Leerstände in Siegen füllen

Stadt springt für Mieter in die Bresche

Acht leerstehende Ladenlokale hat die Stadt Siegen in den Fußgängerzonen von Kölner Straße (Bild) und Bahnhofstraße gezählt. Diese könnten mit Hilfe von Fördermitteln wiederbelebt werden.

Acht leerstehende Ladenlokale hat die Stadt Siegen in den Fußgängerzonen von Kölner Straße (Bild) und Bahnhofstraße gezählt. Diese könnten mit Hilfe von Fördermitteln wiederbelebt werden.

sz/js Siegen. Acht leerstehende Ladenlokale hat die Stadt Siegen in den Fußgängerzonen von Kölner Straße und Bahnhofstraße gezählt. Diese wieder mit Leben zu füllen, ist nicht allein im Interesse der Eigentümer, sondern auch der kommunalen Wirtschaftsförderung. Mit einem Griff in einen Fördertopf des Landes möchte diese nun den Lückenschluss betreiben. Nordrhein-Westfalen hat dazu ein „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ aufgelegt. Der Name sagt aus, worum es geht. Und gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie möchte Düsseldorf hier aushelfen. Es geht darum, Perspektiven für rasches Handeln zu eröffnen: Die Stadt Siegen, so wurde es bereits vor einigen Tagen von der Bezirksregierung Arnsberg vermeldet, erhält 461.051 Euro aus diesem Programm.

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50.000 Euro Eigenanteil

Im Wirtschaftsförderungsausschuss wird die Verwaltung am 23. September die Politik über ihre Vorgehensweise informieren. Mit der knappen halben Million in Aussicht gestellten Euro (der Förderbescheid wird für Mitte Oktober erwartet) und einem Eigenanteil von gut 50.000 Euro möchte sich die Stadt in diesem und den beiden kommenden Jahren auf den Bereich von Kölner Straße und Bahnhofstraße konzentrieren.

Stadt springt für Mieter ein

Die Innenstadt mit dem Schwerpunkt im inhabergeführten Einzelhandel sei am deutlichsten von Corona getroffen worden. Daher möchte die Stadt die finanziellen Kräfte dort bündeln und über einen „Verfügungsfonds Anmietung“ bis zu zehn Ladenlokale mit einer Höhe von bis zu 70 Prozent des Altmietpreises zeitlich befristet anmieten – um sie zu besonders günstigen Konditionen weiterzuvermieten. Die Miete für den gewerblichen Nutzer kann um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Beispielrechnung: Ein Laden mit einer Kaltmiete von eigentlich 10 Euro pro Quadratmeter kann von der Stadt für 7 Euro angemietet und für nur 2 Euro weitervermietet werden. Die Stadt springt aber nur dann in die Bresche, wenn es auch wirklich einen konkreten Interessenten gibt, damit die Weitervermietung sichergestellt ist.

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Gastronomie und Einzelhandel

Die Wirtschaftsförderung setzt auf frequenzbringende, innovative Nutzungen wie Einzelhandels- oder Gastronomie-Start-ups, Gründungen mit innenstadtaffinen Sortimenten, Manufakturen, Direktvermarkter oder Dienstleister mit Publikumsverkehr. „Neue Wege – neue Perspektiven“ heißt der Leitgedanke. Das Förderprogramm soll Einstiegschance werden für Anbieter, die ein Geschäftskonzept austesten oder präsentieren möchten. „Auch künftig sind die Begegnungen und Gespräche, die das Einkaufserlebnis im stationären Laden ausmachen, von besonderer Bedeutung“, hebt die Stadt hervor. „Auch die Generation der ,Digital Natives’ wird sich perspektivisch auf den Mehrwert eines analogen Einkaufserlebnisses besinnen.“ Die persönliche Beratung des Fachhändlers sorge für mehr Kundenzufriedenheit als der Austausch über gesichtslose Chatprogramme.

Geringere Einnahmen für Immobilieneigentümer 

Voraussetzung sei, dass sich Immobilieneigentümer „offen gegenüber neuen Nutzungskonzepten und Zielgruppen“ zeigten. Sie müssten zudem in Kauf nehmen, dass sie vorübergehend geringere Mieteinnahmen erwirtschaften. Das eröffne andererseits neue Optionen und eine langfristige Sicherung des wirtschaftlichen Betriebs einer Immobilie. Perspektivisch möchte die Stadtverwaltung auch ein professionelles Zentrenmanagement anstoßen. In dem erwarteten Landeszuschuss sind 93.000 Euro dafür vorgesehen. Die Regie dabei übernimmt aber nicht die Verwaltung, sondern die Stadtmarketing GmbH.

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