Link des Kreises für Portal wurde nur vielfach kopiert

Impftermin-Vergabe doch echt

Über die Planungs-Plattform „Calendly“ können Termine im Impfzentrum vereinbart werden – theoretisch ist das für jeden möglich, praktisch wird die Berechtigung jedoch genauestens überprüft.

Über die Planungs-Plattform „Calendly“ können Termine im Impfzentrum vereinbart werden – theoretisch ist das für jeden möglich, praktisch wird die Berechtigung jedoch genauestens überprüft.

sz/goeb Siegen. Das ist etwas überraschend: Unter der Headline „Impfzentrum lädt gezielt per Mail zur Online-Anmeldung ein“ und: „Für weitere Personen- und Berufsgruppen ist jetzt Corona-Schutzimpfung möglich“ wandte sich am Freitagnachmittag der Kreis Siegen-Wittgenstein mit einer Pressemitteilung an die Medien und damit an die Öffentlichkeit. Da war das Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen: Am Freitagmorgen hatte die Siegener Zeitung einen Artikel über eine mutmaßliche Impfbetrugsmasche publiziert.

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Und das kam nicht von ungefähr. Der Hintergrund: Zuvor waren Firmen-Belegschaften und bestimmte Personen per E-Mail angeschrieben und aufgefordert worden, sich einen Impftermin über die Terminplanungs-Plattform „Calendly“ zu besorgen.

Link des Kreises zur Corona-Impfung wurde vielfach geteilt

Offenbar in der Annahme, Termine für Impfungen seien jetzt für jeden Interessierten frei verfügbar, wurde der Link x-fach geteilt und gelangte so an immer mehr Personen, die sich entweder für einen Termin registrieren lassen wollten oder die ganze Sache für einen „Fake“, für eine Betrugsmasche, hielten, mit der Unbekannte an ihre persönlichen Daten gelangen wollten. Bereits am Donnerstagabend wandten sich Adressaten an die Siegener Zeitung mit Bitte um Warnung der Öffentlichkeit vor „Phishing“. Pressesprecher Torsten Manges stellte am Freitag auf Nachfrage nun klar, dass die neue Initiative echt sei. „Das Problem ist nur, dass viele den Link geteilt haben und so auch Nicht-Berechtigte sich Termine holen wollen.“ Und weiter: „Rein technisch kann jeder, der den Link erhält, einen Impftermin vereinbaren. Er wird auch zunächst eine Terminbestätigung erhalten“, so der Kreis weiter. „Wir schauen dann aber, ob bei den Betreffenden auch eine Berechtigung vorliegt. Sollten dort Namen von Personen auftauchen, die keine Impfberechtigung haben, erhalten diese eine weitere Mail vom Impfzentrum, in der der Termin wieder storniert wird.“

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Besserer Schutz der Pflegeheimbewohner als Ziel

Vorausgegangen war nach Darstellung des Kreises eine Abfrage solcher Einrichtungen bzw. Berufsgruppen, die jetzt impfberechtigt sind. „Wir haben einen minimalen Mehraufwand, die Namen derjenigen, die sich für einen Termin registrieren, mit den uns genannten abzugleichen“, betonte Manges. Und auch im Falle von Dienstleistern, die in Pflegeheimen tätig sind, sei das Prozedere klar festgelegt. So melde sich beispielsweise nicht der Friseur beim Kreis, sondern das „gastgebende“ Heim melde den Friseur beim Kreis. Zur neuen Impfgruppe zählen demnach Menschen, die regelmäßig in Pflegeheimen tätig sind, das können sein: Heilmittelerbringer, Personal von Hilfsmittel-/Homecare-Diensten und Sanitätshäusern, Fußpfleger, Frisöre, Seelsorger, Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege Begutachtungs- und Prüftätigkeiten ausüben, Mitarbeiter der ambulanten Spezialpflege oder z. B. der Stoma- und Wundversorgung. Auch Zahnärzte, die häufig Corona-Patienten behandeln, gehören demnach zur neuen Gruppe der Impfberechtigten. Diese seien auch vom Kreis aufgefordert worden, weitere Personen zu benennen, die in diese Kategorien fallen. Auch sie habe man dann per E-Mail direkt vom Impfzentrum aus angeschrieben und mit dem besagten Link versorgt.

Impfzentrum bittet um Vereinbarung von Terminen

Nach Darstellung des Landkreises sollen Berechtigte unter 65 Jahren den Impfstoff von AstraZeneca bekommen, solche über 65 Jahre das Vakzin von BioNTech/Pfizer. Die Hotline oder die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung, stellte der Kreis klar, bleibe bis auf Weiteres Personen über 80 Jahren vorbehalten. Meldungen über angeblich gefälschte Impfeinladungen könnten nun aber auch tatsächlich Impfberechtigte verunsichern, befürchtet der Kreis. Deshalb bittet das Impfzentrum alle Personen, die zu den oben genannten Personenkreisen gehören und eine direkte E-Mail vom Impfzentrum erhalten, auch tatsächlich einen Termin zu vereinbaren: „Die Impfstoffe für diese Personengruppen sind vorhanden und wir würden uns sehr freuen, wenn von der Impfmöglichkeit auch Gebrauch gemacht wird.“

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