"No Stress" dank virtueller Realität

Uni Siegen arbeitet an Entspannungsprogramm

Durch Interviews mit ProbandInnen hatten die WissenschaftlerInnen die Idee, dass es einen Begleiter in der virtuellen Welt geben sollte. Zu Beginn war der Begleiter ein katzenähnliches Wesen.

Durch Interviews mit ProbandInnen hatten die WissenschaftlerInnen die Idee, dass es einen Begleiter in der virtuellen Welt geben sollte. Zu Beginn war der Begleiter ein katzenähnliches Wesen.

sz Siegen. Noch drei Stunden bis zur Deadline auf der Arbeit. Da ruft die Kita an: Die Zweijährige muss sofort abgeholt werden. Und das Geburtstagsgeschenk für den Großen ist noch immer nicht gekauft. Um Alltagsstress wie diesen abzubauen, entwickeln Forscher der Uni Siegen zusammen mit Partnern – darunter die Hochschule Düsseldorf – ein technisch unterstütztes Entspannungsprogramm namens „No Stress“. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Kern des Anti-Stress-Trainings ist eine virtuelle Entspannungsreise.

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Weniger Technik für Privatnutzer

Dank einer VR-Brille hat der Nutzer das Gefühl, auf einem Feld zu stehen. Die Sonne geht auf und taucht die Landschaft in sanftes Orange. Über Kopfhörer läuft ruhige Musik. Durch eine am Brustkorb gespannte, sensible Feder messen Sensoren die Atemfrequenz und das Stresslevel. Neben ihm ein Kissen, das individuell im Atemrhythmus des Nutzers vibriert und dann langsamer wird. Mit den Atemübungen soll der Stress abgebaut werden. Einen Prototypen gibt es bereits. Jetzt arbeiten die Forscher daran, die Technik für den Privatnutzer zu Hause zu reduzieren.

Lichtkugel begleitet die Gestressten

Durch Interviews mit Probanden hatten die Wissenschaftler die Idee, dass es einen Begleiter geben sollte, zum Beispiel eine Katze. „Die Hälfte der Befragten fand die Katzen-Idee toll“, erzählt Projektleiter Holger Klapperich vom Lehrstuhl „Wirtschaftsinformatik/Ubiquitous Design“. Einige Menschen mögen jedoch keine Katzen, andere haben eine Allergie und fanden die Situation deshalb nicht entspannend. Die Nutzer wünschten sich etwas Neutraleres und Abstrakteres. Daraus entstand eine pulsierende Lichtkugel, die im Rhythmus der eigenen Atmung pulsiert. Gerade testet ein Team um Psychologie-Professor Tim Klucken von der Uni Siegen aus der klinischen Psychologie, wie erfolgreich das System den Stress tatsächlich mindern kann. Die Ergebnisse stehen noch aus.

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Veranstaltung im Januar

„Viel Stress entsteht heutzutage durch moderne Technik. Ist es da nicht paradox, Technik zur Entspannung zu nutzen? Beziehungsweise könnte die Technik sogar zu neuen Problemen führen?“, fragt Klapperich. Wer solche und ähnliche Fragen besprechen möchte, kann an der Online-Veranstaltungsreihe „Stress und Technologie“ teilnehmen. Der nächste Termin findet am 28. Januar 2021 statt. Weitere Informationen gibt es auf http://www.experienceandinteraction.com/nostress.

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