschaltet werden. Um die Sirenen-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen zu testen, findet am Donnerstag, 8. September, wieder ein landesweiter Probealarm statt.

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Der Aktionstag solle das Thema Warnung wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken und vermitteln, wie wichtig es sei, sich mit Warnsignalen auszukennen, so die Stadt Siegen in einer Stellungnahme. „Jeder sollte die unterschiedlichen Signaltöne kennen und wissen, was in einem solchen Fall zu tun ist”, erklärt Thomas Jung, zuständig für das Thema Bevölkerungsschutz bei der Siegener Feuerwehr. Sie möchte in diesem Jahr am Warntag auch mobile Sirenen erproben.

53 Sirenen im Siegener Stadtgebiet

Im gesamten Stadtgebiet Siegen gibt es derzeit 53 Sirenen, die sämtlich ausgelöst werden. In jedem Stadtteil gibt es einen oder mehrere Sirenenstandorte, teilt Thomas Jung auf Anfrage der SZ mit. Von den neuen elektronischen Sirenen existieren derzeit im Stadtgebiet Siegen fünf, eine davon auf der Feuer- und Rettungswache Siegen.

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In den vergangenen Jahren haben die Sirenen eine Renaissance erlebt, denn ihnen werde der so genannte Weckeffekt zugeschrieben, teilt der Kreis mit: „Egal wo man sich gerade befindet, egal was man gerade macht, eine Sirene weckt die Aufmerksamkeit und holt die Bürgerinnen und Bürger gegebenenfalls auch aus dem Schlaf.

Insbesondere nachts, wenn Fernseher, Radio und Laptop ausgeschaltet sind und das Handy vielleicht lautlos ist, haben sie im Ernstfall einen klaren Vorteil gegenüber allen anderen Warnmitteln“, erklärt Thiemo Rosenthal, Dezernent für Gesundheit, Sicherheit und Bevölkerungsschutz beim Kreis Siegen-Wittgenstein. Ursprünglich hatte der Warntag im März stattfinden sollen, war jedoch wegen des Ukraine-Krieges verschoben worden.

In drei Orten bleibt es still

In drei Wilnsdorfer Orten wird es in diesem Jahr still bleiben: In Rudersdorf, Niederdielfen und Obersdorf waren die Sirenen 2021 zu leise, nun rüstet die Gemeinde Wilnsdorf um, alle drei Ortschaften sollen jeweils eine digitale Sirene bekommen. Das Problem, wie es sich während der letzten Ratssitzung darstellte: Das beauftragte Unternehmen hat einerseits eine hohe Auftragslage zu verzeichnen, hat andererseits aber Schwierigkeiten, an das benötigte Material zu kommen. Vor 2023, so teilt es Beigeordneter Johannes Schneider mit, werden die drei Ortschaften keine neuen Sirenen bekommen. In der Konsequenz wird es hier weder am landes-, noch am bundesweiten Warntag am 8. Dezember laut.

Geld für neue Sirenen in Bad Berleburg

Um 11 Uhr werden am Donnerstag in allen Städten und Gemeinden in NRW gleichzeitig die vorhandenen Sirenen ausgelöst – sozusagen als Probelauf für den Ernstfall. In Bad Berleburg werden an diesem Vormittag in den Ortschaften Berleburg, Berghausen und Raumland die Sirenen heulen. Hier wurden im Jahr 2020 insgesamt acht elektronische Sirenen errichtet.

Diese sind über Solarbetrieb und Akku vom Stromnetz unabhängig. Für die übrigen Stadtteile ist die Errichtung von insgesamt 35 Sirenen vorgesehen. Hierzu hat die Stadt Bad Berleburg eine Förderzusage in Höhe von 412 500 Euro erhalten. Die Aufträge wurden bereits vergeben.

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Insbesondere nachts, wenn Fernseher, Radio und Laptop ausgeschaltet sind und das Handy vielleicht lautlos ist, haben Sirenen einen klaren Vorteil gegenüber allen anderen Warnmitteln.

Thiemo Rosenthal, Kreis-Dezernent für Gesundheit, Sicherheit und Bevölkerungsschutz

In Bad Laasphe werden die vorhandenen Sirenen in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen Banfe, Feudingen, Rückershausen, Rüppershausen, Puderbach und Niederlaasphe ertönen. Und im Gemeindegebiet von Erndtebrück werden die Sirenen in der Kerngemeinde, in Birkefehl, Birkelbach, Schameder, Balde und Womelsdorf ausgelöst.

Am Warntag werden auch die Warn-Apps werden getestet

In den übrigen Ortschaften der Edergemeinde und der Lahnstadt ist die Alarmierung mit mobilen Sirenen möglich. Ergänzend dazu werden hier wie überall die Warn-Apps „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und „KATWARN“ per Push-Nachricht den Alarm mit einer Warnmeldung begleiten.

Der landesweite Probealarm soll jedoch nicht nur dazu dienen, die vorhandenen Warnmittel technisch zu testen und Abläufe sowie Konzepte zu überprüfen, sondern auch dazu, die Bevölkerung noch einmal für die Sirenensignale zu sensibilisieren. Denn wer in einer Gefahrensituation oder Schadenslage weiß, wie er die Signale zu deuten hat und sich richtig verhält, leistet nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur eigenen Sicherheit und der seiner Nachbarn, sondern erleichtert auch erheblich die Arbeit der Einsatzkräfte. „Bei einer Warnung vor Gefahren ist ein auf- und abschwellender Heulton zu hören.

Damit ist etwa die Aufforderung verbunden, einen lokalen Radiosender einzuschalten und auf Durchsagen zu achten. Entwarnung wird hingegen durch einen Dauerton signalisiert“, teilt Ann Kathrin Müsse von der Bad Laaspher Pressestelle mit. Bei einem Probealarm ist grundsätzlich eine Kombination aus auf- und abschwellenden Tönen und Dauertönen zu hören.

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