Landrat zieht die Notbremse

Siegen-Wittgenstein will Schulen und Kitas dicht machen

Aufgrund der hohen Inzidenzwerte macht Siegen-Wittgenstein die Schulen wieder dicht.

Aufgrund der hohen Inzidenzwerte macht Siegen-Wittgenstein die Schulen wieder dicht.

mir Siegen/Bad Berleburg. Die rasant steigende Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Siegen-Wittgenstein mit einem Wert von 170,8 am Montag hat Landrat Andres Müller zum Handeln genötigt. So hat die Siegener Kreisverwaltung am Nachmittag beim Land NRW formell beantragt, mit Wirkung ab Donnerstag das öffentliche Leben im Kreis Siegen-Wittgenstein wieder auf den Pandemie-Stand vor dem 8. März zurückzuführen. Das bedeutet: Alle Schulen müssen ihren Präsenzunterricht schließen, ausgenommen sein sollen Prüfungsklassen und -jahrgangsstufen. Auch die Kitas sollen in den Notbetrieb zurückkehren. Der Einzelhandel muss die Türen fürs breite oder angemeldete Publikum schließen, allenfalls bestellte Ware kann an der Tür abgeholt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch Ostern wird es keine Corona-Lockerungen geben

Das beantragte Maßnahmenbündel geht noch ein Stück weiter: Ab Donnerstag sollen sich nur noch Personen aus einem Haushalt und ein weiterer Mensch treffen dürfen, die Regel mit fünf Leute aus zwei Haushalten soll in Siegen-Wittgenstein zum Ziel haben, größere Menschengruppen auf jeden Fall zu unterbinden. Auch Ostern wird es dazu keine Lockerungen geben, sagt Andreas Müller: „Aber die Enkel dürfen ihre Oma treffen, das ist gewährleistet.“

Weitere Besonderheiten sind in der Planung enthalten: Mehr Maskenpflicht soll es geben, ist die eine Sache. Auch die Gottesdienste speziell an Ostern sollen noch sicherer ausgestaltet werden mit Schnelltests vorher und einer kleinen Maximal-Zahl an Teilnehmern. Müller: „Wir sind täglich mit dem Land in Kontakt. Über unseren formellen Antrag wird wohl am Mittwoch final beschieden, damit können alle Maßnahmen per Verfügung am Donnerstag in Kraft treten.“ Es gebe tatsächlich keine Alternative mehr, die Notbremse müsse jetzt gezogen werden: „Eine Inzidenz von 200 ist nicht mehr fern. Wenn nicht jetzt, wann sollen wir sonst handeln?“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Vorerst keine Ausgangssperre in Siegen-Wittgenstein

Eine Ausgangssperre wird es allerdings im Kreis Siegen-Wittgenstein noch nicht geben. Müller: „Das wäre ein weiterer Schritt auf der Eskalationsstufe.“ Andererseits dürfe man auch die Menschen nicht über Gebühr drangsalieren.

Noch eine wichtiges Argument für die Schließungsmaßnahmen: „Die Krankenhausauslastung war noch nie so hoch wie aktuell.“ Landrat Müller sieht bei 76 Covid-Patienten in stationärer Behandlung und zehn Fällen auf der Intensivstation die Zeit „für sofortiges Handeln“ gekommen. Müller rechnet mit zunehmend schweren Verläufen in den kommenden Tagen. „Wir haben uns lange zurückgehalten, jetzt muss etwas passieren.“

Mehr aus Siegen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken