NRW-Landräte drängen

Kontaktverfolgungs-App muss kommen

Kontaktverfolgungs-Apps böten laut Kreis gegenüber der Corona-App einen entscheidenden Vorteil: den Daten-transfer zu den Gesundheitsämtern.

Kontaktverfolgungs-Apps böten laut Kreis gegenüber der Corona-App einen entscheidenden Vorteil: den Daten-transfer zu den Gesundheitsämtern.

sz/tile Siegen/Düsseldorf. „Um das Infektionsgeschehen stärker und effektiver eindämmen zu können, muss die Kontaktnachverfolgung weiter digitalisiert werden“, fordert Siegen-Wittgensteins Landrat Andreas Müller als Vizepräsident des NRW-Landkreistags nach der jüngsten Vorstandssitzung des Verbands. Dafür sei eine Lizenzentscheidung des Landes für mobile Lösungen notwendig. Mittels einer App solle eine sichere Übertragung von Kontaktpersonendaten an die Gesundheitsämter ermöglicht werden. Im Klartext: Eine App wie „Luca“, für die der Rapper Smudo wirbt, soll die Nachverfolgung von Corona-Infektionen einfacher und schneller machen – und das möglichst zentral und einheitlich. Eine solche Lösung ist aus Sicht der nordrhein-westfälischen Landräte eine „nachhaltige Perspektive für Kultur, Sport, Gastronomie, Freizeit und Handel“. Sie drängen Düsseldorf mit Nachdruck zu einer Lizenzentscheidung, wie es sie in anderen Bundesländern bereits gibt.

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Breite Lösung mindestens auf Landesebene

Eine breite Lösung mindestens auf Landesebene, mache die Kontaktverfolgung unkomplizierter. Die App solle für einen Siegener in Köln genauso funktionieren, wie die eines Studenten aus dem Ruhrgebiet in Siegen. „Sollte aber zeitnah keine überregionale Lösung etabliert werden, sind auch lokale Lösungen anzustreben und sinnvoll“, zieht der Kreis auch eine „kleine“ Alternative in Betracht. Die Nutzung der App solle freiwillig erfolgen, teilte das Siegener Kreishaus auf SZ-Nachfrage mit. Sie sei überall dort als vereinfachende Alternative zur „Zettelwirtschaft“ angedacht, wo die Kontakterfassung aufgrund der Corona-Schutzverordnungen von Land und Bund verpflichtend seien. Also in der Gastronomie, Kultureinrichtungen, im Einzelhändler (Click and Meet), bei Dienstleistern etc. Eine Verpflichtung, die App zu nutzen, werde weder vom Kreis noch vom Landrätetag angestrebt. Wer eine App nicht nutzen kann oder will, könnte auch nach wie vor eine Papier-Variante vor Ort nutzen. Der Unterschied von „Luca“ & Co. im Vergleich zur App der Bundesregierung: Letztere weist nur darauf hin, dass es einen kritischen Kontakt gegeben hat, nicht aber, wann und wo. Bei Kontaktverfolgungs-Apps ist das anders: Nutzer melden sich im Restaurant oder auf Veranstaltungen an, beim Verlassen checkt sie die App automatisch aus. Im Falle einer Infektion werden alle Gäste, die sich zur fraglichen Zeit am „Infektionsherd“ aufgehalten haben, informiert. Ebenso die Gesundheitsämter, die dann automatisch Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste hätten.

Datentransfer der entscheidende Unterschied

Das Kreishaus: Dieser Datentransfer sei der entscheidende Unterschied zur Corona-App. „Im Zusammenspiel mit Schnelltests schaffen wir mit diesen Apps die Voraussetzungen, um weitere Öffnungsschritte im Bereich von Freizeit und Kultur gehen zu können, sobald die Sieben-Tage-Inzidenzen dies erlauben“, setzt Andreas Müller einige Hoffnung in das digitale Hilfsmittel.

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