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Demo am 17. Februar

Solidarität mit Israel: In Siegen steht die nächste Demo an – das müssen Bürgerinnen und Bürger wissen

Sie laden zu einem Friedensmarsch durch Siegen ein, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen (v.l.): Andreas und Claudia Reh, Danica Jenhardt sowie Mirjam und Jens Kemper.
Sie laden zu einem Friedensmarsch durch Siegen ein, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen (v.l.): Andreas und Claudia Reh, Danica Jenhardt sowie Mirjam und Jens Kemper.

Siegen. Flagge zeigen: Gegen Antisemitismus und als Zeichen der Solidarität mit Israel, das sich seit dem Terrorangriff der Hamas im vergangenen Oktober im Krieg befindet. Dazu lädt eine Siegerländer Kooperationsgemeinschaft für Samstag, 17. Februar, ab 14 Uhr nach Siegen ein. Geplant ist ein Friedensmarsch von der Siegerlandhalle zum Scheiner-Platz, wo gegen 15 Uhr eine Kundgebung stattfindet.

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„Israelfahnen und Pro-Israel-Transparente sind erlaubt“, sagt Versammlungsleiterin Mirjam Kemper. Sie war schon Anfang Dezember federführend bei einer Siegener Demo gegen Judenhass.

Zuvor hatte sich die Freudenbergerin eine Anzeige eingehandelt: Weil sie als Zuschauerin während einer Pro-Palästina-Demonstration ein Schild in den Händen hielt, auf dem die Hamas als Mörder bezeichnet wurde und sie dabei – zufällig – mit mehreren Passanten beisammengestanden hatte.

Dies wurde als nicht angemeldeten Versammlung gewertet. Zumal Mirjam Kemper unbedacht den Finger gehoben hatte: als nach der Versammlungsleitung gefragt wurde (die SZ berichtete).

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Mirjam Kemper wird bei Demo in Siegen von „Pro-Israel-Initiative Neveragain“ unterstützt

Bei dem nun anstehenden Friedensmarsch erhält sie Unterstützung von einer heimischen Gruppe, die bis vor ein paar Jahren regelmäßig in Siegen ihre Solidarität mit Israel öffentlich bekundet hatte: Die „Pro-Israel-Initiative Neveragain“ tritt ebenfalls als Veranstalterin auf.

Kennengelernt hat man sich während der Dezember-Demo. Mit ihrem Israeltag hatte die Gruppe bis 2017 an den 14. Mai 1948 erinnert: als David Ben Gurion in Tel Aviv den unabhängigen Staat Israel ausgerufen hatte.

Danica Jenhardt ist seit der Gründung eine der Aktiven und wird für „Neveragain“ auch am 17. Februar am Start sein. Gegründet hatte sich die Gruppe 2006: nachdem die Entführung israelischer Soldaten den Krieg gegen den Libanon ausgelöst hatte.

„Neveragain“ organisierte den Israeltag

Warum fand in den vergangenen Jahren kein Israeltag mehr statt? „Das hatte allein zeitliche Kapazitätsgründe“, erklärt Andrea Reh. „Wir unterstützen aber, wo wir können“, ergänzt Danica Jenhardt: „So waren wir Anfang November 2023 Mitveranstalter einer Solidaritätskundgebung mit rund 1000 Teilnehmern in Köln.“

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Antisemitismus darf nicht wieder salonfähig werden. Wer sagt, er habe aus der Geschichte gelernt, der muss jetzt den Mund aufmachen

Danica Jenhardt

"Neveragain"

In Siegen möchten Mirjam und Jens Kemper sowie „Neveragain“ ein „ganz deutliches Bekenntnis zum Staat Israel und seinem Recht auf Selbstverteidigung abgeben. Wir laden die Menschen ein, ihre Solidarität mit den Juden dort und in aller Welt öffentlich zum Ausdruck zu bringen“, sagt Mirjam Kemper. Es dürfe doch nicht wahr sein, dass jüdische Mitbürger angefeindet würden: „Auch hier bei uns in Deutschland.“

Demonstranten wurden bespuckt und beleidigt

Beim ersten Friedensmarsch im Dezember „wurden wir aus einem Auto heraus bespuckt, uns wurde der Stinkefinger gezeigt, wir wurden fotografiert“, erinnert sich die Freudenbergerin mit Schrecken zurück an Momente, die sie nicht für möglich gehalten hätte.

„Ein junger Syrer sagte: Es sei gut gewesen, dass Deutschland im dritten Reich zig Millionen Juden umgebracht habe.“ Er sei daraufhin angezeigt worden.

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„Antisemitismus darf nicht wieder salonfähig werden. Wer sagt, er habe aus der Geschichte gelernt, der muss jetzt den Mund aufmachen“, betont auch Danica Jenhardt. Es gebe so viele jüdische Mitbürger, die in der Gewissheit auf Frieden zurück nach Deutschland gekehrt seien und nun um ihre Sicherheit bangten: Ein schlimmes Beispiel seien die Vorgänge an deutschen Universitäten wie ganz aktuell in Berlin.

Sicherheitsgefühl ist abhanden gekommen

Der aktuelle Krieg sei Israel aufgezwungen worden, fügt Andrea Reh hinzu: „Und Israel hat das Recht und die Pflicht, sich und seine Staatsbürger zu verteidigen.“ Seit dem Terrorangriff der Hamas „ist das Gefühl der Sicherheit für die Israelis weg“, sagt Danica Jenhardt und erinnert auch an die vielen Menschen, die sich noch immer entführt in der Gewalt der Hamas befänden. Wenn sie denn noch lebten.

Die Organisatoren des Friedensmarschs erinnern beispielhaft an Tal Shoham, der bei seiner Verschleppung 38 Jahre alt war. „Er hat die israelische und die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine Frau und seine beiden vier und acht Jahre jungen Kinder sind wieder frei. Er ist mittlerweile 39 Jahre alt. Hoffentlich.“

Angemeldet wurde die Versammlung am 17. Februar für 300 Personen. Ans Rednerpult treten Olaf Kemper, Vorsitzender des Gebrüder-Busch-Kreises, Danica Jenhardt und Rosel Six aus Hilchenbach.

SZ

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