Auftakt für Sauerländer Botschaft in Berlin

Das Sauerland hat in Berlin nun seine eigene Botschaft.
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tip/dpa Berlin. Bundespräsident Heinrich Lübke stammt von da, auch Franz Müntefering ist dort geboren und nicht zuletzt hat Friedrich Merz hier seine Wurzeln. Man könnte sagen: Das Sauerland hat in der Bundespolitik eine gewisse Tradition. Seit Dienstag ist diese um ein Kapitel reicher. Denn nun hat die Region in Berlin sogar ihre eigene Botschaft.
Botschaft für das Sauerland
Schließlich gebe es, so die Initiatoren, in der Hauptstadt „unzählige Sauerländer”. Nicht nur in der Politik, auch in Unternehmen und Institutionen. Sie alle haben sich zum Verein „Sauerländer Botschaft“ zusammengeschlossen. Der offizielle Auftakt mit Politprominenz fand als parlamentarischer Abend statt. Auf Dauer strebt man eine tatsächliche Dependance an der Spree an. Bei der Veranstaltung sprachen neben Friedrich Merz auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, von der SPD die Abgeordneten Nezahat Baradari und Luiza Licina-Bode, der CDU-Abgeordnete Florian Müller sowie der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg.
Kritik an "Sauerländer Botschaft" aus der Region
Schirmherr der Veranstaltung war der Hochsauerländer Dirk Wiese (SPD, MdB). Eingeladen hatte dieser unter anderem auch seine Fraktionskollegin aus dem Süden, Luiza Licina-Bode. Doch, Moment. Eine Wittgensteinerin in der Sauerländer Botschaft? „Ich gehe da ziemlich unbedarft ran”, sagt Licina-Bode der Siegener Zeitung vor der Veranstaltung am Telefon. Sie erhoffe sich eine „noch bessere Wirkung” für die gesamte Region in der Bundeshauptstadt. Den Netzwerk-Gedanken will sie nach eigenen Angaben dabei aber hauptsächlich für ihren eigenen Wahlkreis südlich des Sauerlandes nutzen.
Laura Kraft (Grüne, MdB) hätte sich etwas mehr Weitblick bei der Einrichtung der Vertretung gewünscht. „Südwestfälische Botschaft hätte ich schön gefunden. Das kann man ja durchaus auch im Namen tragen. Grundsätzliche Berührungsängste mit dem Sauerland habe ich natürlich keine. Aber inwiefern man sich von der Sauerländer Botschaft zum Beispiel als Siegerländer und Wittgensteiner mit angesprochen fühlt, muss jeder für sich entscheiden”, sagt die Abgeordnete, die in Siegen wohnt. Sie selbst sei auch zum Auftakt eingeladen gewesen, musste aber aufgrund anderer Termine passen.
"Sauerländer haben Lösungen"
Ähnliche Kritik am Lobby-Verein hatte es bereits im Rahmen der Gründung im August gegeben. Die Industrie- und Handelskammer Arnsberg fürchtete eine weitere Zersplitterung der Aktivitäten für die Region. Die Südwestfalen-Agentur wunderte sich, dass ihre Dachmarke nicht zum Zuge gekommen war und sah die fünf Kreise ohnehin mit dem Verein „Wirtschaft für Südwestfalen” und seinen mehr als 370 Mitglieds-Unternehmen in Berlin schon ganz gut vernetzt. Schirmherr Wiese betonte, das Sauerland betrete mit der Botschaft nun „das diplomatische Parkett in der Hauptstadt”. Der Verein hat derzeit um die 40 Mitglieder. Geschäftsführer ist der Lippstädter Anwalt Michael Herma, der in Berlin eine Consulting Firma betreibt. Ziel sei es, so Herma, nun „recht schnell zu wachsen”. Das richtige Selbstbewusstsein scheint jedenfalls da zu sein. Auf seiner Homepage antwortet der Verein auf die Frage, warum es denn überhaupt eine Sauerländer Botschaft in Berlin brauche: „Weil wir Sauerländer auf viele Herausforderungen unserer Zeit schon heute Lösungen haben.”
SZ










